Betriebliche Gesundheitsförderung: 4 Maßnahmen zur Steigerung der Mitarbeitergesundheit

Die betriebliche Gesundheitsförderung dient in erster Linie der Gesunderhaltung von Arbeitnehmern. Ganz nebenbei kann sie die Mitarbeitermotivation stärken.

betriebliche Gesundheitsförderung
Zufriedene Mitarbeiter sind seltener krank – © fizkes / stock.adobe.com
Damit ein Unternehmen erfolgreich ist, kommt es auf viele verschiedene Faktoren an. Zwei dieser Faktoren sind die Mitarbeitermotivation und die Gesundheit der Arbeitnehmer. Beide beeinflussen die Arbeitsqualität und letztendlich den Erfolg des Unternehmens maßgeblich.

Um die Mitarbeitermotivation zu stärken, gibt es diverse Möglichkeiten – hier finden Sie sechs Beispiele. Solche Maßnahmen können sich sogar positiv auf die Krankenstatistik im Unternehmen auswirken. Genau an diesem Punkt setzt auch die betriebliche Gesundheitsförderung an. Hierbei geht es darum, mit geeigneten Maßnahmen gezielt die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern. Ganz nebenbei erhöht sich durch die Fürsorge des Arbeitgebers auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter.

Wie können Unternehmen die Mitarbeitergesundheit fördern?

Die betriebliche Gesundheitsförderung umfasst eine Vielzahl verschiedener Maßnahmen, die die Gesundheit der Mitarbeiter zum Ziel haben. Hierbei werden verschiedene Ansätze verknüpft – zum Beispiel die Optimierung von Bedingungen und der Organisation am Arbeitsplatz.

Im Jahr 2019 waren Muskel- und Skeletterkrankungen die häufigsten Gründe für krankheitsbedingte Arbeitsausfälle – dicht gefolgt von psychischen Störungen (Quelle: iwd.de). Um das Aufkommen solcher Arbeitsausfälle zu verringern, sind zum Beispiel folgende Maßnahmen sinnvoll:

  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Yoga-Kurse für den Rücken und zur Stressbewältigung
  • betriebliche Krankenversicherung
  • Burnout-Prävention

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Mit entsprechenden Arbeitsmodellen lassen sich Beruf und Familie vereinbaren – © asbe24 / stock.adobe.com
In der heutigen Zeit ist es keine Seltenheit, dass Arbeitnehmer jeden Tag über 100 Kilometer zur Arbeit pendeln. Das ist schon sehr anstrengend, wenn man keine Kinder hat, aber es ist machbar. Sobald Kinder ins Spiel kommen, kann der lange Arbeitsweg aber eine echte Herausforderung darstellen. Dies trifft zum Teil auch auf die Arbeitnehmer zu, die zwar wohnortnah in Vollzeit arbeiten. Oft bleibt nicht viel Zeit für den Nachwuchs oder die Arbeitszeiten sind nicht konform mit den Öffnungszeiten der Kitas. Häufig wirkt sich dies auch auf die Psyche aus und ruft unnötigen Stress hervor, der sich negativ auf die Gesundheit und die Arbeitsleistung ausübt.

Um die Familie und den Beruf besser vereinbaren zu können, kommen diese vier Lösungsansätze in Frage:

» Flexible Arbeitszeiten

Können Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit entsprechend ihrer Bedürfnisse gestalten, lassen sich Beruf und Familie deutlich besser vereinen.

» Home Office

Je nach Arbeitsplatz lässt sich die Arbeit auch vom heimischen PC aus verrichten. Dies hat gleich zwei Vorteile für den Arbeitnehmer: Das Pendeln mit dem Auto entfällt. Dadurch bleibt mehr Zeit fürs Kind.

» Stunden verringern

Viele Unternehmen ermöglichen es Müttern und/oder Vätern, ihre Arbeitszeit zu verringern. Das ist eine gute Möglichkeit, die Familie und den Beruf besser unter einen Hut zu bekommen. Hierbei müssen Arbeitnehmer jedoch mit einem geringeren Einkommen zurecht kommen.

» Firmeninterne Kinderbetreuung

Ein ganz großen Problem in vielen Regionen stellt die Kinderbetreuung dar. Daher bieten einige Unternehmen eine betriebsinterne Kinderbetreuung an. Hieraus ergibt sich der Vorteil, dass Arbeitnehmer entspannter arbeiten können, da sie ihre Kinder sicher betreut wissen. Zudem können sie schnell reagieren, wenn das Kind krank ist und zum Arzt muss. Auch dieser Fakt sorgt für weniger Stress bei den Eltern.

