Arbeitsstressbewältigung – Ursachen, Symptome & Tipps für mehr Gelassenheit

Wer sich auf Arbeit nur noch „unter Strom fühlt“, sollte dringend etwas dagegen unternehmen. Stichwort Arbeitsstressbewältigung. Ich nenne hier Tipps dafür.

Arbeitsstressbewältigung
Stress kann uns in vielerlei Hinsicht belasten – © Krakenimages.com / stock.adobe.com

Stress beziehungsweise Anspannung ist eine normale Reaktion des Körpers auf Herausforderungen. Doch immer mehr Menschen leiden unter chronischem Stress, der sich negativ auf die Gesundheit auswirken kann. Arbeitsstressbewältigung ist deshalb ein wichtiges Instrument, um den Auswirkungen von Stress entgegenzuwirken. In diesem Artikel lernen Sie, woran Sie Arbeitsstress erkennen und welche Methoden es gibt, um diese Art von Stress zu bewältigen.

Was bedeutet Arbeitsstressbewältigung?

Stressbewältigung, insbesondere Arbeitsstressbewältigung ist die Fähigkeit, mit Anspannung umzugehen und diese zu bewältigen. Denn Anspannung kann uns in vielerlei Hinsicht belasten und beeinträchtigen, sowohl körperlich als auch psychisch. Wenn wir also nicht lernen, effektiv mit Belastungen umzugehen, kann dies zu ernsthaften Problemen führen. Einige der möglichen Folgen sind: Schlaflosigkeit, Angstzustände, Depressionen, Nervosität, Reizbarkeit und Herz-Kreislauf-Probleme.

Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, wie Sie Überbelastung bewältigen können. Die erste und wichtigste Maßnahme ist das Erkennen der Symptome. Sobald Sie erkannt haben, dass Sie sehr gestresst sind, können Sie damit beginnen, diesen Umstand zu bewältigen. Es gibt verschiedene Techniken und Strategien, die Sie anwenden können, um Ihr Stresslevel zu senken und ein gesünderes Leben zu führen.

Was erzeugt Stress?

Stressempfinden, vorwiegend Arbeitsstress, wird erzeugt, wenn unsere Fähigkeit, mit Herausforderungen und Belastungen umzugehen, überfordert ist. Dies kann aufgrund von externen Faktoren wie z.B. schlechten Arbeitsbedingungen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Zeitdruck, Krankheit oder durch hohe Ansprüche an sich selbst geschehen. Aber auch innere Faktoren, wie zum Beispiel eine ungesunde Lebensweise oder ein anhaltend negatives Gedankenmuster, können Auslöser für Arbeitsstress sein. Überlastung ist also kein Anzeichen für Schwäche, sondern vielmehr ein Hinweis darauf, dass unsere Bewältigungsmechanismen überfordert sind.

Wenn wir uns gestresst fühlen, können wir uns müde, ausgelaugt und hilflos fühlen. Oft haben wir das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren und die Situation nicht mehr bewältigen zu können. Dies kann zu weiteren negativen Gedanken führen, was wiederum das Stressempfinden noch verstärken kann. Es ist also wichtig, frühzeitig Überlastungen zu erkennen und Lösungen zu finden, um diese zu bewältigen.

Symptome für Stress

Das Stressempfinden kann sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Manche blühen unter dem Druck förmlich auf, andere wiederum gehen darin regelrecht unter. Die häufigsten Symptome für Stress sind:

  • anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung
  • Schlafstörungen
  • Nervosität und Gereiztheit
  • Konzentrationsschwäche
  • Überforderung
  • Burnout
  • Depression
  • Magen-Darm-Probleme
  • Herzrasen oder -stolpern
  • Bluthochdruck
  • Tinnitus
  • Rücken- und Kopfschmerzen
  • andere körperliche Schmerzen

Wenn Sie unter mindestens einem dieser Symptome leiden, sollten Sie überprüfen, ob Sie unter Arbeitsstress stehen. Denn wenn Arbeitsstress unbehandelt bleibt beziehungsweise ignoriert oder gar unterdrückt wird, kann er zu ernsthaften psychischen und physischen gesundheitlichen Problemen führen.

Methoden zur Stressbewältigung

Stressbewältigung
Entspannungsübungen können bei zu viel Stress helfen – © Dragana Gordic / stock.adobe.com

Glücklicherweise gibt es Methoden zur Stressbewältigung, die uns helfen können, unseren Arbeitsalltag besser zu bewältigen. Dazu gehören beispielsweise Atem- und Entspannungsübungen, die dabei helfen können, unseren Körper und Geist zu entspannen. Auch regelmäßige Bewegung an der frischen Luft kann uns dabei helfen, unseren Körper fit zu halten und den Kopf frei zu bekommen.

Wichtig ist es jedoch, nicht nur auf körperliche Methoden der Stressbewältigung zu setzen. Auch unser Umfeld und unsere Einstellung können dabei eine wichtige Rolle spielen. So kann es beispielsweise hilfreich sein, unsere Erwartungen an uns selbst und andere herunterzuschrauben und in stressigen Situationen bewusst Ruhepausen einzulegen. Auch ein offenes Gespräch mit dem Vorgesetzten über die eigenen Belastungsgrenzen kann dabei helfen, den Arbeitsalltag besser zu bewältigen.

Im Folgenden zeige ich Ihnen einige hilfreiche Maßnahmen, die Sie sofort anwenden können, um Ihr Stresslevel spürbar zu reduzieren:

Tipp 🚀
Mit intelligenter Software Texte erstellen und verbessern.

