Arbeitskleidung für den Winter – Unsere Tipps gegen Kälte & Nässe

Müssen Mitarbeiter im Winter im Freien oder in kalten Hallen arbeiten, ist das eine echte Herausforderung. Warme Arbeitskleidung ist deshalb ein absolutes Muss.

Bauarbeiter
Gute Winterarbeitskleidung schützt Ihre Mitarbeiter nicht nur vor der Kälte – © Kadmy / stock.adobe.com

Für Mitarbeiter der verschiedensten Branchen beginnen mit der Herbst- und Winterzeit die wohl unangenehmsten Arbeitsmonate des Jahres. Denn wer im Freien arbeiten muss, der ist nicht nur Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ausgesetzt. Auch Schnee, Regen und Hagel können den Spaß an der Arbeit trüben und dem Körper stark zusetzen. Warme und schützende Arbeitskleidung ist deshalb für alle, die ihre Arbeit draußen verrichten müssen, ein absolutes Must Have. Aber auch alle diejenigen, die in unbeheizten Hallen arbeiten, dürfen diesbezüglich nicht zu kurz kommen.

Arbeitgeber sollten deshalb rechtzeitig nach passender Arbeitskleidung für den Winter Ausschau halten, um ihre Mitarbeiter vor schlechter Witterung sowie auch Gefahren, die damit einhergehen können, zu schützen. Denn sowohl frieren als auch schwitzen ist in der kalten Jahreszeit ein No Go. Wir geben deshalb nachfolgend Tipps, wie Sie Ihre Mitarbeiter bestens für die kalte Jahreszeit ausstatten.

Besonders wichtig: die Sichtbarkeit

In der kalten Jahreszeit wird es später hell, früher dunkel und auch am Tag ist es nun eher etwas dunkler. Deshalb ist es wichtig, dass Mitarbeiter, die im Freien arbeiten, in der kälteren Jahreszeit gut sichtbare Arbeitskleidung tragen. Also entweder in Warnfarben wie Gelb oder Orange und/oder mit Reflexstreifen versehen. Wer Warnschutzkleidung im Winter tragen muss, sollte zudem darauf achten, dass diese der DIN EN 343 Klasse 3 entspricht. Denn diese Klasse schützt laut der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft am meisten vor eindringender Feuchtigkeit.

Nach dem Zwiebelprinzip kleiden

Arbeitgeber sollten ihre Mitarbeiter so gut es geht mit Winter-/Herbst-Arbeitskleidung ausstatten, damit diese nicht auskühlen. Denn kommt es so weit, sinkt die Leistungsfähigkeit und somit das Risiko für einen Arbeitsunfall. Obendrein könnten sie sich auch eine Erkältung oder Verspannungen zuziehen.

Prinzipiell ist es deshalb richtig, dass sich Mitarbeiter im Freien nach dem Zwiebelprinzip kleiden. Bedeutet also mehrere Schichten übereinander tragen. Denn auch, wenn es draußen kalt ist: fängt man erst einmal an zu arbeiten, kommt man unter dicker Kleidung schnell ins Schwitzen. Und genau darin liegt das Problem. Denn ist die Arbeitskleidung bei Minusgraden vollgeschwitzt, leidet die Gesundheit darunter. Daher ist es richtig sich in Schichten zu kleiden. So kann eine abgelegt werden, wenn es einem zu warm wird, und eine angelegt, wenn es wieder zu kalt wird.

So funktioniert das Zwiebelprinzip

Welche Kleidungsstücke sich am besten für das Zwiebelprinzip eignen, haben wir nachfolgend zusammengefasst:

1. Basisschicht:

Thermounterwäsche
Funktionsunterwäsche leitet die Feuchtigkeit vom Körper weg – © Embrace of Beauty / stock.adobe.com

Die unterste Schicht befindet sich direkt am Körper. Das ist also die Unterwäsche. Sicherlich können Sie Ihren Mitarbeitern nicht vorschreiben, welche Unterwäsche sie zu tragen haben. Sie können aber Tipps für die kalte Jahreszeit geben. Empfehlen Sie Ihren Mitarbeitern am besten Funktionsunterwäsche. Denn kommt der Körper ins Schwitzen, leitet die Funktionsunterwäsche die Feuchtigkeit vom Körper weg. Zudem ist sie wärmeisolierend. Wichtig ist dafür, dass sie eng anliegt.

2. isolierende Schicht:

Jacke aus Fleece
Fleece hat hervorragend isolierende Eigenschaften – © siraphol / stock.adobe.com

Über der Unterwäsche sollte eine isolierende Schicht getragen werden, die Feuchtigkeit vom Körper wegtransportiert. Außerdem sollte sie dafür sorgen, dass der Körper auf der richtigen Temperatur bleibt. Empfehlenswert sind hierfür Sweatshirts, Fleecejacken und -pullover. Denn gerade Fleece hat hervorragend isolierende Eigenschaften und bietet zudem einen maximalen Komfort.

