Trockene Augen durch Bildschirmarbeit – Ursache, Symptome & Therapiemaßnahmen

Trockene Augen durch die ständige Arbeit am Computer sind keine Seltenheit. Wie sie entstehen, woran man es erkennt und wie sie sich relativ schnell und einfach behandeln lassen, erfahren Sie hier.

Trockene Augen durch Copmuterarbeit - Ursachen, Symptome & Therapiemaßnahmen
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Knapp 45 Millionen Erwerbstätige gibt es laut einer Statistik (Quelle: https://de.statista.com/) in Deutschland. Davon sitzen rund 20 Millionen Menschen überwiegend an einem Computer. Hinzu kommt die Nutzung von Smartphone, Tablet & Co. nach Feierabend. Hier besitzen laut dem Statistischen Bundesamt (Quelle: https://www.destatis.de/) rund 90 Prozent der deutschen Haushalte diverse Bildschirmgeräte. Eine Studie in den USA hat ergeben, dass rund 10 Stunden des Tages an den digitalen Medien verbracht wird. Dass das für die Augen nicht gerade gesundheitsfördernd ist, dürfte jedem klar sein.

Am häufigsten von Augenproblemen betroffen sind eben die Menschen, die einen Bildschirmarbeitsplatz haben. Sehr weit verbreitet darunter sind trockene Augen. Wie diese entstehen, woher sie kommen und wie sie sich behandeln lassen, möchte ich Ihnen hier in diesem Beitrag einmal näher erläutern.

Ursache von trockenen Augen

Jedes Auge blinzelt rund 10 bis 15 Mal in der Minute. Das geschieht ganz automatisch. Dabei wird die Hornhaut des Auges mit Tränenflüssigkeit benetzt, um das Auge vor dem Austrocknen zu schützen.

Durch den meist angestrengten Blick auf den Monitor verringert sich das Blinzeln oft und das Auge trocknet aus.

Symptome von trockenen Augen

Schon zwei bis drei Stunden vor dem Computer können dafür sorgen, dass das Auge trocken wird. Das äußert sich dann in den meisten Fällen durch folgende Symptome:

  • brennen
  • jucken
  • drücken
  • tränen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Müdigkeit
  • das Gefühl einen Fremdkörper im Auge zu haben

Bei einigen Menschen können trockene Augen auch Konzentrationsschwierigkeiten auslösen.

Therapiemaßnahmen bei trockenen Augen

Wer einige der oben genannten Symptome bei sich erkennen kann, sollte unbedingt etwas dagegen unternehmen. Es gibt einige Maßnahmen, die direkt im Büro durchgeführt werden können, sodass Sie im Anschluss wieder mit klarem Blick auf den Computerbildschirm schauen können.

❖ Tipp 1: Kurze Pausen gönnen

Wenn die Augen stundenlang auf den Bildschirm gerichtet sind, dann benötigen sie hin und wieder eine Pause. Am besten ist es, wenn Sie die Augen öfter mal in die Ferne schweifen lassen – etwa alle 30 Minuten. Das stärkt die Augenmuskulatur und vermindert die einseitige Belastung.

Ein Blick aus dem Fenster beispielsweise sorgt nicht nur für entspannte Augen, sondern fördert auch die Kreativität bei der Arbeit.

Kleine Pausen zum Nachdenken können Sie ebenfalls dazu nutzen den Augen eine Pause zu gönnen. Probieren Sie es doch einfach mal aus die Augen beim Nachdenken zu schließen.

❖ Tipp 2: Augentraining

Durch regelmäßiges Augentraining, wobei man aktiv zwischen scharfen und unscharfem Sehen wechselt, beugen Sie trockenen und müden Augen vor. Dazu gibt es spezielle Anleitungen (unter http://www.eye-refresh.de/), die im Büro durchgeführt werden können oder aber mittels verschiedener Apps auch zu Hause in Ruhe gemacht werden können.

Wichtig bei diesen Übungen ist, dass ständig zwischen nah und fern sehen gewechselt wird.

❖ Tipp 3: Kontrolliertes Blinzeln

Wenn Sie merken, dass die ersten Symptome einsetzen, sollten Sie das Blinzeln absichtlich durchführen. Mehrmaliges kontrolliertes Blinzeln über etwa 10 Sekunden benetzt die Augen mit Flüssigkeit und macht sie wieder ausreichend feucht.

