Arbeitsschuhe – Warum gute Sicherheitsschuhe die Produktivität steigern können

Sicherheitsschuhe sollen den Fuß vor Schäden durch äußere Einflüsse bewahren. Sind diese unbequem, leidet neben der Fußgesundheit auch die Arbeits darunter.

Sicherheitsschuhe
Gute Sicherheitsschuhe halten gesund und fördern so die Produktivität – © PIRML / stock.adobe.com

Wer den ganzen Tag Arbeitsschuhe tragen muss, der weiß, dass diese nicht immer bequem sind. Auch ich kann ein Lied davon singen. Mein erstes Paar Arbeitsschuhe hat damals 50 Euro gekostet. Meine damalige Chefin hat einfach das erstbeste Paar gekauft. Dabei spielte es keine Rolle, ob diese bequem sind oder nicht. Die ersten Tage kam ich damit ganz gut zurecht. Aber mit jedem Tag wurde es unerträglicher, in diesen Schuhe zu laufen. Jeden Abend hatte ich starke Schmerzen und konnte kaum noch laufen. Nach einiger Zeit erhielt ich neue Arbeitsschuhe. Diese waren deutlich leichter als das erste Paar Schuhe und sie besaßen eine Gehlsohle. Zudem waren Sie deutlich enger und passten sich meinen Füßen sehr gut an, ohne sie einzuengen. Meine Beschwerden ließen recht schnell wieder nach und ich konnte meine Arbeit schmerzfrei verrichten.

Dieses Beispiel zeigt, dass man nicht irgendeinen Schuh kaufen sollte. Denn der Schuh muss die Füße nicht nur vor äußeren Einflüssen schützen. Es ist mindestens genauso wichtig, dass er bequem ist und den Füßen nicht schadet.

Verschiedene Arten von Arbeitsschuhen

Im Sprachgebrauch werden Arbeitsschuhe immer wieder mit Sicherheitsschuhen gleichgesetzt. Richtig ist dies jedoch nicht. Denn Arbeitsschuhe können sowohl Berufsschuhe als auch Sicherheitsschuhe sein.

Während alle Sicherheitsschuhe eine Zehenschutzkappe besitzen, die mindestens 200 Joule Belastung standhält, sind Berufsschuhe lediglich mit einem schützenden Bestandteil (nicht zwingend eine Zehenschutzkappe) ausgestattet sind. Daraus ergeben sich verschiedene Einsatzbereiche. So kommen Berufsschuhe zum Beispiel im Küchen oder Krankenhäusern zum Einsatz. Sicherheitsschuhe sollen dagegen beispielsweise auf dem Bau oder in der Industrie für den nötigen Schutz der Füße sorgen.

Anforderungen an einen Sicherheitsschuh

Je nachdem, in welchem Bereich sie Verwendung finden, müssen Sicherheitsschuhe diverse Anforderungen erfüllen. Zu diesem Zweck sind diese in verschiedene Schutzklassen nach DIN EN ISO 20345 eingeteilt:

 SBS1S1PS2S3S4S5
Stahlkappejajajajajajaja
geschlossener Fersenbereich-jajajajajaja
antistatisch (A)-jajajajajaja
Energieaufnahme im Fersenbereich (E)-jajajajajaja
resistent gegenüber Öl und Benzin-jajajajajaja
Wasserdurchtritt und Aufnahme (WRU)---jaja--
wasserfest (WR)-----jaja
durchtrittsicher (P)--ja-ja-ja
profilierte Laufsohle (2,5 mm)----ja-ja

Neben zu den Schutzklassen gibt es diverse Zusatzanforderungen, denen ein Sicherheitsschuh in verschiedenen Einsatzbereichen standhalten muss. Diese erkennen Sie an folgenden Kennzeichen:

  • C: leitfähige Schuhe
  • HI: Wärmeisolierung
  • CI: Kälteisolierung
  • SRA: rutschhemmend Keramik
  • SRB: rutschhemmend Stahl
  • SRC: rutschhemmend Keramik und Stahl

  • HRO: Kontaktwärme
  • I: elektrisch isolierend
  • M: Mittelfußschutz
  • AN: Knöchelschutz
  • CR: Schnittschutz (Klasse 1 – 4)