Noch bis 30.11. dauerhaft 2.000 Wörter/Monat gratis sichern

❍ Aktive Entspannungsübungen:

Aktive Entspannungsübungen sind eine wirkungsvolle Methode, um den Körper und die Psyche von angestauten Stressmustern zu befreien. Durch gezielte Übungen können Sie die Spannung in Ihrem Körper abbauen und sich mental erholen.

Eine bewährte Entspannungstechnik ist z.B. die progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Dabei werden nacheinander alle Muskelpartien des Körpers angespannt und anschließend wieder locker gelassen. Diese Übung lässt sich ganz einfach zu Hause durchführen und ist sehr effektiv.

Eine weitere Möglichkeit, um sich zu entspannen, ist das autogene Training. Dabei werden bestimmte Formeln und Affirmationen verwendet, um den Geist zu beruhigen und den Körper in einen tiefen, entspannten Zustand zu versetzen. Somit ist autogenes Training eine sehr wirkungsvolle Methode, um den Alltagsstress abzubauen.

Auch Atemübungen können helfen, den Körper und die Psyche zu entspannen. Eine einfache Übung ist z.B. die Bauchatmung: Hierbei wird tief in den Bauch geatmet und beim Ausatmen der Bauch sanft nach innen gezogen. Diese Übung hilft, den Körper zu entspannen und den Atemfluss zu regulieren.

Es gibt viele verschiedene Entspannungsübungen, die Sie ausprobieren können. Suchen Sie sich einfach die Methode aus, die Ihnen am besten gefällt und die Sie am leichtesten durchführen können. Wichtig ist, dass Sie regelmäßig üben, damit Sie das Stressempfinden effektiv bekämpfen und abbauen können.

❍ Regelmäßige Pausen:

Einer der simpelsten, aber dennoch wichtigsten Tipps, um Arbeitsstress zu bewältigen, ist es, regelmäßige Pausen einzulegen. Viele Menschen glauben, dass sie produktiver sind, wenn sie durcharbeiten, aber das ist nicht der Fall. Wenn Sie ständig arbeiten, werden Sie müde und Ihre Konzentration lässt nach. Indem Sie regelmäßig Pausen machen, können Sie sich entspannen und neue Kraft schöpfen. Außerdem sinken in Pausen laut einem Bericht der Barmer das Müdigkeitsgefühl, der Blutdruck und der Cortisolspiegel.

❍ Belohnungen:

In vielen Fällen ist es nicht möglich, den Arbeitsstress vollständig zu eliminieren. In diesem Fall ist es wichtig, sich selbst zu belohnen, wenn man zum Beispiel eine Aufgabe erfolgreich bewältigt hat. Durch die Belohnung wird dem Gehirn signalisiert, dass sich die Bewältigung des Stresses gelohnt hat. Dadurch wird die Motivation gesteigert, auch weiterhin erfolgreich zu sein und sich auf die Belohnungen zu freuen. So leben Sie nicht ausschließlich mit Ihren Gedanken in der nahen oder fernen Zukunft, sondern freuen sich auch auf kleinere, einzelne Etappen.

Belohnungen können ganz unterschiedlich aussehen. Es kann sich um etwas Kleines wie ein Kaffee oder ein Stück Kuchen handeln. Oder es kann sich um etwas Größeres wie ein Wochenendausflug oder ein neues Kleidungsstück handeln. Wichtig ist nur, dass die Belohnung für Sie persönlich sinnvoll ist und Sie motiviert, weiterhin erfolgreich zu sein.

❍ Sport:

Viele Menschen sind sich einig, dass Sport die beste Methode ist, um Belastungen abzubauen. Durch die körperliche Aktivität wird das Stresshormon Cortisol abgebaut und es werden Endorphine ausgeschüttet, die uns glücklich machen. Sport ist also eine effektive Möglichkeit, um sowohl körperlich als auch mental fit zu bleiben oder es wieder zu werden.

Allerdings ist es nicht immer einfach, den inneren Schweinehund zu überwinden und sich zum Sport treiben zu lassen. Viele Menschen geben an, dass sie keine Zeit haben oder dass es ihnen schwer fällt, sich regelmäßig zu motivieren. Wenn Sie sich allerdings einmal dazu durchringen und den ersten Schritt getan haben, werden Sie merken, wie gut Ihnen der Sport tatsächlich tut. Es lohnt sich also, über Ihren Schatten zu springen und sich auf die Suche nach der passenden Sportart zu machen.

❍ Auch mal „nein“ sagen lernen:

Es ist wichtig, dass Sie lernen, auch mal nein zu sagen. Wenn wir immer nur ja sagen, dann setzen wir uns selbst unter Druck und können die stressigen Situationen nicht mehr bewältigen. Wir müssen lernen, unsere Grenzen zu erkennen und diese auch zu respektieren. Wenn wir merken, dass wir zu viel auf unseren Schultern tragen, dann sollten wir unsere Last abgeben und uns entlasten. Nur so können Sie den Stressfaktor bewältigen und verhindern, dass er Sie krank macht.

❍ Professionelle Hilfe:

Wenn Sie verstärkt bemerken, dass Sie überwiegend gestresst sind und Ihre Lebensqualität dadurch merklich beeinträchtigt ist, können Sie sich auch Hilfe von einem psychologischen Berater holen. Diese können mit Ihnen gemeinsam erarbeiten, was in Ihrem Leben das Stressempfinden auslöst und welche Strategien zur Stressbewältigung für Sie am besten geeignet sind.

Hier noch ein interessantes Video von der Arbeitsmedizinerin Dr. Manuela Jacob-Niedballa