Fachkraft für Wasserversorgungstechnik: Voraussetzungen, Ausbildungsinhalte & Qualifikationsmöglichkeiten

Technisches Interesse, abwechslungsreiches Aufgabengebiet und gute Karrierechancen – Wenn das Ihrem Anforderungsprofil entspricht, ist die Fachkraft für Wasserversorgungstechnik genau der richtige Beruf für Sie.

Fachkraft für Wasserversorgungstechnik: Voraussetzungen, Ausbildungsinhalte & Qualifikationsmöglichkeiten
© Pixelwolf2 – Fotolia.com

Sauberes Wasser aus der Leitung ist für viele das natürlichste auf der Welt. Doch selbstverständlich ist das nicht. Das Rohwasser aus Brunnen, Flüssen und Seen muss erst einmal aufbereitet werden, damit es überhaupt zu Trinkwasser wird und dementsprechend ins Leitungsnetz eingespeist werden kann. Für diese Aufgaben ist die Fachkraft für Wasserversorgungstechnik zuständig.

Aber das ist natürlich noch längst nicht alles. Wir möchten Ihnen hier einen Überblick geben welche Voraussetzungen für die technische Ausbildung nötig sind, was Sie während der Ausbildung erwartet und welche Möglichkeiten Ihnen anschließend offen stehen.

Fachkraft für Wasserversorgungstechnik: Was erwartet mich in diesem Beruf?

Der Beruf „Fachkraft für Wasserversorgungstechnik“ ist längst kein langweiliger Job. Computer, Maschinen, Natur – es ist einfach von jedem Bereich etwas dabei. Abwechslungsreiche Arbeiten stehen also an der Tagesordnung.

Als Fachkraft für Wasserversorgungstechnik sind Sie z.B. dafür zuständig, dass sauberes Trinkwasser durch die Rohre fließt. Es muss also Wasser gewonnen, durch Filteranlagen und Chlor entkeimt und aufbereitet werden. Anschließend gehört es natürlich dazu, dafür zu sorgen, dass jeder einzelne Bürger der Stadt mit sauberem Wasser versorgt wird. Aber auch diese Aufgabe ist nicht ohne weiteres erledigt, denn natürlich müssen die Rohre hin und wieder gewartet und repariert werden. Auch die Steuerung des gesamten Rohrleitungsystems liegt in den Händen der Fachkraft für Wasserversorgungstechnik.

Wer nach der Ausbildung noch den Zusatz Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (nähere Informationen dazu auf dekra-akademie.de) erlangt, darf sogar elektrische Arbeiten an Maschinen, etc. vornehmen. Diese Aufgabe ist sonst nur ausgebildetem Elektrofachpersonal vorbehalten. Mit dieser Qualifikation können Sie immer wiederkehrende Arbeiten im Niederspannungsbereich, d.h. bis 1000 Volt, durchführen. Der Vorteil dieser zusätzlichen Ausbildung liegt z.B. im schnellen Eingreifen bei einem Störungsfall. Das spart häufig nicht nur Zeit, sondern auch immense Zusatzkosten.

Voraussetzungen für die Ausbildung

Schon anhand des Berufsbildes sehen Sie, dass nicht jeder für diesen Job geeignet ist. Wer die Ausbildung absolvieren möchte, sollte natürlich Interesse an einem technischen Beruf haben. Wenn dazu Chemie, Physik, Biologie und Mathe schon in der Schulzeit zu Ihren Lieblingsfächern gehörten und Sie handwerkliches Geschick besitzen und obendrein auch verantwortungsbewusst arbeiten können, dann ist die Ausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik genau der richtige Beruf für Sie.

Ausbildungsablauf

Bei der Ausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik handelt es sich um eine 3-jährige duale Ausbildung. Das bedeutet, sie findet sowohl in einem Ausbildungsbetrieb, als auch in der Berufsschule statt. Der schulische Teil umfasst vor allem die theoretischen Grundlagen laut Rahmenlernplan (siehe kmk.org). Neben den ökologischen Kreisläufen, lernen Sie auch wie spezielle Messungen durchgeführt werden oder aber wie die jeweiligen Anlagen aufgebaut sind und funktionieren.

