Skonto buchen – So machen Sie es richtig

Bei Skonto handelt es sich um einen Preisnachlass für den Kunden, der buchhalterisch erfasst werden muss. Wie Sie Skonti buchen, erklären wir hier.

Skonto buchen
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Skonto zählt zu den Anschaffungspreisminderungen und fällt dabei in eine Rubrik mit Rabatten oder Boni. Diese Preisnachlässe werden vom Verkäufer dem Kunden gewährt. Für den Käufer ergibt sich nicht nur eine Ersparnis im Geldbeutel, sondern auch einige Dinge, die in steuerlicher Hinsicht beachtet werden müssen.

Welchen Nutzen haben Skonti und warum werden sie gewährt?

Skonti sind Nachlässe auf den Anschaffungspreis, welcher vom Unternehmen mit dem Ziel gewährt wird, eine möglichst zeitnahe Zahlung durch den Kunden zu erreichen. Der Rechnungsbetrag verringert sich also nur unter der Bedingung einer beschleunigten Zahlung. Hierfür wird ein bestimmtes Zahlungsziel genannt. So sind zum Beispiel 3% Skonto bei einer Zahlung innerhalb von sieben oder vierzehn Tagen gängig. Erfolgt die Zahlung zu einem späteren Zeitpunkt, verliert der Käufer seinen Anspruch auf Preisminderung.

Skonto ist nicht mit Rabatten zu verwechseln. Mengen- oder Treuerabatte mindern zwar auch den Verkaufspreis, sind aber steuerlich nicht relevant. Im Gegensatz zu Rabatten müssen Skonti buchhalterisch erfasst werden.

Buchungsbeispiel

Ausgangssituation
Auf der Rechnung für ein Boxspringbett im Wert von 1.500 Euro ist ein Skontobetrag von 3% bei einer Zahlung innerhalb von 14 Tagen nach Warenlieferung aufgeführt.

Bruttoskonto:
Die Rechnung umfasst 1.500 Euro
Der Skontobetrag liegt bei 45 Euro
Der Kunde zahlt nach Skontoabzug 1.455 Euro

Nettoskonto:
Verändert sich der Preis, zieht dies auch eine Änderung von Umsatz- oder Vorsteuer nach sich.

Bruttoskonto = 45 Euro
45 Euro /1,19 = 37,82 Nettoskonto

Der Skontobetrag enthält also 7,18 Euro Vorsteuerkorrektur.

Die Verbuchung kann nun auf zwei Arten erfolgen:

1. Bruttobuchung

Verbindlichkeiten: 1.500 Euro
an Lieferskonto 45 Euro
an Bank 1.455 Euro

Buchung der Steuerkorrektur erfolgt als zweite Buchung

Lieferskonto: 7,18 Euro
an Vorsteuer 7,18 Euro

2. Nettobuchung
Das Nettobuchungsverfahren wird in der Praxis häufiger angewandt.

Verbindlichkeiten: 1.500 Euro
an Lieferskonto 45 Euro
an Vorsteuer 7,18 Euro
an Bank 1.455 Euro

Da direkt gebucht wird, kann die zweite Buchung entfallen. Der Nettoskonto wird direkt gebucht, statt auf einem extra Konto gesammelt und erst zum Ende des Abrechnungszeitraums als Sammelbuchung korrigiert und verbucht zu werden.

Vor- und Nachteile von Bruttobuchung und Nettobuchung

BuchungsartVorteileNachteile
BruttobuchungDie Bruttobuchung ist übersichtlich, da die Steuerkorrektur separat ausgewiesen wird. Hierfür wird das Unterkonto Lieferskonti eingerichtet. Das Verfahren ist aufwendiger und daher in der Praxis kaum üblich.
NettobuchungDie Nettobuchung wird häufig angewandt und macht eine zweite Buchung überflüssig. Der Skontobetrag wird direkt verbucht und kann nicht auf einem gesonderten Konto gesammelt und eingesehen werden. Daher ist die Methode weniger übersichtlich.

Skontoabzug in der Bilanz

Der Skontoabzug als Aufwandsbuchung führt zu einer Reduzierung des Eigenkapitals auf der Sollseite der Bilanz. Dies geschieht über ein separates Konto, wie eben unter Bruttobuchung beschrieben, oder über eine Sollbuchung bei den Erlösen. Die Nettobuchung ist durchaus im kaufmännischen Sinne korrekt. Die Bruttobuchung sorgt für mehr Übersicht, da sofort erkennbar ist, wie viel Erträge dem Unternehmer durch die Einräumung von Skonti letztlich verlorengehen.

Wer Skonto gewährt, stellt automatisch eine niedrigere Forderung an den Kunden. Die Bilanzsumme minimiert sich, da ein Konto auf der Aktivseite und auf der Passivseite einen niedrigeren Wert aufweist.

Tipp: Skonto zu gewähren, ist immer auch als Minderung des Gewinns zu verstehen, da sich der Umsatz verringert, wenn der Kunde das Zahlungsziel einhält und damit Skonto gewährt bekommt.

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