Bei starker Hitze arbeiten – Diese Tipps sorgen für Abkühlung

Das Arbeiten im Freien stellt bei Hitze eine große Belastung dar. Arbeitgeber müssen daher handeln und für Abkühlung sorgen. Hier finden Sie Tipps dafür.

Arbeiten bei Hitze im Freien
Beschäftigte sollten so viel wie möglich im Schatten arbeiten – © juefraphoto / stock.adobe.com

Bauarbeiter, Landschaftsgärtner und Tierpfleger – sie alle und noch viele andere Berufsgruppen müssen bei sämtlichen Witterungen im Freien arbeiten. Während Arbeitskleidung für den Winter für wohlige Wärme sorgt, steigt die Hitze den meisten Arbeitnehmern im Sommer sprichwörtlich zu Kopf. Sicherlich klingt es schön, den ganzen Tag an der frischen Luft zu arbeiten. Die Sommermonate haben jedoch auch ihre Nachteile.

Hitze, eine hohe Luftfeuchtigkeit und UV-Strahlung können nicht nur die Haut schädigen. Auch das Herz-Kreislauf-System und die Konzentration können darunter leiden. Kopfschmerzen, Schwindel und im schlimmsten Fall sogar ein Hitzschlag könnten die Folge sein. Deshalb sind Arbeitgeber in der Pflicht. Sie müssen dafür sorgen, dass es ihren Angestellten bei hohen Temperaturen gut geht. Und das nicht nur bei großer Hitze im Büro, sondern auch bei Arbeiten im Freien.

Wie können Arbeitgeber für Abkühlung sorgen?

Prinzipiell hat kein Arbeitnehmer Anspruch auf „hitzefrei“. Dennoch schreiben das Arbeitsschutzgesetz und die Arbeitsstättenverordnung den Schutz der Beschäftigten vor Einwirkungen durch Hitze vor. Wie Arbeitgeber diese Schutzmaßnahmen realisieren und was Arbeitnehmer selber vorbeugend gegen die Hitze unternehmen können, verraten die nachfolgenden Tipps.

Tipp 1 – Arbeitszeiten verschieben:

Arbeitgeber müssen in den warmen Monaten Hitzeperioden am Arbeitsplatz einkalkulieren. Bedeutet genau, dass sie die Arbeitszeiten an die heißen Temperaturen anpassen sollten. Der Arbeitsbeginn könnte beispielsweise in die frühen und kühleren Morgenstunden verschoben werden. So können die besonders anstrengenden Arbeiten direkt am Morgen erledigt werden, wenn es noch nicht so heiß ist.

Tipp 2 – Pausenzeiten anpassen:

In den heißen Sommermonaten ist es ratsam immer mal wieder eine kleine Pause von fünf bis zehn Minuten im Schatten einzulegen. Denn ein stetiges Arbeiten in der Hitze ist purer Stress für den Kreislauf. Bei einer kurzen Pause kann sich der Körper etwas erholen.

Außerdem ist es empfehlenswert die Mittagspause auszudehnen. Denn in der Zeit zwischen 11 und 15 Uhr ist die Sonneneinstrahlung am stärksten. Beschäftigte sollten sich in dieser Zeit lieber im Schatten aufhalten und erst in den späten Nachmittagsstunden die Arbeit fortsetzen. Arbeitgeber müssen hierbei jedoch beachten, dass zwischen Arbeitsende und Arbeitsbeginn elf Stunden liegen müssen.

Tipp 3 – Arbeitskleidung für den Sommer verteilen:

Arbeitskleidung Sommer
Helle Arbeitskleidung ist für den Sommer genau richtig – © mdworschak / stock.adobe.com

Die richtige Arbeitskleidung ist im Sommer das A und O, um sich vor der Hitze und auch der schädlichen UV-Strahlung zu schützen. Denn auch, wenn es noch so heiß draußen ist: das Arbeiten mit freiem Oberkörper ist ein absolutes No Go. Denn das Krebsrisiko erhöht sich so um ein Vielfaches. Arbeitgeber sollten deshalb geeignete Kleidung zur Verfügung stellen. Dazu zählen helle, UV-abweisende Ober- und Unterbekleidung sowie Kopfbedeckungen. Sport-Funktionsshirts mit UV-Schutz bieten beispielsweise einen angenehmen Tragekomfort.

Zusätzlich könnten Arbeitgeber ihren Angestellten eine Kühlweste für die Arbeit im Freien anbieten. Diese müssen lediglich „aktiviert“ werden, damit sie kühlen. Eine Hydrogel-Kühlweste wird dazu z.B. in Wasser getaucht. Verdunstet dieses, kühlt es den Körper ab. Bei PCM-Kühlwesten erfolgt die Kühlung hingegen durch flexible, nicht brennbare Kühlpads.

Des Weiteren ist es wichtig die Augen vor der schädlichen UV-Strahlung zu schützen. Deshalb sollten Arbeitgeber gut sitzende Sonnenbrillen mit CE-Kennzeichnung und der Filterkategorie 2 oder 3 verteilen.

