Berufsbild MFA: Tätigkeitsfeld, Ausbildung und Karriere

Für die Ausbildung zum / zur Medizinischen Fachangestellten ist zwar eine Schulbildung erforderlich. Aber auch die Persönlichkeit spielt eine große Rolle.

Beruftsbild MFA
© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Auf der Suche nach einem Job im Gesundheitssektor finden sich zahlreiche spannende Tätigkeiten. Auch das Berufsbild der Medizinischen Fachangestellten (kurz MFA), die häufig in Arztpraxen oder Versorgungszentren tätig sind, gehört hierzu. Ihr breites Aufgabenspektrum sorgt für Abwechslung und bringt große Verantwortung mit sich. Doch wie gestaltet sich dieser Beruf genau und wie sind die Zukunftsaussichten?

Was machen MFA?

Medizinische Fachangestellte zählen zu den wichtigsten Personen in Praxen. Sie behalten während des gesamten Tages den Überblick und sorgen dafür, dass alles möglichst problemlos abläuft. Dabei stehen MFA sowohl mit Ärzten als auch mit Patienten in regem Kontakt und gelten als Bindeglied zwischen beiden Parteien.

Zu den Aufgabengebieten der MFA in einer Praxis gehören daher Tätigkeiten, welche das Praxismanagement betreffen. So kümmern sie sich beispielsweise um

  • regelmäßige Materialbestellungen,
  • notwendige Abrechnungen,
  • die Terminplanung,
  • die Pflege von Patientenakten,

  • die Kommunikation mit Dienstleistern
  • und eine datenschutzkonforme Dokumentation.


Doch damit nicht genug. Da MFA auch dicht am Patienten arbeiten, fallen in ihren Aufgabenbereich auch Tätigkeiten, welche der direkten Versorgung dienen. Sie übernehmen unter anderem
  • die Wundversorgung,
  • die Assistenz bei Untersuchungen wie EKG,
  • die Blutentnahme,
  • die Verabreichung von Impfungen,

  • das Nehmen von Abstrichen,
  • das Anlegen von Verbänden
  • und die hygienische Pflege der Räumlichkeiten.


Weitere Aufgaben ergeben sich in aller Regel aus den individuellen Notwendigkeiten und Abläufen innerhalb der jeweiligen Praxis. Da MFA essenzielle Arbeitskräfte sind, kann ihr Tätigkeitsfeld folglich äußerst breitgefächert ausfallen. Dies verleiht dem Beruf jede Menge Zukunftspotenzial. Und weil sich die Anzahl der Medizinischen Versorgungszenten in Deutschland laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung kontinuierlich erhöht (siehe MVZ-Statistik der KBV), dürften sich auch hier immer neue Möglichkeiten auftun.

Darüber hinaus ergibt sich auch aus der aktuellen Pandemiesituation heraus zusätzlicher Bedarf für diese Art von Fachpersonal. Im Zuge der demnächst anlaufenden Corona-Impfungen gibt es zahlreiche Jobs für ausgebildete MFA. So beispielsweise in Kliniken oder in mobilen Impfteams des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (MSGFF).

Der Ausbildungsablauf im Überblick

Ausbildung MFA
MFA lernene unter anderem auch in Krankenhäusern – © Monkey Business / stock.adobe.com
Wer als MFA arbeiten möchte, muss zunächst eine Ausbildung absolvieren. Diese nimmt rund drei Jahre in Anspruch und findet sowohl in Betrieben wie Arztpraxen, MVZ, Kliniken oder Laboren als auch in der Berufsschule statt. Zu Beginn der Ausbildung, welcher meist im Februar oder August liegt, müssen Lehrlinge zunächst einige wichtige Unterlagen bereithalten. Hiernach sieht die Ausbildungsordnung einen festen Rahmen vor, der späteren MFA die bedeutendsten Fähigkeiten und essenzielles Wissen vermitteln soll.

Zu den Ausbildungsinhalten in der Praxis gehören vor allem jene Aufgaben, die den direkten Patientenkontakt erfordern und auf die Administration der Praxis abzielen. Im schulischen Umfeld lernen angehende MFA alles, was zum theoretischen Verständnis beiträgt. Ferner stehen auch allgemeinbildende Inhalte auf dem Stundenplan.

