Beleuchtung am Arbeitsplatz: Daran müssen sich Arbeitgeber halten

Wie ein ergonomisch geformter Bürostuhl, so ist auch genügend Licht am Arbeitsplatz wichtig, um effizient arbeiten zu können. Das schreibt sogar das Arbeitsschutzgesetz vor.

Beleuchtung am Arbeitsplatz
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Wer effektiv arbeiten möchte bzw. soll, der benötigt einen Arbeitsplatz an dem man sich wohl fühlt und in Ruhe arbeiten kann. Die richtige Beleuchtung gehört zu einem gut ausgestatteten Arbeitsplatz dabei immer dazu. Denn eine schlechte Beleuchtung am Arbeitsplatz hat viele negative Auswirkungen. So verursacht sie zum Beispiel bei vielen Menschen Kopfschmerzen. Aber auch Konzentrationsprobleme und Müdigkeit können durch eine schlechte Beleuchtung hervorgerufen werden. Licht wirkt sich also im großen Maße auf die Leistungsfähigkeit aus. Deshalb sind optimale Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz ein absolutes Muss.

Aber nicht nur deswegen: sogar das Gesetz schreibt vor, dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitern einen ausreichend beleuchteten Arbeitsplatz zur Verfügung stellen müssen. Nicht nur, weil es unmenschlich wäre die Mitarbeiter „im Dunkeln sitzen zu lassen“, sondern weil es wie eben schon beschrieben die Konzentration und Motivation stark beeinträchtigt. Und noch viel wichtiger: eine ausreichende Beleuchtung am Arbeitsplatz verhindert auch Unfälle. Deshalb sind unter anderem auch die Beleuchtungsstärken am Arbeitsplatz gesetzlich geregelt. Worauf Arbeitgeber gemäß des Arbeitsschutzgesetzes in Bezug auf die Beleuchtung am Arbeitsplatz genau achten müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Das besagt das Arbeitsschutzgesetz

Nach §3 und §5 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) sind Arbeitgeber dazu verpflichtet den Arbeitsplatz der Mitarbeiter so einzurichten, dass diese bei der Ausübung ihrer Tätigkeit keine gesundheitlichen Schäden davontragen. Dazu zählt es eben auch den Arbeitsplatz richtig zu beleuchten. Sicherlich kommt es hierbei immer darauf an, wo sich der jeweilige Arbeitsbereich befindet (Büro, Werkstatt, Labor, usw.). Diesbezüglich sollten Arbeitgeber immer ein paar Grundregeln beachten, die wir nachfolgend einmal beschreiben möchten.

Mindestanforderungen an die Arbeitsplatzbeleuchtung

Grundsätzlich sollte die Beleuchtung am Arbeitsplatz mindestens 500 Lux betragen. Zudem sollte eine gleichmäßige Verteilung von Tages- und Kunstlicht herrschen und auch direktes und indirektes Licht am Arbeitsplatz gleichmäßig verteilt sein. Außerdem sollten sich Arbeitgeber bei der Gestaltung der Arbeitsplätze auch an ein paar Richtwerte bei der Beleuchtung halten. Denn je nach Arbeitsaufgabe benötigen Mitarbeiter unterschiedlich viel Helligkeit am Arbeitsplatz. Die optimale Beleuchtungsstärke ist aber auch abhängig vom Mitarbeiter. Beachten Sie daher prinzipiell am besten immer Folgendes:

Arbeitsbereich bzw. BesonderheitenBeleuchtungsstärke
Pausenräume, Verkehrszonen100 Lux
Arbeiten in Lagerräumen, Archive50 - 200 Lux
Verpackung und Versand, Drehen, Bohren und Fräsen, Verkaufsbereich200 - 300 Lux
Büroarbeitsplätze, Konferenz- und Besprechungsräume, Montage feiner Geräte, Arbeiten an Werkzeugmaschinen, Kassenbereich500 - 750 Lux
Technisches Zeichnen, Feinmechanik, Druckerei750 - 1000 Lux
Ältere oder am Sehorgan eingeschränkte Mitarbeiter750 - 1500 Lux
filigrane Aufgaben (Schleifen von Verzierungen, Handmalerei, Farbprüfung), Qualitätskontrolle1000 - 2000 Lux

Bei der Wahl der Lichtfarbe sollten Sie sich immer für Neutralweiß oder Tageslichtweiß entscheiden. Außerdem können Sie mit LED-Lampen Strom sparen und die Bürokosten senken.

Tipps für die Beleuchtung am Arbeitsplatz

❍ Tipp 1 – viel Tageslicht nutzen:

Gestalten Sie die Büroräume am besten so, dass Ihre Mitarbeiter so viel Tageslicht wie nur möglich nutzen können. Der Bildschirmarbeitsplatz sollte sich deshalb am besten immer so nah wie möglich am Fenster befinden. Und das optimalerweise in einem rechten Winkel zum Fenster, denn so kann das Tageslicht auf dem Bildschirm nicht blenden.

❍ Tipp 2 – für genügend Lichtquellen sorgen:

Tageslicht ist am Arbeitsplatz besonders wichtig. Aber auch künstliche Lichtquellen sind ein absolutes Muss. Dazu zählen sowohl eine ausreichende Deckenbeleuchtung als auch eine direkte Beleuchtung am Arbeitsplatz. Letztere sollten Sie am besten immer seitlich zum Arbeitsplatz anordnen.

Zusatztipp:
Wer nun meint auf den Schreibtischen und an den Decken müssen typische und vor allem langweilige Lampen ihren Platz finden, der irrt sich. Mit dem richtigen Leuchtmittel können heutzutage selbst Designerlampen den Arbeitsplatz verschönern. Bei Lampen wie denen von Louis Poulsen zum Beispiel hat jedes Detail einen bestimmten Zweck und dient der bestmöglichen Verbreitung von natürlich wirkendem Licht (gelesen auf www.getlight.de). Machen Sie also etwas aus Ihrem Büro und gestalten Sie es ganz nach Ihren Wünschen. Rasteranbaulampen in Büros gehören schließlich schon längst der Vergangenheit an.

❍ Tipp 3 – reflexionsarme Oberflächen verwenden:

Achten Sie darauf, dass Sie den Arbeitsplatz Ihrer Mitarbeiter mit möglichst reflexionsarmen Oberflächen ausstatten. Dazu zählen zum Beispiel Möbel, Schreibtische und Bildschirme. Das stört schließlich nicht nur beim Arbeiten, es kann auch zu Kopfschmerzen führen.

❍ Tipp 4 – helle Wandfarben bevorzugen:

Entscheiden Sie sich bei der Gestaltung der Wände am besten immer für helle Wandfarben. Diese können das Licht sanft reflektieren und den Raum so viel heller erscheinen lassen.

Zusatztipp:
Beachten Sie bei der Auswahl der Wandfarben aber auch die psychische Wirkung auf uns Menschen. Blaue und grüne Wände wirken beispielsweise beruhigend. Braune, gelbe, orange und weiße Wände wirken hingegen anregend. Wovon Sie komplett die Finger lassen sollten sind rote und violette Wandfarben. Sie wirken schließlich beunruhigend und aggressiv. Mehr über die Wirkung von Farben auf uns Menschen erfahren Sie unter alpina-farben.de.

1 Kommentar

  1. Wichtiger Artikel! Habe mir inzwischen sogar eine Tageslichtlampe direkt auf den Schreibtisch gestellt und bin von der Wirkung begeistert!

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