Im praktischen Teil, der in der Ausbildungsstätte direkt stattfindet, erlernen Sie die technischen Abläufe und arbeiten sich nach und nach in die unterschiedlichen Anlagen und Maschinen ein. Wichtig ist am Ende der Ausbildung, dass Sie genau wissen, wie die Anlagen funktionieren, wie sie überwacht und bedient werden und was im Störfall zu tun ist. Auch das Entnehmen von Proben und das Prüfen der Wasserqualität steht auf dem Lehrplan.

Was verdient man während der Ausbildung?

Das Gehalt kann bei gleicher Ausbildung je nach Wohnort ganz unterschiedlich sein. Auch die Ausbildungsstätte ist für die entsprechende Vergütung ausschlaggebend. Denn den Ausbildungsberuf können Sie sowohl in der Energieversorgungsindustrie als auch im öffentlichen Dienst absolvieren. Im ersten Lehrjahr beträgt die Ausbildungsvergütung zwischen 660 Euro und 849 Euro, im öffentlichen Dienst können es mitunter auch rund 867 Euro sein. Im zweiten Lehrjahr erhält der Azubi zwischen 763 Euro und 960 Euro (öffentlicher Dienst: 921 Euro) und im dritten Ausbildungsjahr zwischen 870 Euro und 1.050 Euro (öffentlicher Dienst: 971 Euro).

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung (mehr dazu unter gehalt.de) ist ebenso abhängig von Ort und jeweiliger Branche. Wenn der Arbeitgeber an einen Tarifvertrag gebunden ist, kann er das Einstiegsgehalt nicht selbst entscheiden, denn dann ist es tariflich geregelt.

Fachkraft für Wasserversorgungstechnik: Kleiner Einblick in die Arbeit

Qualifikationsmöglichkeiten

Ist die Ausbildung beendet, sind Sie nach der schulischen und praktischen Prüfung eine Fachkraft für Wasserversorgungstechnik. Damit sind Sie aber noch nicht am Karriereende angekommen. Ist Ihnen das Geld zu wenig oder die Verantwortung zu gering, dann können Sie mit weiteren Qualifikationen die Karriereleiter weiter hinauf klettern. Das steht zur Auswahl:

✛ Geprüfte(r) Wassermeister(in)

Als Meister haben Sie die Möglichkeit Führungsaufgaben in Wasserwerken und Wasserversorgungsbetrieben zu übernehmen und können Aufgaben der betriebliche Aus- und Weiterbildung durchführen. Die Ausbildung dauert zwischen 6 Monaten und zwei Jahren. Weitere Information unter bmbf.de.

✛ Staatl. Geprüfte(e)r Techniker(in) Fachrichtung: Wasserversorgungstechnik

Die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker in der Fachrichtung Wasserversorgungstechnik dauert in Vollzeit 2 jahre und in Teilzeit 4 Jahre. Diese Weiterbildung ermöglicht Ihnen eine höhere Position im Unternehmen mit verantwortungsvolleren Aufgaben. Weitere Informationen unter berufenet.arbeitsagentur.de.

✛ Umweltschutzfachwirt(in)

Mit dem Umweltschutzfachwirt erreichen Sie Experten-Wissen auf dem Gebiet Umweltschutz. Die Ausbildung dauert rund 1 Jahr und lässt Sie Führungspositionen übernehmen. Hauptthemen sind unter anderem

  • Abwasserproblematik
  • Abfallproblematik
  • angewandte Messmethoden
  • Umweltmarketing
  • Bauökologie

Weitere Informationen finden Sie unter berufenet.arbeitsagentur.de.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

(Ihr Kommentar erscheint erst nach einer kurzen Prüfung)

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.




Foto1: © Pixelwolf2 - Fotolia.com