Berufsbild Apotheker im Wandel der Zeit

Der Apothekerberuf erfuhr immer wieder Veränderungen, nicht zuletzt aufgrund der Digitalisierung. Wie man Apotheker wird, welche Gehalts- und Karriereaussichten es gibt und weitere interessante Informationen rund um den Beruf lesen Sie in diesem Artikel.

Apotheker vor einem Regal.
Apotheker ist ein vielseitiger Beruf. © Kzenon / stock.adobe.com

Wer später einmal als Apotheker arbeiten möchte, muss über ein breites naturwissenschaftliches Wissensspektrum verfügen und darf auch vor IT-Fertigkeiten nicht zurückschrecken. Denn gerade diesen Beruf hat die Digitalisierung in den letzten Jahren sehr gewandelt.

Ausbildung und Studium

Um hierzulande Apotheker zu werden, ist eine pharmazeutische Ausbildung notwendig. Diese besteht aus einem pharmazeutischen Studium, dass in der Regel auf acht Semester ausgelegt ist, durchschnittlich aber neun Semester dauert. Das pharmazeutische Studium ist sehr naturwissenschaftlich orientiert. So werden beispielsweise Mathematik, Chemie, Physik, aber auch Biochemie, Humanbiologie und pharmazeutische Analytik gelehrt. Weiterhin sind Arzneimittelrecht, Betäubungsmittelrecht, Gefahrstoff- und Chemikalienrecht sowie Heilmittelwerbe- und Wettbewerbsrecht Themen, mit denen sich angehende Apotheker auseinandersetzen müssen.

An das Studium schließt sich ein zweimonatiges Praktikum an, das hälftig in einer öffentlichen Apotheke absolviert werden muss. Die andere Hälfte kann in einer Apotheke oder auch in einer Behörde oder einer Universität abgeleistet werden. Im Anschluss erfolgt die mündliche Prüfung.

Nach Bestehen der Prüfung geht der angehende Apotheker für ein Jahr ins sogenannte praktische Jahr, das wiederum für mindestens sechs Monate in einer öffentlichen Apotheke stattfinden muss. Das praktische Jahr soll zusammen mit den begleitenden Seminaren auf die Abschlussprüfung vorbereiten. Wird diese erfolgreich bestanden, darf sich der ehemalige Student nun Pharmazeut nennen. Für den Berufswunsch des Apothekers ist ein weiterer Schritt nötig, nämlich die Beantragung der Approbation. Erst nach Erhalt dieser darf man sich Apotheker nennen und entweder als angestellter oder selbstständiger Apotheker arbeiten.

Apotheker früher und heute

Obwohl Apotheker auch heutzutage theoretisch Arzneien, Tinkturen und Salben herstellen könnten, wird dies im Gegensatz zu früheren Zeiten längst nicht mehr so häufig praktiziert. Die industrielle Herstellung der Arzneien und Medikamente ermöglicht zum einen eine gewisse Vorratshaltung an häufig verschriebenen und stark nachgefragten rezeptfreien Medikamenten. Andererseits können spezielle Medikamente meist innerhalb desselben Tages geordert und oft spätestens am nächsten Tag abgeholt werden. Viele Apotheken verfügen sogar über einen Botendienst, der die Medikamente entsprechend zu den Patienten bringt.

Apothekerin mischt Creme.
Auch heute werden Cremes in Apotheken hergestellt. © Gerhard Seybert / stock.adobe.com

Das ist heute auch der Hauptbereich, in dem der Apotheker tätig ist: Die Besorgung und Herausgabe von Arzneien, Aufklärung über Neben- und Wechselwirkungen und allgemeine Beratung zu gesundheitlichen Themen. Hinzu kommen Serviceleistungen wie Blutdruck- und Blutzuckermessungen.

Die Geschichte und Entwicklung der Apotheke wurde dabei maßgeblich von politischen Entscheidungen beeinflusst. So brachte das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung aus dem Jahr 2004 einige weitreichende Veränderungen für Apotheken mit sich, die so zuvor nicht denkbar gewesen waren. Die fortschreitende Digitalisierung wirkte sich ebenfalls positiv auf die Änderungen aus.

» Preisbindung aufgehoben

Gab es zuvor deutschlandweit einheitliche Preise für rezeptpflichtige und rezeptfreie Medikamente, wurde die Preisbindung für rezeptfreie Medikamente aufgehoben. Seitdem können die Apotheker selber entscheiden, welche Preise sie veranschlagen.

» Errichtung von Filialapotheken

Bis zum Jahr 2004 war es selbstständigen Apothekern nicht möglich, mehr als eine Apotheke zu führen. Seitdem jedoch darf ein Apotheker bis zu vier Apotheken betreiben, solange er die gesetzlichen Vorgaben einhält, die unter anderem die Ausstattung und die Leitung dieser Filialen betreffen. So muss nämlich jede Filiale wiederum ebenfalls von einem approbierten Apotheker geführt werden.