Gesundheitliche Folgen falscher Arbeitsschuhe

Unfall durch unpassende Sicherheitsschuhe
Ist der Schuh zu groß, kann man schnell damit umknicken – © auremar / stock.adobe.com

Wer den ganzen Tag auf den Beinen ist und dabei Arbeitsschuhe trägt, die nicht richtig sitzen, läuft Gefahr, sich zu verletzen oder seinen Füßen sowie seinem Rücken auf Dauer zu schaden. So kann ein zu großer oder zu weiter Schuh dazu führen, dass Sie keinen sicheren Halt darin haben und in der Folge schneller umknicken oder stolpern können. Zu enges und zu kleines Schuhwerk dagegen bietet Ihren Fuß nicht genügend Platz und kann zu Fehlstellungen führen.

Aber nicht nur die Passform spielt eine wichtige Rolle. Auch die verwendeten Materialien haben Einfluss auf die Gesundheit. So können zum Beispiel zu starre Sohlen das natürliche Abrollen des Fußes verhindern. Das kann zum Beispiel bei Sicherheitsschuhen mit durchrittsicherer Sohle der Fall sein. Als Folge drohen hier neben Schmerzen in den Füßen auch Haltungsschäden, die zu Rückenschmerzen führen können.

Zudem müssen die Arbeitsschuhe je nach Branche bestimmte Anforderungen erfüllen. Daraus ergeben sich verschiedene Schutzklassen und Zusatzanforderungen. Sind diese nicht erfüllt, drohen schwere Verletzungen. So muss zum Beispiel der Schuh für einen Elektriker der Schutzklasse 3 entsprechen und eine rutschhemmende und elektrisch isolierende Sohle besitzen.

Auswirkungen auf die Arbeit

Wie sicher jeder von uns weiß, sind Schmerzen nicht gerade förderlich für die Konzentration. So können die falschen Arbeitsschuhe indirekt dafür verantwortlich sein, dass dem Arbeitnehmer bei seiner Arbeit mehr oder weniger schwere Fehler unterlaufen. Im schlimmsten Falle kann es dadurch sogar zu Arbeitsunfällen kommen. Nicht selten sind diese schwerwiegend und führen zu längeren Ausfallzeiten.

Den passenden Arbeitsschuh finden

Bei der Auswahl des richtigen Schuhs spielt neben der Sicherheit auch der Tragekomfort eine entscheidende Rolle. So kommt es nicht nur auf die passende Schutzklasse und die jeweiligen Zusatzanforderungen entsprechend des Einsatzbereiches an. Vielmehr ist es wichtig, dass sich der Schuh angenehm tragen lässt. Hierbei sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen.

Größe und Breite

Für einen perfekten Sitz des Sicherheitsschuhs kommt es nicht nur auf die richtige Schuhgröße an. Auch die Breite des Fußes sollte nicht vernachlässigt werden. Denn wo ein zu enger Schuh Druckstellen oder sogar Fehlstellungen verursachen kann, bietet ein zu weiter Schuh zu wenig Halt. Es ist also enorm wichtig, nicht nur die passende Schuhgröße, sondern auch die Schuhweite zu ermitteln. Die Passform- und Größentabellen auf cloudinary.com sind hierbei überaus hilfreich.

Einlegesohlen

Einlagen für Sicherheitsschuhe
Bei bestehenden Fehlstellungen können orthopädische Einlagen den Tragekomfort von Sicherheitsschuhen erhöhen – © glashaut / stock.adobe.com

Manche Schuhe sind bereits vom Werk aus mit einer bequemen Sohle ausgestattet, die den Tragekomfort um einiges erhöht und sowohl Füße als auch Rücken schont. Sind die Schuhe allerdings nicht mit einer solch bequemen Sohle ausgestattet, können sie bei langem Tragen trotz guter Passform Schmerzen verursachen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn bereits eine Fehlstellung wie ein Senk- oder Plattfuß besteht. Für solche Fälle bieten Fachhändler wie Arbeitsschutz-Sigel.de Sicherheitsschuhe an, die für den Einsatz mit orthopädischen Einlagen geeignet sind. Hier können zum Beispiel Uvex Sicherheitsschuhe mit individuell angefertigte Einlegesohlen bestellt werden. Dies wird über ein Schaumkasten realisiert. Es ist dabei drauf zu achten, dass der Hersteller die Einlegesohle zulässt. Sonst geht die Schutzklasse und Funktion des Schuhs verloren.

