Ergonomie am Arbeitsplatz – 4 Maßnahmen für gesundes Arbeiten

Mit unseren Praxistipps lässt sich Ergonomie am Arbeitsplatz in jedem Büro umsetzen, denn die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter sollte Ihnen am Herzen liegen!

Ergonomie am Arbeitsplatz
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Wer acht Stunden und mehr im Büro verbringt, der weiß am Ende des Tages was er getan hat – spürt das leider aber auch oft körperlich. Geschwollene Beine, die Augen brennen und der Rücken schmerzt vom Nacken bis über die komplette Lendenwirbelsäule. Schuld an diesen gesundheitlichen Beschwerden kann eine falsche Sitzhaltung sein, zu wenig Bewegung, vor allem aber fehlende Ergonomie am Arbeitsplatz. Um chronische Krankheiten vorzubeugen, sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen in der Pflicht, ergonomische Bedingungen im Office zu schaffen und vor allem auch einzuhalten.

Ergonomie Definition
Ergonomie ist eine Zusammensetzung aus den beiden altgriechischen Wörtern „ergon“ (Arbeit) und „nomos“ (Gesetz). Die Ergonomie bezeichnet die Wissenschaft von der menschlichen Arbeit, insbesondere der wechselseitigen Anpassung der Menschen und ihren Arbeitsbedingungen.

Da mit dieser theoretischen Aussage aber fast niemand etwas anfangen kann, widmen wir uns nun dem praktischen Teil und den Möglichkeiten, Ergonomie am Arbeitsplatz optimal umzusetzen.

❶ Ergonomie für Raum und Umgebung

ergonomisches Büro
Tageslicht kombiniert mit Kunstlicht | © virtua73 / stock.adobe.com
Ein optimaler ergonomischer Arbeitsplatz beginnt bereits bei der Auswahl der Büroräume und deren Ausstattung.

  • Achten Sie auf Lärmschutz! Lärm erhöht den Stresspegel und senkt die Leistungsfähigkeit. Der Lärmpegel sollte deshalb nicht über 55db(A) liegen. Auch übermäßige Geräusche von Drucker, Kopierer oder Faxgerät werden als Lärm empfunden.
  • Das Büro sollte weder zu warm, noch zu kalt sein. Optimal ist eine Raumtemperatur zwischen 20 und 22°C.
  • Frische Luft ist gesund! Das Büro muss deshalb regelmäßig gelüftet werden – 5 Minuten Stoßlüften genügen. Dadurch wird auch die Luftfeuchtigkeit erhöht, die zwischen 40 und 60 Prozent liegen sollte. Auch Pflanzen im Büro können dazu beitragen, das Raumklima zu verbessern.
  • Pro Bildschirmarbeitsplatz steht im besten Fall eine Fläche von 10 m² zur Verfügung. Der Mitarbeiter muss ohne Probleme aufstehen und sich mit seinem Stuhl frei bewegen (rollen) und gefahrlos drehen können.
  • Nichtraucherschutz! Die Arbeitsstättenverordnung §5 sagt aus:
    Der Arbeitgeber hat die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die nicht rauchenden Beschäftigten in Arbeitsstätten wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch geschützt sind. Soweit erforderlich, hat der Arbeitgeber ein allgemeines oder auf einzelne Bereiche der Arbeitsstätte beschränktes Rauchverbot zu erlassen.

❷ Lichtverhältnisse im Büro

Ein schlecht oder falsch ausgeleuchtetes Büro zerrt an der Konzentration und erhöht die Müdigkeit.

  • Optimal ist Tageslicht, wobei Sonnenschutz an den Fenstern vorhanden sein sollte.
  • Bei Kunstlicht sollte auf warmes Licht zurückgegriffen werden, hier sind Wandstrahler zu bevorzugen oder Deckenlampen direkt über dem Monitor. Lampen auf dem Schreibtisch sind ungünstig – die Augen ermüden dadurch schneller.
  • Schattenblidung auf dem Schreibtisch oder der Tastatur ist zu vermeiden.
  • Generell sollte das Büro gleichmäßig ausgeleuchtet werden, ohne jegliches Flimmern oder Flackern.

❸ Ergonomischer Bürostuhl und Schreibtisch

ergonomischer Schreibtisch
Sehr gesund: öfter mal im Stehen arbeiten | © mokee81 / stock.adobe.com
Rückenprobleme sind, laut Deutsches Ärzteblatt, der Grund für jeden 11. Fehltag von deutschen Beschäftigten. Ergonomische Büromöbel zählen deshalb zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen.

➔ Ergonomischer Bürostuhl

  • Die durchschnittliche Sitzbreite liegt zwischen 40 und 48 cm, die Sitzhöhe variiert zwischen 42 – 53 cm.
  • Die Sitzhöhe muss stufenlos verstellbar sein, gleiches gilt für die Armlehnen (unverzichtbar!)
  • Neueste Modelle, wie der Haider Bioswing, erfüllen alle genannten Anforderungen zu 100 Prozent und nicht nur das. Durch spezielle High Performance Technologie (Synchronmechanik, 3D Sitzwerk®) konnte ein ergonomisch und orthopädisch perfekter Bürostuhl entwickelt werden.
  • Egal für welchen Bürostuhl Sie sich entscheiden, es gilt:
    Jeder Mensch sitzt anders! Der Bürostuhl muss daher individuell an jeden Mitarbeiter angepasst werden.

➔ Ergonomischer Schreibtisch

  • Eigentlich selbstverständlich aber leider nicht die Norm: der Schreibtisch muss fest stehen, darf nicht Kippeln und nicht Wackeln.
  • Die Tischplatte sollte ausreichend Platz bieten – Größe mindestens 1,60m x 0,80m.
  • Um Verletzungen zu vermeiden, sind die Ecken abgerundet.
  • Die Tischhöhe muss an die Körpergröße des Mitarbeiters angepasst werden. Ergonomisch noch besser: der Schreibtisch lässt sich in der Höhe elektrisch verstellen, dies ermöglicht wahlweise das Arbeiten im Stehen.
  • Unterm Schreibtisch muss ausreichend Beinfreiheit vorhanden sein.

❹ Ergonomischer Bildschirm

ergonomischer Monitor
Je größer der Bildschirm, desto weiter der Abstand | © fizkes / stock.adobe.com
  • Der Bildschirm steht am effektivsten, wenn der Abstand zwischen Monitor und Mitarbeiter zwischen 50cm und 70cm beträgt – als Faustregel gilt eine Armlänge.
  • Zu kleine Monitore verursachen Augenprobleme und Kopfschmerzen, empfehlenswert sind mindestens 24 Zoll in der Diagonale.
  • Wenn räumlich machbar, befindet sich hinter dem Bildschirm KEIN Fenster – so werden störende Reflexionen vermieden. Alternative: ein ergonomischer Monitor mit Auto EcoView-Funktion – die Bildschirmhelligkeit passt sich automatisch den Lichtverhältnissen an, die Augen ermüden nicht so schnell.
  • Monitore die flackern, oder bei denen Helligkeit und Kontrast nicht mehr optimal aufeinander abgestimmt sind, sollten umgehend erneuert werden.
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