Arbeitsschutz in Kfz-Betrieben: Tipps für die sichere Arbeit in der Werkstatt

In Kfz-Werkstätten ist die Gefahr für Leib und Leben deutlich höher als etwa im Büro. Daher spielt hier der Arbeitsschutz eine besonders große Rolle.

Arbeitsschutz in Kfz-Betrieben
Arbeitsschutz wird leider zu oft vernachlässigt – © harbucks / stock.adobe.com

In Deutschland gab es 2019, laut Statista, 36.600 Kfz-Betriebe. Neben Autohäusern zählen hierzu vor allem Kfz-Werkstätten. Anders als die Mitarbeiter, die ihre Arbeit am PC verrichten, kommen die Mitarbeiter in den Kfz-Werkstätten tagtäglich mit diversen Materialien und Gerätschaften in Berührung, die zu einer Gefahr für Leib und Leben werden können. Um dieser Gefahr von vornherein entgegenzuwirken, ist der Arbeitsschutz äußerst wichtig und sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden.

Dabei kommt es auf verschiedene Aspekte an. Zum einen ist die persönliche Schutzausrüstung unentbehrlich, um Verletzungen beim Arbeiten zu vermeiden. Zum anderen spielt die Arbeitsplatzgestaltung und die Ausstattung eine entscheidende Rolle für ein sicheres Arbeiten.

Was beinhaltet die persönliche Schutzausrüstung (PSA) in Kfz-Betrieben?

Zur PSA gehören alle Ausrüstungsgegenstände, die den Mitarbeiter vor Risiken für ihre Gesundheit oder Sicherheit schützen. Speziell in Kfz-Betrieben zählen hierzu Sicherheitsschuhe, Schutzkleidung, Schutzhandschuhe, Gesichtsschutz, Gehörschutz und Atemschutz.

Tipp: Der Arbeitgeber ist für die Bereitstellung der Persönlichen Schutzausrüstung verantwortlich und muss die Kosten dafür tragen. Geregelt ist dies in der PSA-Benutzungsverordnung (PSA-BV).

Schutzkleidung

Arbeitskleidung
Arbeitskleidung soll einen Schutz vor Verletzungen bieten – © VadimGuzhva / stock.adobe.com
Mitarbeiter in der Kfz-Werkstatt kommen regelmäßig mit Kraftstoff, Motoröl und anderen öligen und teilweise ätzenden Flüssigkeiten in Kontakt. Diesen muss Ihre Schutzkleidung, bestehend aus Arbeitshose und Jacke, standhalten.

Ideal für Werkstattmitarbeiter sind Latzhosen und Overalls. Diese schützen nicht nur die Beine, sondern auch den Oberkörper – bei der Latzhose zumindest zum Teil. Zudem bieten Sie die Möglichkeit, benötigte Werkzeuge in den Taschen am Körper tragen zu können.

Für Arbeiten, die im Knien ausgeführt werden müssen, ist es erforderlich, dass die Hosen an den Knien verstärkt sind. Ideal sind hierbei Modelle mit Taschen an den Knien, die Platz für eine Polsterung der Knie bietet.

Achtung: Bei Arbeiten an laufenden Maschinen besteht immer die Gefahr, dass sich die Sachen darin verfangen. Daher ist es enorm wichtig, dass die Sachen möglichst eng anliegen.

Sicherheitsschuhe

Arbeitsschuhe
Arbeitsschuhe bieten Sicherheit bei der Arbeit – © PIRML / stock.adobe.com
Bei der Arbeit in der Werkstatt lauern überall Gefahren: eine schraube hier, ein herunter fallendes Arbeitsgerät dort. Der Schutz der Füße ist hier überaus wichtig. Ohne den passenden Arbeitsschuh können schnell schlimme Verletzungen entstehen.

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Sicherheitsschuhe mit den unterschiedlichsten Eigenschaften. Für die Arbeit in einer Kfz-Werkstatt sollten diese durchtrittsicher sein und zum Schutz der Zehen und der Ferse eine Stahlkappe besitzen. Darüber hinaus müssen Sie den Fuß auch vor Kraft- und Schmierstoffe schützen und rutschhemmend sein, damit ein sicherer Gang gewährleistet ist. Da die Autos immer mehr Elektronik enthalten, sollten die Schuhe zudem antistatisch sein. All diese Eigenschaften bietet zum Beispiel ein Arbeitsschuh der Schutzklasse S1P oder S3.