Ein kleiner Klebezettel am Bildschirm hilft, dass Sie das Blinzeln nicht vergessen.

❖ Tipp 4: Frische Luft

Sehr gut bei trockenen Augen bzw. um diesen vorzubeugen ist frische Luft. Wenn Sie nicht die Möglichkeit haben ein paar Schritte in der Natur zu gehen, reicht es auch aus für einige Minuten das Fenster zu öffnen. Sauerstoff tut den gereizten Augen gut. Machen Sie etwa einmal die Stunde das Fenster für zwei bis drei Minuten auf, um die Luftfeuchtigkeit zu regulieren.

Übrigens: Trockene Heizungsluft und auch Klimaanlagen im Büro verstärken trockene Augen.

❖ Tipp 4: Befeuchtende Augentropfen verwenden

Wenn die genannten Maßnahmen keinen Erfolg bringen, können Sie auch befeuchtende Augentropfen verwenden. Diese versorgen sie mit der nötigen Feuchtigkeit und stabilisieren den Tränenfilm.

Aber Vorsicht: Nutzen Sie unbedingt spezielle Augentropfen ohne Konservierungsstoffe (siehe https://www.shop-apotheke.com/trockene-augen/). Alle anderen Augentropfen schaden dem Tränenfilm und der Horn- und Schleimhäute der Augen.

Folgende Stoffe sollten nicht enthalten sein:

  • Cetrimid
  • Borsäure
  • Polyhexanid
  • Natriumedetat
  • Polidronium
  • Chlorhexidin
  • Purite (Natriumchlorit)

Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie unbedingt bei Ihrem Arzt nach.

❖ Tipp 5: Viel Trinken

Trinken ist nicht nur allgemein sehr wichtig, sondern auch, um brennenden und trockenen Augen vorzubeugen. Empfehlenswert sind laut Ärzten rund 2 Liter am Tag. Das sollte in erster Linie Wasser oder aber ungesüßte Tees sein.

Sehr empfehlenswert für die Augen ist z.B. auch Karottensaft. Es enthält viel Vitamin A, das gut für die Netzhaut ist und für die Bildung von Tränenflüssigkeit zuständig ist.

Bedingungen für den Bildschirmarbeitsplatz

Nicht nur Sie selbst können dafür sorgen, dass es Ihren Augen am Arbeitsplatz besser geht, auch Ihr Chef muss die Anforderungen an einen optimierten Bildschirmarbeitsplatz schaffen.

Dazu zählt:

✢ Entfernung zum Bildschirm

Je geringer der Abstand von den Augen zum Monitor desto schwieriger wird es für die Augen. Sie müssen dadurch mehr Muskelarbeit leisten. Zwischen 50 und 80 Zentimeter empfehlen Experten (siehe http://cms.augeninfo.de/) sollte der Abstand zwischen Auge und Monitor sein. Als Richtwert kann auch die eigene Armlänge dienen.

✢ Bildschirmhöhe

Entscheidend ist auch die Bildschirmhöhe. Diese sollte ungefähr so liegen, dass die Oberkante des Bildschirmes in etwa unter der Augenhöhe liegt.

✢ Bildschirmneigung

Wer gerne mal ein Buch in der Hand hält und liest, der wird sicher mitbekommen haben, dass es entspannter ist, wenn man das Buch ein wenig geneigt hält. So ist das auch beim Bildschirm. Optimalerweise sollte der Monitor um 5 Grad vom Körper weg geneigt sein.

✢ Beleuchtung am Arbeitsplatz

Die beste Lichtquelle zum Arbeiten ist Tageslicht. Da dies aufgrund verschiedener Witterungsverhältnisse nicht möglich ist, können passende Lichtquellen aushelfen. Empfehlenswert ist weißes Tageslicht, aber auch Licht mit einem höheren Orange- und Rotanteil. Die Beleuchtung sollte rund 500 Lux betragen.

Regelmäßig Augen kontrollieren lassen

Wer viel am Bildschirm sitzt, der sollte mindestens einmal im Jahr einen Augenarzt aufsuchen und

  • Sehschärfe
  • räumliches Sehen
  • Augenstellung
  • Gesichtsfeld
  • Farbsehen

überprüfen lassen. Durch regelmäßige Routineuntersuchungen können Probleme rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

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