» Versandhandel ebnet Weg für Online-Apotheken

Die größte Änderung betrifft wohl den Versandhandel mit Arzneimitteln. Die Herausgabe von Medikamenten war bis dahin nur in Apotheken möglich. Doch seit 2004 dürfen rezeptfreie wie auch rezeptpflichtige Medikamente versandt werden. Das eröffnete vielen Apothekern die Möglichkeit, fortan mehr Patienten und Kunden zu erreichen, die nun die Arzneien bequem zu Hause in Empfang nehmen konnten.

Beispielhaft sei hier der Berliner Apotheker Konstantin Primas genannt, der den Schritt hin zu einer sicheren und geprüften Online Apotheke gewagt hat.

Dieser Schritt erfordert es, dass sich der Apotheker genauestens mit Lagerlogistik und -verwaltung beschäftigt und entsprechend seinem Vorhaben eine Internetpräsenz inklusive Versandshop einrichtet und betreibt und laufend aktualisiert.
So sind grundlegende IT-Kenntnisse von Vorteil und erleichtern die Einrichtung einer Versandapotheke. Aber auch vor dem Hintergrund, dass die Digitalisierung weiter voranschreiten wird, sollte ein gewisses Verständnis um technische Abläufe vorhanden sein. Ein wichtiges Thema ist hierbei auch der Umgang mit Datenschutz, den es unbedingt einzuhalten gilt.

Frau bekommt Medikamentenpaket vom Postboten.
Medikamente dürfen seit 2004 versandt werden. © Chaay_tee / stock.adobe.com

Um den Kunden ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten, ist es empfehlenswert, sich bei bestimmten Stellen zu registrieren.

So führt beispielsweise das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ein Versandhandels-Register, in dem alle behördlich registrierten Versandhändler gelistet sind.

Aber auch die Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Versandapotheken signalisiert dem Kunden eine vertrauenswürdige Online-Apotheke.

Wichtige Soft Skills

Neben einer hohen Auffassungsgabe sowie einer Affinität zu naturwissenschaftlichen Fächern ist Einfühlungsvermögen unabdingbar für einen Apotheker. Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, hat zwangsläufig mit mehr oder minder kranken Menschen zu tun und muss sich dieses Umstands sehr bewusst sein. Ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein ist ebenfalls eine Grundvoraussetzung.

Verdienst eines Apothekers

Der Verdienst eines angestellten Apothekers wird in unterschiedlichen Tarifverträgen geregelt.

So unterliegen Apotheker, die in einer öffentlichen Apotheke arbeiten, den Tarifverträgen der Apothekengewerkschaft ADEXA und dem Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken (ADA) und verdienen im ersten Jahr bei einer 40 Stundenwoche durchschnittlich 3700 Euro brutto. Bis zum zehnten Berufsjahr steigt der Verdienst auf bis zu 4.100 Euro brutto. Ab dem 11. Berufsjahr kann mit ungefähr 4.500 Euro brutto gerechnet werden.

Höher entlohnt werden Apotheker, die in einer Krankenhausapotheke arbeiten. Sie unterstehen den Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes und starten mit einem Einstiegsgehalt von 4.400 Euro brutto bei 40 Arbeitswochenstunden. Später kann das Gehalt je nach Entgeltgruppe und Berufserfahrung auf bis zu 7.000 Euro im Monat steigen.

Notdienste und Wochenenddienste, die geleistet werden müssen, werden zusätzlich vergütet.

Als selbstständiger Apotheker liegt das Einkommen zwischen 12.000 und 14.000 Euro monatlich.

Mögliche Weiterbildungen als Apotheker

Als Apotheker hat man verschiedene Möglichkeiten, sich weiterzubilden.

  • An einigen Universitäten kann man beispielsweise im Rahmen des praktischen Jahres den akademischen Grad des Diplom-Pharmazeuten erwerben. Hierzu ist die Anfertigung einer Diplomarbeit nötig.
  • Nach Erhalt der Approbation kann man sich zum Fachapotheker weiterbilden. Diese zusätzliche Ausbildung dauert meist drei Jahre und schließt mit einem Fachgespräch oder einer Prüfung ab. So gibt es z. B. Fachapotheker für Ernährungsberatung, klinische Pharmazie oder Infektiologie.
  • Wie auch den Medizinern steht Apothekern die Erlangung eines Doktorgrades offen. Interessant ist dies vor allem für diejenigen, die in der pharmazeutischen Industrie oder in staatlichen Behörden arbeiten wollen. Die Promotion dauert zwischen 3 und 5 Jahren und schließt in der Regel mit einem Dr. rer. nat. oder Dr. rer. med. ab.