Eineinhalb Jahre nach Ausbildungsbeginn steht für die Auszubildenden eine Zwischenprüfung an. Diese wird schriftlich absolviert und dauert rund zwei Stunden. Sie dient dazu, den aktuellen Lernstand zu ermitteln und ggf. Nachholbedarf zu identifizieren. Am Ende der Ausbildung teilt sich die Abschlussprüfung in einen praktischen und einen theoretischen Teil auf, die beide bestanden werden müssen.

Voraussetzungen für eine MFA-Ausbildung

Ob die Ausbildung zum/zur MFA die richtige Entscheidung ist, lässt sich unter anderem anhand der Anforderungen erkennen. Es muss zwar keine besondere Vorbildung vorhanden sein, ein Schulabschluss ist arbeitgeberseitig jedoch in aller Regel nötig. Ein Großteil der MFA-Auszubildenden verfügt über einen Realschulabschluss. Zudem braucht es ein Attest, welches den Bewerbern bescheinigt, dass sie den Beruf gesundheitlich bewältigen können.

Ein nicht zu unterschätzender Teil der Voraussetzungen sind die sogenannten „Soft Skills“. Sie beschreiben keine messbaren Fähigkeiten, sondern vielmehr die Persönlichkeit der Bewerberinnen und Bewerber. Elementar für die Tätigkeit als MFA sind in erster Linie:

  • ein hohes Einfühlungsvermögen
  • gutes Kommunikationstalent
  • Belastbarkeit
  • Organisationstalent

  • hohes Verantwortungsbewusstsein
  • Gewissenhaftigkeit
  • eine hohe Frustrationstoleranz
  • gute Impulskontrollfähigkeiten

Wie viel verdienen Medizinische Fachangestellte?

Das Ausbildungsgehalt steigt während der drei Jahre regelmäßig. Im ersten Jahr erhalten angehende MFA 865 Euro brutto monatlich. Im zweiten Jahr erhöht sich das Gehalt auf 910 Euro brutto und im dritten auf 960 Euro brutto pro Monat. Dieses Gehalt gilt in ganz Deutschland.

Auch nach der Ausbildung verdienen MFA oftmals nach einheitlichen Regelungen. Der Tarif bildet den Rahmen, während Tätigkeitsgruppen und Arbeitsstunden über das letztendliche Einkommen entscheiden. Eine Vollzeitkraft erhält seit April 2019 mindestens 1.931,56 Euro und höchstens 3.806,49 Euro brutto pro Monat.

Für Teilzeitkräfte gilt: um ihr Einkommen zu errechnen, wird das Monatsgehalt einer entsprechenden Vollzeitkraft durch 167 geteilt. Dies ergibt den Stundenlohn, welcher als Grundlage für das monatliche Gehalt herangezogen wird.

Mitunter können MFA auch abseits der Tarifverträge entlohnt werden. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sie im öffentlichen Dienst oder bei kirchlichen Trägern tätig sind. Ein weiterer Faktor, der für Abweichungen sorgen kann, sind mögliche Hausverträge, welche Kliniken für sich aufstellen.

Weiterbildungsmöglichkeiten: Lebenslang lernen

Grundsätzlich bieten sich MFA das gesamte Berufsleben lang Optionen, um sich zielführend weiterzubilden. Diese sollten wahrgenommen werden, um die eigenen Fähigkeiten auszuweiten und somit noch mehr Verantwortung übernehmen zu können. Außerdem kann dadurch eine höhere Entlohnung erzielt werden.

Wie die Bayerische Landesärztekammer angibt, können MFA beispielsweise folgende Weiterbildungen absolvieren:

  • Fachwirt/in für ambulante Versorgung
  • Nichtärztliche/r Praxisassistent/in
  • Fachwirt/in im Gesundheit- und Sozialwesen

Abgesehen davon besteht die Möglichkeit, an individuelleren Fortbildungen rund um Themen wie Administration und Management teilzunehmen.