Schutzhandschuhe

Schutzhandschuhe
Besonders bei Arbeiten am Motor sollten die Schutzhandschuhe nicht fehlen – © serhiibobyk / stock.adobe.com
Um eine Schädigung der Haut bei der Arbeit zu vermeiden, ist ein Schutz für die Hände unerlässlich. Dies gilt bei der Arbeit am Motor im besonderen Maße. Zum einen ist der Arbeitsbereich ziemlich beengt, sodass Verletzungen drohen, wenn man mit dem Schraubendreher oder ähnlichem abrutscht. Zum anderen kann der Motor auch schnell mal heiß werden, sodass Verbrennungen drohen.

Der Handel bietet verschiedene Arbeitshandschuhe für verschiedene Arbeitsbereiche an. So müssen die Hände zum Beispiel beim Ölwechsel mit anderen Handschuhen geschützt werden als beim Schrauben am Motor. Ganz hervorragend lässt sich die Arbeitssicherheit durch Ansell-Handschuhe erhöhen. Denn bei dieser Marke werden Stoffe und Funktionen Jahr für Jahr weiterentwickelt.
Ansell Handschuhe gibt es beispielsweise mit der Flüssigkeit abweisenden RIPEL™-Technologie, die insbesondere den Kontakt mit Öl und Schmiermitteln verhindert.

Schutz für Ohren und Gesicht

Geschichtsschutz
Einige Aufgaben erfordern einen Sicht- und Atemschutz – © AboutLife / stock.adobe.com
In der Kfz-Werkstatt kann es unter Umständen sehr laut zugehen. Damit die Ohren dabei keinen Schaden nehmen, ist ein Gehörschutz erforderlich.

Je nach Tätigkeit ist es auch erforderlich, das Gesicht zu schützen. So ist zum Beispiel beim Flexen oder Schweißen ein Schutz für die Augen verzichtbar. Beim Lackieren oder bei der Arbeit mit Lösungsmitteln sollte ein Atemschutz nicht fehlen.

Worauf ist bei der Werkstatteinrichtung zu achten?

Ohne Frage ist die Persönliche Schutzausrüstung überaus wichtig, um Verletzungen vorzubeugen. Mindestens genauso wichtig ist dabei die Arbeitsumgebung, beziehungsweise die Werkstatteinrichtung. Dabei gilt grundsätzlich, dass jeder Arbeitsplatz übersichtlich gestaltet und leicht zu reinigen sein muss.

Um Arbeitsunfälle vermeiden zu können, müssen potenzielle Gefahren und Gefahrenstellen erkannt und gekennzeichnet sowie Sicherheitsabstände eingerichtet werden. Dies ist zum Beispiel bei beweglichen Maschinen der Fall. Ebenso gilt dies für gefährliche Substanzen, auf die wir später noch zu sprechen kommen.

Da in der Kfz-Werkstatt regelmäßige spitze und scharfe Werkzeuge zum Einsatz kommen, besteht hier eine große Verletzungsgefahr bei minderwertigen Werkzeugen. Sichere und qualitativ hochwertige Werkzeuge sind daher unerlässlich.

Ein glatter Fußboden birgt die Gefahr von Stürzen. Hier schaffen rutschhemmende Bodenbeläge Abhilfe.

Hebebühne als potenzielle Gefahrenquelle

Hebebühne als Gefahrenquelle
Die Arbeit mit Hebebühnen birgt Gefahr – © industrieblick / stock.adobe.com
Gemäß der Betriebssicherheitsverordnung haben diese einmal im Jahr zu erfolgen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich dabei um eine Säulen-, Stempel- oder Scherenhebebühne handelt.

Eine Studie der DEKRA aus dem Jahre 2016 hat jedoch ergeben, dass 58 Prozent der Hebebühnen in deutschen Werkstätten Mängel aufweisen – 20 Prozent gefährliche und 24 Prozent erhebliche Mängel. Hier liegt ein nicht zu unterschätzender Gefahrenschwerpunkt. Denn schlecht gewartete Hebebühnen können zu schweren Verletzungen führen, wenn etwa ein Auto abstürzt.