Yoga-Kurse für den Rücken und zur Stressbewältigung

Yoga
Wer nach einer besonderen Möglichkeit zum Entspannen sucht, dürfte zwischen „Sonnengruß“ und dem „herabschauendem Hund“ fündig werden – Quelle: gorillasports.de

In der heutigen Zeit nehmen berufsbedingter Stress und damit verbundene Erkrankungen wie Rückenschmerzen und Burnout immer mehr zu. Dem gegenüber steht der fehlende Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie wir gegen den Stress angehen können.

Aber auch auf Arbeitgeberseite gibt es verschiedene Optionen, um gestressten Mitarbeitern einen Stressausgleich zu bieten. So können sie ihre Mitarbeiter zum Beispiel mit Business-Yoga dabei helfen, den Stress abzubauen und sogar Verspannungen zu lösen. Einige Yoga-Lehrer haben sich auf Yoga-Kurse für Unternehmen spezialisiert. Sie bieten ein Yoga-Angebot, das direkt auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter abgestimmt ist. Für Büromitarbeiter sind zum Beispiel auch Übungen denkbar, die am Arbeitsplatz und mit wenig Ausrüstung, vielleicht mit einer Yogamatte, durchführbar sind.

Betriebliche Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung weist aufgrund von Leistungskürzungen im Rahmen von Gesundheitsreformen Lücken im Versicherungsschutz auf. Um diese Lücken zu schließen und damit auch eine bessere Gesundheitsvorsorge genießen zu können, bieten diverse Versicherungen eine zusätzliche private Absicherung an. Hierfür ist jedoch eine Gesundheitsprüfung erforderlich, sodass nicht jeder in den Genuss einer solchen zusätzlichen Krankenversicherung kommt. Besonders solche solche Arbeitnehmer würden von einer betrieblichen Krankenversicherung profitieren.

Bei der betrieblichen Krankenversicherung handelt es sich ebenfalls um eine Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung. Diese schließt der Arbeitgeber für seine beschäftigte im Rahmen des Arbeitsverhältnisses ab. Unter Beachtung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und dem arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz können einzelne Mitarbeiter ausgewählt werden, die vom zusätzlichen Versicherungsschutz profitieren. Sinnvoller ist es jedoch, wenn die gesamte Belegschaft in diesen Genuss kommt. Schließlich kann der Arbeitgeber die Kosten als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen und profitiert dabei auch noch von der betrieblichen Krankenversicherung. Denn zum einen genießen die Angestellten einen besseren Gesundheitsschutz und sind dadurch nicht so oft krank. Zum anderen erhöht eine betriebliche Krankenversicherung auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter und wirkt sich dadurch auch positiv auf die Motivation der Mitarbeiter aus.

Bournout-Prävention

Burnout-Prävention
Lobende Worte sind wertvoller als ständige Kritik – © fizkes / stock.adobe.com
Zu viel Stress kann krank machen. Besonders gefährlich ist der Stress, wenn er zum Burnout führt. Dies geschieht jedoch nicht über Nacht. Vielmehr bauen sich die Symptome über einen langen Zeitraum hinweg auf, bis sich der Körper in einem geistigen, körperlichen und emotionalen Erschöpfungszustand befindet. Die Betroffenen sind meist über mehrere Monate Arbeitsunfähig. Hin und wieder kann ein Burnout die Betroffenen sogar in den Suizid treiben. Umso wichtiger ist es, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Aus diesem Grunde ist es erforderlich, dass Führungskräfte das Burnout-Syndrom als ernst zu nehmende Krankheit anerkennen und die Signale (z.B. Überbelastung) rechtzeitig erkennen.

Im Rahmen der Burnout-Prophylaxe ist es enorm wichtig, dass das Thema Burnout kein Tabu darstellt! Um Arbeitnehmer und Führungskräfte für dieses Thema zu sensibilisieren, bietet sich zum Beispiel ein Seminar an, in welchem über den Umgang mit Stress aufgeklärt wird und wie sich der Stress im Team bewältigen lässt. Zudem kann der Arbeitgeber einige Maßnahmen ergreifen:

  • Arbeitnehmer ermutigen, Probleme offen anzusprechen, sodass Überbelastungen schneller erkannt und behoben werden können
  • Qualifizierung der Mitarbeiter, damit Sie gut auf neue Aufgaben vorbereitet sind
  • Abbau von Überstunden ermöglichen
  • familienfreundliche Arbeitszeiten (Homeoffice, flexible Arbeitszeiten oder Berücksichtigung der Zeitwünsche der Beschäftigten)
  • Anerkennung und Wertschätzung der Mitarbeiter, um das Betriebsklima zu verbessern und so auch den Stress zu verringern