Tipp 4 – Sonnencreme benutzen:

Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) gehört der weiße Hautkrebs zu den häufigsten Berufskrankheiten in der Bauwirtschaft. All die Körperstellen, die nicht mit Kleidung bedeckt werden können, müssen deshalb unbedingt mit ausreichend Sonnencreme behandelt werden. Ein Lichtschutzfaktor von mindestens 30 ist hier ein absolutes Muss, um Hautschädigungen zu vermeiden. Zudem sollte die Sonnencreme wasserfest sein. Schließlich lässt sich das Schwitzen bei heißen Temperaturen nicht vermeiden. Nachcremen ist deshalb auch sehr wichtig.

Tipp 5 – für Beschattung sorgen:

Wenn möglich, sollten Arbeitgeber dafür sorgen, dass ihre Angestellten im Schatten arbeiten. Ist dies nicht möglich, sollte geprüft werden, ob die Möglichkeit besteht ein Sonnensegel bzw. -planen zu spannen oder Sonnendächer aufzustellen.

Tipp 6 – viel trinken und sich richtig ernähren:

Wasser trinken
Bei Hitze ist es wichtig sehr viel zu trinken – © juefraphoto / stock.adobe.com

Während der heißen Sommermonate ist es sehr wichtig genügend Wasser oder Obstschorlen zu sich zu nehmen. Schließlich verliert der Körper durch das Schwitzen viel Flüssigkeit und Salze. Arbeitgeber sollten sich diesbezüglich kümmern und genügend Trinkwasser zur Verfügung stellen. Die Getränke sollten sich zudem immer im direkten Arbeitsumfeld befinden.

Aber auch die richtige Ernährung ist bei hohen Temperaturen sehr wichtig. Denn schwere und fettige Mahlzeiten belasten den Körper. Mehrere kleine und vor allem leichte Mahlzeiten sind besser verdaulich. Salate, kleine Sandwiches, kalte Suppen, Obst, Gemüse und Joghurt sind an heißen Sommertagen beispielsweise besser geeignete Speisen als Pizza, Pommes und Co.

Tipp 7 – für Erfrischung sorgen:

Bei extremer Hitze können sich alle, die im Freien arbeiten, etwas erfrischen, indem sie:

➭ Unterarmbäder machen/Handgelenke kühlen:

Dazu die Unterarme vollständig in kühles Wasser tauchen oder kaltes Wasser über die Venen und Arterien der Handgelenke fließen lassen.

➭ Nasse Handtücher nutzen:

Einfach ein Handtuch in kaltes Wasser tauchen, etwas ausdrücken und dann direkt auf dem Kopf unter dem Schutzhelm tragen. Das kühlt und schützt zugleich den Nacken vor der Sonne.

Arbeitgeber sollten die Einhaltung der Maßnahmen kontrollieren

Arbeitgeber haben eine Fürsorgepflicht. Deshalb sollten sie regelmäßig überprüfen, ob sich alle an die soeben genannten Maßnahmen halten bzw. die bereitgestellten Hilfsmittel nutzen. Und auch, wenn es noch so warm ist: Hitze entbindet Arbeitnehmer nicht von der Helmpflicht. Diese gilt es daher auch zu kontrollieren. Gleiches gilt für das Tragen von Arbeitsschuhen.

Was tun bei einem Hitzschlag?

Hitzschlag
Bei einem Hitzschlag muss schnell gehandelt werden – © New Africa / stock.adobe.com

In der Vergangenheit gab es immer mal wieder Todesfälle durch Hitzschläge bei Arbeiten im Freien. Arbeitgeber und auch -nehmer sollten deshalb auf den Notfall vorbereitet sein. Das gelingt, indem sie ihre Angestellten unterweisen und über die Erste-Hilfe-Maßnahmen aufklären. Hier ein Überblick über die Anzeichen und die zu ergreifenden Sofortmaßnahmen.

Symptome/Anzeichen für einen Hitzschlag:

  • Erhöhte Körpertemperatur
  • Beschleunigter Pulsschlag
  • Heiße, trockene Haut
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Benommenheit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bewusstlosigkeit

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Hitzschlag:

  1. Sofort den Notruf wählen
  2. Betroffene Person in den Schatten bringen
  3. Oberkörper hochlagern
  4. Enge Kleidung lockern
  5. Wasser anbieten und viel trinken lassen
  6. Kopf, Nacken und Körper mit feuchten Tüchern kühlen
  7. Bei Bewusstlosigkeit die stabile Seitenlage anwenden

Wichtig bei Bewusstlosigkeit:
Kontrollieren Sie die Atmung! Ist diese vorhanden, bringen Sie die betroffene Person in die stabile Seitenlage und beobachten Sie weiterhin die Atmung. Ist diese nicht vorhanden, beginnen Sie sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen.