Gesundheit am Arbeitsplatz – 7 Tipps für Arbeitgeber

Mit gesundheitsfördernden Maßnahmen am Arbeitsplatz schaffen Unternehmer ein positives Arbeitsklima, mehr Motivation und vor allem weniger Krankentage.

Gesundheit am Arbeitsplatz
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Wie wollen wir arbeiten? Nach einer Forsa-Studie im Auftrag der HIH Real Estate ist es gerade der Generation der Berufseinsteiger wichtig, wie der eigene Arbeitsplatz aussehen soll. Dabei spielt die Gesundheit eine entscheidende Rolle.

Wenn Sie Arbeitgeber sind und ein Büro bzw. einen Arbeitsplatz neu einrichten wollen, sind Sie deshalb in der Pflicht, einige wichtige Faktoren zu beachten, damit die Gesundheit des Mitarbeiters an seinem Arbeitsplatz gewährt wird.

1. Akustik – weniger Lärm, mehr Konzentration

Unsere Ohren tragen mehr zu unserem Wohlbefinden bei, als wir ihnen zutrauen. Wenn permanent das Telefon klingelt, der Drucker rattert und die Kollegin das Radio aufgedreht hat, fällt auch dem motiviertesten Mitarbeiter die Konzentration schwer. Gerade Menschen, die den ganzen Tag in lauter Umgebung arbeiten, stellen schnell fest, wie wohltuend Ruhe sein kann. Geben sie deshalb besonders den Mitarbeitern ruhige Arbeitsplätze, die Schreiben, designen oder sich anderweitig konzentrieren müssen. Mit einer durchdachten Büroaufteilung, schallschluckenden Akustikmöbeln und eventuell mit Hilfe von Lärmschutz-Kopfhörern sorgen Sie so nicht nur für mehr Gesundheit, sondern auch für eine höhere Produktivität.

2. Ergonomie – Alles für den Rücken

Bei einer überwiegend sitzenden Tätigkeit ist ein ergonomischer Bürostuhl besonders wichtig. Der Schreibtischstuhl muss aber zu hundert Prozent an die Anforderungen des jeweiligen Mitarbeiters angepasst sein. Die richtige Sitzhaltung, ausreichend Bewegungsfreiheit und mehrfache Verstellmöglichkeiten der Sitzposition, können Rückenprobleme langfristig verhindern. Gleiches gilt für den Schreibtisch, der am besten höhenverstellbar sein sollte. So kann der Mitarbeiter selbst entscheiden, ob er einen Teil seiner Arbeitszeit im Stehen verbringt, denn auch dies ist nach neuesten Erkenntnissen gut für die Rückengesundheit.

3. Gesunde Ernährung – für mehr Motivation

Zu wenig Bewegung ist einer der Hauptgründe für Übergewicht. Wer übergewichtig ist, wird anfälliger für Bluthochdruck, Diabetes und andere „Volkskrankheiten“. Schützen Sie Ihre Mitarbeiter davor, indem Sie gesunde Kost im Büro anbieten. Immer einen Vorrat an Mineralwasser und eine Obstschale können ein Anfang sein. Erwiesen ist auch, dass der Körper seine Energie in die Verdauung steckt. Das heißt, auch die Motivation lässt nach, wenn zum Beispiel das Mittagessen extrem Kohlenhydratreich ausfällt. Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter, sich gesund zu ernähren – wenn möglich mit einer kleinen Büroküche, in der gesunde Speisen schnell und einfach zubereitet werden können.

4. Pausen – kleine Auszeiten geben Kraft

Essen, Kopf frei kriegen, sich bewegen, mit den Kollegen reden oder Kaffee holen – so in etwa sollte eine Pause aussehen. Vorgesetzte sidn angehalten, die Pausen Ihrer Mitarbeiter auch als solche zu respektieren und dienstliche Aufgaben in dieser Zeit von ihnen fernhalten. Und auch abseits der regulären Pausenzeiten sollte Raum für ein kurzes Luftholen bleiben. Ob die Raucher vor die Tür gehen oder sich zwei Kollegen bei einem Kaffee unterhalten, macht dabei keinen Unterschied. Gerade bei Bildschirmarbeitsplätzen kommt noch hinzu, dass eine Auszeit von fünf Minuten pro Stunde laut Bildschirmarbeitsverordnung sogar Vorschrift ist.

5. Arbeitsklima – für respektvollen Umgang sorgen

Um den Kontakt mit anderen Menschen kommen Sie nur an den wenigsten Arbeitsplätzen vorbei – und den meisten gefällt gerade das an Ihrem Job. Doch Kollegen sind nicht nur ein Quell der Freude, sondern auch verantwortlich für Stress, Druck und Krankheiten. Ein respektvolles Arbeitsumfeld zu schaffen, sollte daher das Ziel einer jeden Unternehmensführung sein. Insbesondere Mobbing, Ausgrenzung oder systematisches Ausnutzen eines einzelnen Kollegen muss mit allen Mitteln unterbunden werden. Hier gerade in gewachsenen Strukturen den richtigen Hebel zu finden, kann ein unangenehmer und auch schmerzhafter Prozess für alle Seiten sein.

Neben der psychischen sind Kollegen aber auch für die physische Gesundheit verantwortlich. Insbesondere bei Krankheiten gilt deshalb: zu Haue bleiben. Nur allzu oft gibt es Mitarbeiter, die sich in der Pflicht sehen und deshalb trotz Erkältung, Grippe oder Ähnlichem den Gang an den Arbeitsplatz auf sich nehmen. Das ist allerdings ein sicherer Weg, die halbe Belegschaft anzustecken. Vorgesetzte sollten hier, bei allem Lob für den Einsatz, eine klare Linie fahren und die kranke Person nach Hause schicken.

6. Einrichtung – Wohlfühlklima schaffen

Nicht nur der Bürostuhl oder der ergonomische Schreibtisch tragen zur körperlichen Gesundheit bei. Auch die restliche Einrichtung ist wichtig, denn wer sich am Arbeitsplatz wohlfühlt, wird weniger krank. Um die Augen zu schonen und insbesondere Kopfschmerzen zu vermeiden, sind eine ausreichende Beleuchtung und gute Bildschirme unerlässlich. Und etwas Farbe, ein paar Bilder und einige Pflanzen erhöhen den Wohlfühlfaktor beträchtlich und fördern so ein positives Arbeitsklima.

7. Frische Luft – Streitpunkte vermeiden

Befinden sich in einem Büro mehrere Personen, ist der Streit um die richtige Belüftung schon fast vorprogrammiert. Ist es dem einen zu warm, ist dem anderen noch immer kalt. Offene Fenster bringen Lärm und Gerüche, aber auch frische Luft. Und die optimale Temperatur der Heizung ist ein ständiger Krisenherd. Dabei sind die meisten dieser Probleme mitnichten gesundheitlicher Natur. Denn ein wenig Kälte schadet ebenso wenig, wie ein offenes Fenster. Kompromissbereitschaft und eine sinnvolle Aufteilung von Büropartnern können im Zweifel schnell Abhilfe schaffen. Einzig, wenn sich ihr Unternehmen an einer Hauptverkehrsstraße befindet, sollte über alternative Belüftungssysteme nachgedacht werden.

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