Für kalte Tage gibt es sogar Arbeitspullover, die beheizbar sind. Hier sorgen Heizelemente im Brust- und Rückenbereich dafür, dass der Körper warm bleibt und man selbst in Pausen nicht auskühlt. Der kleine, wiederaufladbare Akku wird dazu einfach in der Akku-Tasche versteckt.

3. äußere Schicht:

➭ Jacke:

Winterarbeitsjacke
Winterarbeitsjacken müssen gegen Kälte und Feuchtigkeit schützen – © Serhii / stock.adobe.com

Die äußere Schicht sollte gegen Kälte, Regen, Schnee und Wind schützen, aber dennoch überschüssige Feuchtigkeit ableiten. Empfehlenswert sind hierfür Winter-Arbeitsjacken, die gut wattiert, im Rückenbereich länger geschnitten und wasser- sowie windabweisend sind. Bei Winterarbeitsjacken mit Membran kann zudem die Feuchtigkeit optimal zur Außenseite der Jacke transportiert werden und dort verdampfen. So bleibt der Körper trocken.

Bei Arbeiten in einer kalten Halle, benötigen Ihre Mitarbeiter keine dicken Winterjacken. Hier sind Softshelljacken besser geeignet. Sie schützen vor Nässe und Wind, sind atmungsaktiv und haben eine tolle Wärmeisolierung. Softshelljacken sind somit eine gut Kombination aus Kälteschutz und Atmungsaktivität, da sie Feuchtigkeit nach außen ableiten und der Körper somit trocken und warm bleibt. Und das ohne zu überhitzen. Deshalb bieten sich Softshelljacken auch optimal als Übergangsjacken für Arbeiten im Freien an.

➭ Hose:

Arbeitshosen
Dick gefütterte Winter-Arbeitshosen sind für draußen optimal – © Nikolay N. Antonov / stock.adobe.com

Natürlich müssen auch die Beine im Winter vor der Kälte geschützt werden. Hier sollten Sie auf winterfeste Arbeitshosen setzen, die Kälte und Feuchtigkeit draußen lassen und den Körper zugleich gut wärmen. Bei der Auswahl dürfen Sie den Tätigkeitsbereich Ihrer Mitarbeiter aber nicht außer acht lassen. Sind Ihre Mitarbeiter während der Arbeit viel in Bewegung? Dann sollten Sie sich für Winterarbeitshosen mit einem leichten Futter oder für Arbeitshosen aus einem schweren Material entscheiden. Ansonsten sind dick gefütterte Winterarbeitshosen optimal.

Das darf im Winter an Arbeitskleidung auch nicht fehlen

Arbeitsschutz Ausrüstung
Auch richtige (Hand-)Schuhe sind im Winter wichtig – © mihalec / stock.adobe.com

❍ Schuhe:

Winterarbeitsschuhe sollten gefüttert sein, eine ausreichend rutschfeste Sohle besitzen und zudem wasserfest sein. Achten Sie beim Kauf daher auf die Kennzeichnungen CI für Kälteisolierung, SRC für Rutschhemmung und WR/WRU für Wasserresistenz. Zudem sollten Winterarbeitsschuhe statt Stahlkappen Kunststoffkappen besitzen, da Stahlkappen die Kälte anziehen und speichern.

Bei der Wahl der richtigen Winterarbeitsschuhe dürfen Sie aber nicht die essenziellen Funktionen vergessen, die Arbeitsschuhe an den Einsatzorten in Ihrem Betrieb benötigen. Denn Arbeitsschuhe sollten die Füße nicht nur im Winter warm halten, sondern auch den jeweiligen Schutzanforderungen genügen. Diese werden in sieben Klassen unterschieden, wobei jede Schutzklasse nach DIN EN ISO 20345 unterschiedliche Funktionen hat.

❍ Arbeitshandschuhe:

Fallen die Temperaturen im Winter, sind Arbeitshandschuhe ein absolutes Muss. Denn kühlen die Finger zu stark aus, schränkt das die Beweglichkeit ein. Setzen Sie deshalb auf Arbeitshandschuhe, die wasserundurchlässig aber luftdurchlässig sind und verstärkte Fingerspitzen besitzen. Dies erleichtert die Arbeit.

Arbeitshandschuhe bestehen in der Regel aus Leder, Latex oder einer Kombination aus Nitril und PVC. Spezifische Kälteschutzhandschuhe, werden laut DGUV Regel 112-189 (bisher BGR 189) übrigens ab einer Temperatur von -5°C notwendig.

❍ Kopfbedeckung:

Bei Arbeiten in der Kälte geht auch Wärme über den Kopf verloren. Um dies zu verhindern, bietet es sich an, dass Mitarbeiter eine Mütze tragen. Materialien wie Fleece und Strick sind hier eine gute Wahl. Wichtig ist jedoch vor allem, dass der Arbeitsschutzhelm trotzdem gut sitzt, um bei einem Arbeitsunfall nicht am Kopf verletzt zu werden.