Mobbing am Arbeitsplatz – Was tun?

Mobbing am Arbeitsplatz - Was tun?
Mobbing am Arbeitsplatz - Was tun?

Die Zahlen sind beunruhigend. Rund zwei Millionen Beschäftigte sind derzeit Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz. Das ist deshalb so erschreckend, weil fortgesetztes Mobbing auf Dauer zermürbt und krankmacht.

Was ist Mobbing?

Speziell am Arbeitsplatz besteht das Mobbing oft aus den unterschiedlichsten Schikanen. Dabei werden beispielsweise
» ganz gezielt Gerüchte über den Betroffenen in Umlauf gebracht
» wichtige Informationen vorenthalten
» oder Einladungen zu Geschäftsterminen werden mit Verspätung übermittelt.
» auf Nachfragen werden keine oder nur ausweichende Antworten gegeben
» gleichzeitig wird jeder kleine Fehler des Mobbingopfers in großer Runde thematisiert
» manchmal wird auch ganz offen die Zusammenarbeit mit dem Betroffenen verweigert.

Alle diese Maßnahmen führen dazu, dass das Mobbingopfer isoliert und zunehmend von den Abläufen im Unternehmen ausgeschlossen wird.

Welche Auswirkungen hat Mobbing?

Fortgesetztes Mobbing am Arbeitsplatz hat sowohl psychische als auch physische Auswirkungen auf das Opfer. Sehr schnell wird vor allem die psychische Belastbarkeit in Mitleidenschaft gezogen. Das Opfer wird dünnhäutig und empfindlich, reagiert gereizt oder überzogen aggressiv. Damit sinkt natürlich auch die Leistungsfähigkeit, Fehler passieren häufiger und verstärken das Mobbing noch.

Die Angst, überhaupt zur Arbeit zu gehen, macht sich oft auch mit Magen- oder Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder sogar Herzproblemen bemerkbar. Die körperlichen Symptome können ein Ausmaß annehmen, das es dem Betroffenen unmöglich macht, weiter seiner Arbeit nachzugehen. Auch Depressionen können als Folge von Mobbing auftreten.

Was tun bei Mobbing?

Da die Auswirkungen von Mobbing am Arbeitsplatz so gravierend sein können, ist es wichtig, rasch dagegen vorzugehen.

» Nach den Gründen fragen
Auch wenn es schwerfällt, sollte das Opfer das Gespräch mit dem Mobber suchen und ihn nach den Gründen für sein Verhalten fragen und ihn dazu auffordern, damit sofort aufzuhören, da anderenfalls Konsequenzen drohen.

» offensives Auftreten
Häufig verbessert bereits ein offensives Auftreten die Situation, da Mobber oft unsicher sind und Angst vor Gesichtsverlust haben. Wenn also die Gespräche verstummen, sobald ein Betroffener den Raum betritt, ist es sinnvoll, direkt nach dem Grund zu fragen.

» Sammeln Sie Beweise!
Wird das Mobbing trotz aller Gegenmaßnahmen weiter betrieben, kann es sinnvoll sein, die Schikanen zu dokumentieren. Dazu kann ein Protokoll angefertigt werden, in dem dokumentiert wird, was wann von welchen Personen getan wurde. Auch eine Bild- oder Tonaufzeichnung von einer Mobbingaktion kann sinnvoll sein. Damit kann bewiesen werden, dass das Mobbing tatsächlich stattfindet, und der Betroffene nicht einfach nur „empfindlich“ ist.

» Hilfe suchen bei Chef oder Betriebsrat
Falls das Mobbing trotzdem weiterhin stattfindet, hilft dem betroffenen Opfer nur noch der Gang zum Arbeitgeber oder zum Betriebsrat, um dort von seinem Beschwerderecht gebrauch zu machen.

Wenn der Arbeitgeber die Beschwerde zulässt, ist er verpflichtet, Maßnahmen gegen den Mobber zu ergreifen. Diese können von der Versetzung über die Abmahnung bis zur Kündigung reichen. Damit diese Möglichkeiten allerdings ausgeschöpft werden können, ist eine Dokumentation der Mobbingattacken absolut unerlässlich.

Wie kann man sich stärken?

Das Schlechteste, was man bei Mobbing tun kann, ist, darüber zu schweigen und die Dinge mit sich selbst ausmachen zu wollen. Es ist gut, über die Situation zu reden und sich Verbündete zu suchen, die einem den Rücken stärken. Der Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe oder einer Beratungsstelle kann bereits viel für das angeschlagene Selbstbewusstsein tun.

Auch körperliche Bewegung aller Art tut gut. Sie sorgt dafür, dass der Stress, den das Mobbing verursacht, abgebaut wird und der Kopf wieder freikommt. Auch tun die Erfolgserlebnisse, die man beim Sport hat, der Psyche ausgesprochen gut.

Fazit
Mobbing sollte man aktiv entgegen treten, bevor das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten in Mitleidenschaft gezogen wird.

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