Gewicht der Schuhe

Auch das Gewicht des Sicherheitsschuhs spielt eine wichtige Rolle. Denn je schwerer der Schuh, desto anstrengender ist es, damit zu laufen. Um Gewicht einzusparen, sollte dies aber auf keinen Fall zulasten eines Sicherheitsmerkmales erfolgen. Sinnvoller ist es, auf Schuhe mit alternativen Materialien für die Schutzkappe oder die durchtrittsichere Zwischensohle zurückzugreifen.

Atmungsaktives Material

Wer den ganzen Tag auf den Beinen ist, schwitzt schneller als jemand, der den ganzen Tag sitzt. Dies trifft auch auf die Füße zu. Dies kann nicht nur unangenehme Gerüche verursachen, sondern zudem auch noch Fußpilz. Um dem entgegenzuwirken, sollten nicht nur die Socken, sondern auch der Schuh atmungsaktiv sein. Hier hat sich besonders Gore-Tex bewährt. Dabei handelt es sich um eine mikroporöse Membran, die Wind und Wasser abhält und gleichzeitig atmungsaktiv und dampfdurchlässig ist. In Schuhen der Schutzklasse S1 und S1P kommt häufig auch Polymesh zum Einsatz. Dieses ist ebenfalls atmungsaktiv, aber nicht wasserdicht.

Muss der Arbeitgeber die Sicherheitsschuhe stellen?

Diese Frage lässt sich ganz klar mit dem § 3 des Arbeitsschutzgesetzes beantworten:

§ 3 Grundpflichten des Arbeitgebers
(1) Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen. Er hat die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. Dabei hat er eine Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten anzustreben.

(2) Zur Planung und Durchführung der Maßnahmen nach Absatz 1 hat der Arbeitgeber unter Berücksichtigung der Art der Tätigkeiten und der Zahl der Beschäftigten

1. für eine geeignete Organisation zu sorgen und die erforderlichen Mittel bereitzustellen sowie

2. Vorkehrungen zu treffen, dass die Maßnahmen erforderlichenfalls bei allen Tätigkeiten und eingebunden in die betrieblichen Führungsstrukturen beachtet werden und die Beschäftigten ihren Mitwirkungspflichten nachkommen können.

(3) Kosten für Maßnahmen nach diesem Gesetz darf der Arbeitgeber nicht den Beschäftigten auferlegen.

Der Arbeitgeber ist also per Gesetz verpflichtet, seinem Arbeitnehmer die persönliche Schutzausrüstung, zu der auch Arbeitsschuhe gehören, zu stellen. Doch damit nicht genug. Er muss auch dafür Sorge tragen, dass die Schuhe nicht die Gesundheit gefährden. Dies liegt nicht nur im Interesse des Arbeitnehmers, sondern auch in seinem eigenen Interesse. Denn, wie eingangs bereits erwähnt, wirken sich die falschen Arbeitsschuhe nicht nur auf die Gesundheit des Arbeitnehmers aus. Auch die Arbeit kann darunter leiden.

Fazit

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Arbeitsschuhe für verschiedene Einsatzbereiche. Hier unterscheidet man zwischen verschiedenen Schutzklassen mit diversen Zusatzanforderungen. Bei der Wahl des richtigen Schuhs kommt es aber nicht nur auf die Sicherheitsmerkmale an. Denn auch der Tragekomfort und die Passform spielen eine wichtige Rolle beim Arbeitsschutz.

Die falschen Arbeitsschuhe können nicht nur der Gesundheit des Arbeitnehmers schaden. Indirekt führen Sie auch zu Fehlern, worunter letztlich die Arbeit leidet. Daher sollte es auch im Interesse des Arbeitgebers liegen, seinem Arbeitnehmer qualitativ hochwertiges Schuhwerk zur Verfügung zu stellen, welches den individuellen Bedürfnissen der Füße gerecht wird.