Weiterbildung für Hörakustiker: So erklimmen Sie die Karriereleiter

Ist die Ausbildung zum Hörakustiker beendet, sind Sie auf der Karriereleiter noch nicht am Ende angekommen. Welche Weiterbildungsmöglichkeiten es gibt, erfahren Sie hier.

Hörakustiker Weiterbildungsmöglichkeiten
© Erica Smit – Fotolia.com

Die Ausbildung zum Hörakustiker umfasst drei Jahre. In dieser Zeit lernen Sie wie man Hörsysteme individuell an die Kunden anpasst, wie Otoplastiken hergestellt werden, Sie haben Abdrücke für spezielle Hörsysteme genommen und gelernt wie man die entsprechenden Hörhilfen repariert und wartet. Nebenbei bleiben aber auch kaufmännische Arbeiten nicht auf der Strecke. Neben dem Erstellen und Kalkulieren von Angeboten, müssen Sie auch die Abrechnungen mit Krankenkassen durchführen und Kundenrechnungen erstellen. Ein umfangreiches Aufgabengebiet, was aber dennoch erweitert werden kann, in dem Sie unterschiedliche Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch nehmen.

Hörakustiker-Ausbildung beendet – Was nun?

Wenn Sie die Ausbildung zum Hörakustiker erfolgreich beendet haben, kann es auf der Karriereleiter noch ein Stück weiter nach oben gehen. Sie haben drei verschiedene Möglichkeiten:

  • Hörakustiker-Meister
  • Techniker für Medizintechnik
  • Studium Hörtechnik/Audiologie

❖ 1. Hörakustiker-Meister

Wer die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, der kann sich im Anschluss direkt für die Meister-Ausbildung anmelden. Um eine Zulassung zur Meisterprüfung zu bekommen, müssen Sie eine entsprechende Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Eine mehrjährige Berufserfahrung ist in diesem Fall nicht notwendig. Anders sieht es aus, wenn Sie die Ausbildung nicht abgeschlossen haben oder gar gemacht haben, dann müssen Sie eine mehrjährige Berufserfahrung vorweisen können.

Die Weiterbildung umfasst vier Teilbereiche:

  • Fachpraxis Teil 1
  • Fachpraxis Teil 2
  • Kaufmännische und rechtliche Grundlagen
  • Berufs- und arbeitspädagogische Grundlagen

Je nach Anbieter können die Inhalte aber ein wenig variieren. Die Kernpunkte bleiben aber erhalten. Dazu gehören z.B.:

  • Bestandteile des Hörorganes
  • Passende Hörhilfen auswählen, einstellen und an Kunden anpassen
  • Hörtests durchführen
  • Passgenaue Abdrücke nehmen
  • Otoplastiken herstellen
  • Hörgeräte montieren, programmieren und instand setzen
  • Psychologie der Menschen mit Hörbehinderung kennenlernen und verstehen
  • Fachtechnologie anwenden
  • Kalkulationen durchführen

Nach der erfolgreichen Weiterbildung haben Sie unterschiedliche Möglichkeiten Fuß zu fassen. So können Sie sich beispielsweise selbstständig machen und neue Fachkräfte ausbilden, bei industriellen Herstellern von Hörgeräten arbeiten oder aber in Betrieben des Hörgeräteakustiker-Handwerks tätig sein. Ihren Hauptbeschäftigungsort haben Sie meist in Werkstätten und Akustiklaboren.

Wie lange die Weiterbildung dauert, hängt vom Weiterbildungsanbieter ab und in welcher Unterrichtsform Sie ihn absolvieren (Vollzeit/Teilzeit/Fernunterricht).

❖ 2. Techniker für Medizintechnik

Wer für sich merkt, dass das Interesse am technischen Teil deutlich überwiegt, hat nach der Ausbildung die Möglichkeit einen Techniker für Medizintechnik zu absolvieren. Hier wirken Sie an der Entwicklung, Herstellung und Anwendung von medizinisch technischen Geräten mit. Sie können also beispielsweise die Hörgeräte der Zukunft entwickeln.

Die Techniker Ausbildung dauert je nach Form zwischen zwei und vier Jahre (Vollzeit/Teilzeit).

Während dieser Weiterbildung lernen Sie u.a.:

  • medizintechnische Geräte aufstellen und bedienen
  • medizintechnische Versorgungsanlagen planen und betreiben
  • Fehler an medizintechnischen Geräten analysieren und beheben
  • automatisierte Messverfahren nutzen
  • medizintechnische Verfahren anwenden

Des Weiteren finden aber auch normale Unterrichtsfächer wie Betriebswirtschaftslehre, Englisch und Soziologie statt.

Um die Ausbildung des Technikers beginnen zu können, müssen Sie die Berufsausbildung abgeschlossen und eine einjährige Tätigkeit in dem Bereich vorweisen können.

❖ 3. Studium Hörtechnik/Audiologie

Wer noch etwas tiefer in die Thematik Hörakustik und Audiologie eintauchen möchte, der hat auch die Möglichkeit ein Studium zu absolvieren. Die Akademie für Hörakustik in Lübeck bietet beispielsweise ein Bachelor-Studium der Hörakustik/Audiologie an. Eine wichtige Voraussetzung für dieses Studium ist mindestens Fachhochschulreife und eine abgeschlossene Ausbildung zum Hörakustiker.

Das Studium geht über 6 Semester und behandelt technisch-mathematische, hörakustik-medizinische und betriebswirtschaftliche Themen, die natürlich in der Berufspraxis stattfinden. Mit dem Abschluss Bachelor of Science erreichen Sie automatisch auch den theoretischen Teil der Meisterausbildung und können selbstständig ein Geschäft leiten.

Wer dann immer noch nicht genug hat, kann sich nach dem Bachelor Studium für den Master in Audiologie einschreiben. Hier spielt Forschung und Wissenschaft eine entscheidende Rolle. Mit dem Abschluss können Sie in folgenden Bereichen tätig werden:

  • Hörgeräteindustrie
  • Forschung
  • Produktentwicklung
  • Unterhaltungsindustrie
  • Medizintechnik

In einem Bereich spezialisieren

Nicht immer muss es ein Studium oder langjährige Weiterbildung sein. Viele Anbieter von Hörsystemen bieten regelmäßig Schulungen und Fortbildungen an, um ihre neuen Produkte und Technologien vorzustellen. Da die Technik sich relativ schnell weiterentwickelt, ist dies auch sehr wichtig, damit Sie immer auf dem aktuellen Stand sind.

Es gibt aber auch noch zusätzliche Weiterbildungen, in denen Sie sich spezialisieren können. Wer beispielsweise gern mit Kindern arbeitet, kann eine Weiterbildung zum Pädakustiker absolvieren. Eine weitere Möglichkeit wäre die Weiterbildung zum CI-Akustiker, der Menschen mit Hörinplantaten fachgerecht beraten kann.

Sie sehen, die Ausbildung zum Hörakustiker lässt sich vielseitig ausbauen. Es ist ein Beruf mit Zukunft, da die Gesellschaft immer mehr altert und viele von ihnen an Hörproblemen leiden.

Foto1: © Erica Smit - Fotolia.com