Da auch bei unsachgemäßer Bedienung mangelfreier Hebebühnen schwere Unfälle passieren können, hat die Berufsgenossenschaft einige Regeln aufgestellt. So dürfen zum Beispiel nur eingewiesene Personen, die mindestens 18 Jahre alt sind, eine Hebebühne bedienen – Lehrlinge nur unter Aufsicht.

Zudem gibt es einige Hinweise zu der Arbeit mit Hebebühnen, zum Beispiel diese hier:

  • Belastung und Tragfähigkeit der Hebebühne müssen gut sichtbar angebracht sein und dürfen nicht überschritten werden!
  • Es dürfen sich keine Teile von der Hebebühne lösen!
  • Fahrzeuge nur an den Punkten anheben, die vom Hersteller vorgegeben sind!
  • Sicherheitsabstand von 12 Zentimetern zwischen Hebebühne und Fußboden einhalten!
  • Niemals die Stopp-Einrichtung überfahren!

Beleuchtung in der Kfz-Werkstatt

Beleuchtung Arbeitsbereiche
Für Arbeiten am Unterboden ist eine zusätzliche Beleuchtung notwendig – © standret / stock.adobe.com
In Kfz-Betrieben fallen viele verschiedene Arbeiten an, die teilweise unterschiedliches Licht benötigen. Die richtige Beleuchtung am Arbeitsplatz soll ein exaktes Arbeiten ermöglichen und dadurch auch zum Arbeitsschutz beitragen.

Welches Licht wo benötigt wird, schreiben zum Beispiel die Technischen Regeln für Arbeitsstätten in der ASR A3.4 vor. So reicht in der Werkshalle etwa eine Beleuchtung mit 300 Lux. Gleiches gilt für Reifen- und Teilelager. Dagegen benötigen zum Beispiel Arbeiten rund um die Hebebühne etwa eine Lichtstärke 500 Lux. Am meisten Licht wird beim Lackieren benötigt. Hier sind Beleuchtungsstärken von mindestens 750 Lux nötig.

Tipp: Besonders bei Arbeiten am Unterboden reicht die Deckenbeleuchtung nicht aus. Hier ist eine zusätzliche Lichtquelle zum Ausleuchten des Arbeitsbereiches notwendig.

Gefahrstoffe in der Kfz-Werkstatt

Umgang mit Gefahrstoffen
Beim Ölwechsel unbedingt Handschuhe tragen – © LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com
Im Umgang mit Gefahrstoffen ist es notwendig, zu wissen, in welcher Form eine Gefahr für die Gesundheit entsteht. So können einige Substanzen bei Hautkontakt zu Verletzungen führen. So enthalten beispielsweise Motor- und Getriebe-Öle hautreizende Inhaltsstoffe. Andere Substanzen verflüchtigen sich und bilden Dämpfe, die die Augen oder beim Einatmen die Atemwege reizen. Hierzu zählen zum Beispiel Bremsenreiniger oder Aerosole. Solche Substanzen dürfen nur mit entsprechender Schutzausrüstung verwendet werden. Zudem sind solche gefährlichen Substanzen speziell zu kennzeichnen und sicher zu verstauen.

Zum Schutz der Werkstattmitarbeiter sind alle brennbaren und gesundheitsgefährdenden Stoffe wie Gase, Dämpfe, Rauch und Staub aus allen Arbeitsbereichen zu entfernen. Hierzu eignen sich zum Beispiel Absaugungen.

Im Umgang mit brennbaren Stoffen in der Werkstatt gelten unter anderem diese Regeln:

  • ausgelaufene Flüssigkeiten umgehend aufwischen
  • wiederverwendbare Putzlappen in schwer entflammbaren Behältern sammeln
  • Altöl immer nur in dafür vorgesehenen Vorrichtungen sammeln
  • Reinigungsarbeiten mit brennbaren, giftigen oder gesundheitsschädlichen Flüssigkeiten nur in dazu vorgesehenen Räumen durchführen
  • Reinigungsgefäße niemals erwärmen – also beispielsweise nicht in die Sonne stellen

1 Kommentar

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag zum Thema Arbeitsschutz in Autowerkstätten. Gut zu wissen, dass Absaugungen geeignet sind, um gesundheitsgefährdende Stoffe zu entfernen. Mein Schwager hat damals in einer Autowerkstatt gearbeitet und auch solche Absaugungen durchgeführt, ich wusste aber nie, wozu das ist.

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