Onlineshop internationalisieren – 6 Tipps für ein erfolgreiches E-Commerce im Ausland

Wer neue Märkte erobern und den Umsatz nachhaltig steigern möchte, sollte seinen Onlineshop internationalisieren. Wir geben Tipps für ein erfolgreiches E-Commerce im Ausland.

Onlineshop
Möchten Sie jenseits der Landesgrenze tätig werden? – © NaMaKuKi / stock.adobe.com

Die letzten zwei Jahre haben dem E-Commerce-Markt in Deutschland einen ordentlichen Schub verpasst. Da sämtliche Läden über einen gewissen Zeitraum geschlossen bleiben mussten, haben sich die Deutschen eben im Internet nach den Produkten ihrer Wahl umgesehen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der E-Commerce-Markt in Deutschland deshalb laut Statista 2020 einen Anstieg des Umsatzes um 23 Prozent verbuchen. 2021 ist dieser sogar noch einmal um 19 Prozent gestiegen. Wer also überlegt mit einem Onlineshop an den Start zu gehen, für den ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen.

Diejenigen, die schon einen Onlineshop besitzen und noch mehr Umsatz generieren möchten, könnten versuchen jenseits der Landesgrenze Gewinn zu erzielen. Und zwar indem Sie Ihren Onlineshop internationalisieren und so neue Märkte erschließen. Schließlich kann ja jetzt schon jeder auf der ganzen Welt Ihren Onlineshop besuchen. Jedoch wird er in anderen Ländern nicht präsent sein. Wie Sie ihn im Land bzw. den Ländern Ihrer Wahl bekannt machen und auch erfolgreich führen, möchten wir Ihnen nachfolgend erklären.

Am Anfang steht die Auswahl des Zielmarktes

Wenn Sie sich Gedanken darüber gemacht haben, Ihren Onlineshop zu internationalisieren, werden Sie sicherlich auch schon ein Zielland im Hinterkopf haben. Vorher sollten Sie für sich aber noch einige Fragen klären, um herauszufinden, ob das Land Ihrer Wahl wirklich das richtige ist. Beantworten Sie sich die folgenden Fragen:

➭ Kennen potenzielle Kunden Ihr/e Produkt/e schon?
➭ Passen die Produkte zur Kultur des Landes?
➭ Muss das Produkt im Zielland erst noch vorgestellt werden?
➭ Wie sieht die Wettbewerbssituation aus?
➭ Wie groß ist die Kaufkraft potenzieller Kunden?
➭ Wie weit ist das Land entfernt?
➭ Kann der Versand kostengünstig und schnell aus Deutschland erfolgen?
➭ Wenn nicht, müssen eigene Distributionszentren im jeweiligen Land aufgebaut werden?
➭ Kann der Versand sonst über bereits bestehende Filialen abgewickelt werden?
➭ Wie sieht es mit der Digitalisierung des Landes aus?
➭ Ist das Internet auch mobil nutzbar?
➭ Welchen Stellenwert hat der Online-Handel im jeweiligen Land?

Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Konnten Sie sich alle Fragen zufriedenstellend beantworten? Wenn nicht, dann müssen Sie sich wohl eingestehen, dass Sie in Ihrem Zielland keine Chance haben werden. Sie können schließlich keine Schlittschuhe in Ländern verkaufen, in denen die Temperaturen im Winter fast nie unter 10 Grad sinken. Fangen Sie in diesem Fall lieber erst einmal klein an. Wie wäre es mit Österreich oder der Schweiz für den Anfang?

Wenn Sie die Fragen alle hingegen positiv beantworten konnten, können Sie einen Versuch wagen. Trotzdem gibt es noch einige wichtige Punkte zu beachten, wenn Sie bei der Internationalisierung Ihres Onlineshops erfolgreich sein möchten. Die nachfolgenden Tipps verraten, was das für Punkte sind.

Tipps für die erfolgreiche Internationalisierung Ihres Onlineshops

❍ Tipp 1 – Sprache & Kultur:

Sprache übersetzen
Lassen Sie die Texte unbedingt professionell übersetzen – © Cybrain / stock.adobe.com

Zunächst einmal geht es darum Ihren Onlineshop in die Sprache des Ziellandes zu übersetzen. Das sollten Sie unbedingt von jemanden machen lassen, der diese Sprache auch spricht. Oder eine Übersetzungsagentur damit beauftragen. Denn bei der Übersetzung gilt es landestypische Eigenheiten zu berücksichtigen. Denn wie heißt es so schön: andere Länder, andere Sitten. Während wir in Deutschland eher lockere Texte für Kunden schreiben können, gilt es in anderen Ländern sehr auf die Tonalität und auch auf die Mentalität der ausländischen Kunden zu achten.

Passen Sie zusätzlich das Menü an das Zielland an. Achten Sie dabei auf eine übersichtliche und leicht verständliche Navigation.

➭ Zusatztipp:
Wer online etwas kauft, kann nie sicher sein, dass die Ware wirklich ankommt. Lassen Sie Ihren Onlineshop deshalb am besten von einem Zertifizierungsdienstleister begutachten. So sehen potenzielle Kunden durch das Gütesiegel direkt, dass Sie ein seriöser Onlinehändler sind und sie bei Ihnen sicher einkaufen können.

