Arbeiten im Home-Office – diese Tücken lauern

Im Home-Office zu arbeiten ist für viele ein Paradies. Doch wer nicht aufpasst, vernachlässigt seine Produktivität und auch das Verhältnis zu den Kollegen.

Homeoffice Tücken
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Keinen Arbeitsweg mit Stau und weiteren Unannehmlichkeiten bewältigen zu müssen, sondern von daheim aus arbeiten zu können, so traumhaft sich das anhören mag: Arbeiten im Home-Office hat seine Tücken. Die eigenen vier Wände halten eine Menge Ablenkungen bereit, die der eigentlichen Arbeit abträglich sind. Ständig fällt der Blick auf etwas, das doch jetzt erledigt werden könnte, ehe es an das berufliche Projekt geht. Wer dem nachgibt, befindet sich bereits auf der Verliererstraße, wo er Gefahr läuft, wertvolle Arbeitszeit zu verschwenden.

Daher sollte der in der Wohnung eingerichtete Arbeitsplatz frei von Ablenkungen jeder Art sein. Das gilt auch für den Computer! Spiele, Unterhaltungsfilme und dergleichen haben darauf nichts verloren. Der Speicherplatz auf der Festplatte sollte ausschließlich Arbeitsprogrammen, Bürosoftware und den für die Arbeit benötigten Dateien vorbehalten bleiben.

Feste Arbeitszeiten auch im Homeoffice

Disziplin und strukturiertes Arbeiten sind für ein erfolgreiches Home-Office unerlässlich. Feste Arbeitszeiten und verbindliche Tagespläne helfen, das vor einem liegende Pensum zu bewältigen. Das gilt ebenso für hoch dotierte Jobs als auch für Tätigkeiten, die in geringem Umfang ausgeübt werden, etwa, um sein Arbeitslosengeld aufzustocken. Bezieher von Arbeitslosengeld (ALG) 1 dürfen bis zu 15 Stunden pro Woche arbeiten. Das Arbeitsamt ist von der Tätigkeit in Kenntnis zu setzen, da der Verdienst auf das Bezugsgeld angerechnet wird. Allerdings gilt beim ALG 1 ein Freibetrag in Höhe von 165 Euro. Aufwendungen für die Fahrt zum Arbeitsplatz darf der Bezieher geltend machen, wodurch sich die Bemessungsgrenze erhöhen kann. Für bezahlte Weiterbildungsmaßnahmen beträgt der Freibetrag 400 Euro pro Monat.

Der innere Schweinehund ist für Menschen, die zu Hause arbeiten, ein ernstzunehmender Gegner. Ein Wesensmerkmal dieses Saboteurs ist, dass er stets gute Argumente parat hat. Diskutieren hat hier keinen Sinn. Hilfreich ist es dagegen, sich daran zu erinnern, dass derjenige der etwas vermeiden möchte, jede Menge Gründe liefern kann. Wer dagegen etwas zustande bringen möchte, sucht nach Wegen, die ihm das ermöglichen.

Prioritäten festlegen und einhalten

Effizientes Arbeiten ist erlernbar und eigentlich ganz einfach. Wer Prioritäten richtig zu setzen und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen weiß, hat eine der wichtigsten Lektionen bereits gelernt. Das zu absolvierende Tagespensum sollte stets höchste Priorität haben. Solange kein echter Notfall eintritt, werden erfolgreiche Home-Office Arbeiter*Innen das genauso handhaben.

Arbeit im Zuhause ist für viele Menschen noch immer gleichbedeutend mit Nichtstun oder einer Tätigkeit, die sich im Vorbeigehen erledigen lässt. Hier gilt es von Anfang an klare Grenzen zu setzen und die für sich gesetzten Arbeitszeiten zu verteidigen. Das darf durchaus mit dem deutlichen Hinweis auf Verdienstausfälle oder die Notwendigkeit, die versäumte Zeit mit einem Wegfall des Feierabends bezahlen zu müssen, einhergehen. Sollte sich jemand aufgrund derartiger Aussagen vor den Kopf gestoßen fühlen, ist das sein Problem. Echte Freunde und andere Menschen, die es gut mit einem meinen, werden den Wunsch nach ungestörten Arbeitszeiten respektieren.

Strukturiertes Arbeiten wie im Büro

Umgekehrt gehören auch feste Pausenzeiten zu einem gut strukturierten Arbeitstag. Langes Sitzen am Schreibtisch ermüdet und kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Darüber hinaus ist stundenlange Bildschirmarbeit schlecht für die Augen. Ebenso wie seine Arbeitszeiten sollte der im Home-Office arbeitende Mensch deren Ende strikt einhalten.

Teamgeist zeigen und in Kontakt bleiben

Kollegen, die permanent im Büro arbeiten müssen, schauen oft neidvoll auf Ihr Home-Office. Wirken Sie Gerüchten entgegen, indem Sie sich regelmäßig melden und dienstliche Themen austauschen. So vermeiden Sie, dass man Ihnen Faulheit und Unkollegialität vorwirft. Woran arbeiten Sie gerade? Das Büroteam und auch der Chef können es nicht erahnen! Geben Sie deshalb Feedback wenn Sie eine neue Aufgabe beginnen, oder eine abgeschlossen haben.

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