❍ Tipp 2 – Währung:

Wenn das Zielland zu den EU-Ländern gehört, ist das hinsichtlich der Währung eine gute Voraussetzung für die Internationalisierung Ihres Onlineshops. Haben Sie sich hingegen für ein Land mit fremder Währung entschieden, sollten Sie es Ihren Besuchern so einfach wie möglich machen und die Produkte in der Landeswährung auspreisen. Achten Sie daher darauf, dass Sie eine Shop-Software verwenden, die in der betreffenden Währung abrechnen und die Preise in der Landeswährung anzeigen kann.

Achten Sie nicht auf diesen Punkt, könnten interessierte Kunden zwar auf Ihrem Onlineshop landen, diesen aber schnell wieder verlassen. Eben weil sie keine Lust haben Preise umzurechnen.

❍ Tipp 3 – Zahlungsmethoden:

Bezahlung im Onlineshop
Debit- und Kreditkarte sind als Zahlungsmittel sehr beliebt – © Rido / stock.adobe.com

In jedem Land bevorzugen Kunden andere Zahlungsmethoden. Wird die bevorzugte Zahlungsart nicht angeboten, brechen viele Kunden sogar den Einkauf ab. Es ist daher umso wichtiger, dass Sie sich gut darüber informieren, welche Zahlungsarten im Zielland bevorzugt werden.

In Deutschland ist beispielsweise die Bezahlung per PayPal und der Kauf auf Rechnung sehr beliebt. In anderen Ländern wie z.B. Italien und in Skandinavien wird hingegen gerne mit der Debit- oder Kreditkarte gezahlt. Deshalb sollten Sie gut recherchieren, welche Zahlungsmethoden in Ihrem Zielland bevorzugt werden. Mit PayPal liegen Sie zum Beispiel immer goldrichtig, denn im Onlinehandel ist diese Zahlungsmethode mittlerweile international weit verbreitet.

❍ Tipp 4 – rechtliche Aspekte:

Um Vertrauen zu Ihren Kunden aufzubauen, ist es wichtig, die Rechtskonformität des Onlineshops im jeweiligen Zielland sicherzustellen. Deshalb sollten Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), das Impressum, Artikelbeschreibungen und die Widerrufsbelehrung anpassen und ordnungsgemäß übersetzen. Stellen Sie dabei in den AGB unbedingt klar, welches Recht gilt. Entweder das deutsche oder das des Ziellandes. Doch beachten Sie: Im Streitfall gelten immer die Gesetze des Landes, die den Verbraucher besser schützen.

Informieren Sie Ihre Kunden unbedingt auch über die Lieferzeiten und Versandkosten. Berücksichtigen Sie hierbei eventuell anfallende Zölle und Gebühren. Außerdem: Überprüfen Sie, ob zusätzliche urheberrechtliche Lizenzgebühren anfallen, wenn Sie die Bilder in Ihrem Onlineshop international verwenden.

❍ Tipp 5 – Logistik:

Logistik
Es lohnt sich die Zusammenarbeit mit einem Fulfillment-Dienstleister – © William W. Potter / stock.adobe.com

Wenn Sie von Deutschland aus Ware im Ausland erfolgreich verkaufen möchten, ist eine zügige Lieferung das A und O. Zum einen könnten Sie die Ware von Deutschland aus versenden. Das wiederum nimmt jedoch oftmals viel Zeit in Anspruch. Außerdem sind die Kosten dafür hoch. Hier ist es deshalb sehr wichtig, dass Sie sich bei den jeweiligen Kurier-, Express- und Paketdienstleistern über Preis, Laufzeiten, die Retourenabwicklung und auch über die Qualität informieren.

Alternativ dazu können Sie auch mit einem Fulfillment-Dienstleister zusammenarbeiten. Dieser übernimmt alle Aufgaben, die nach Eingang einer Bestellung anfallen können. Dazu zählen neben Bestellannahme, Rechnungserstellung und Versand auch Lagerhaltung und das Managen von Retouren. Um hier die Kontrolle über alles zu behalten, ist es ratsam eine Plattform zu nutzen, mit der Sie in Echtzeit alles überwachen, verwalten und planen können. Ein Komplettpaket für die optimale Lagerlogistik und Fulfillment bieten beispielsweise die Cloud-Technologie und LaaS-Lösung von everstox. Mit dieser Lösung finden Sie nicht nur den perfekten Fulfillment-Dienstleister, Sie können damit auch Ihre täglichen Logistikprozesse verbessern sowie Lagerstandorte und -bestände in Echtzeit verwalten.

❍ Tipp 6 – das passende Sortiment anbieten:

Wichtig ist vor allem auch, dass Sie Ihr Sortiment an den Markt anpassen. Wie schon gesagt: Schlittschuhe in Ländern zu verkaufen, in denen es immer warm ist, macht wenig Sinn. Deshalb ist es ratsam nicht nur eine Konkurrenzanalyse zu erstellen, sondern auch eine Marktanalyse durchzuführen. So bekommen Sie heraus, was im Zielland gefragt ist. Anhand dieser Information können Sie dann besser kalkulieren und die Preise festsetzen.