Berufsbild Maschinenbau: Überblick zu Studium, Ausbildung, Gehalt & Berufsaussichten

Maschinenbau ist nur etwas für Männer? Weit gefehlt mit dieser inzwischen überholten Annahme. Was den Beruf für beide Geschlechter interessant macht, worum es sich bei diesem hochkomplexen Beruf genau handelt und wie die späteren Jobaussichten sind, erklärt der folgende Artikel.

Junger Maschinenbauer in einer Werkhalle.
Maschinenbau ist ein komplexer und vielseitiger Beruf. © bedya / stock.adobe.com

Dass Maschinenbau längst nicht mehr nur von Männern beherrscht wird, zeigen Statistiken der letzten Jahre. 2018 lag der Anteil der im Maschinenbau beschäftigten Frauen bei 16,8 % und 22,7 % aller Studienanfänger waren weiblich.

Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Maschinenbau, an dem immer mehr Frauen Gefallen finden und was braucht es, um als Maschinenbauer zu arbeiten? Diesen und weiteren Fragen nach möglichen Ausbildungswegen, Gehältern und Berufsperspektiven gehen wir in diesem Artikel nach.

Maschinenbau unter die Lupe genommen

Maschinenbauwesen ist eine sogenannte Ingenieurwissenschaft, die sich mit der Planung & Entwicklung, Konstruktion und Produktion von Maschinen und Anlagen beschäftigt. Das heutige Maschinenbauwesen entsprang dem einstigen Metallhandwerk der Schmiede und Schlosser und befasst sich mit ganz kleinen Maschinen wie beispielsweise einem Uhrwerk, sämtlichen Haushaltsgeräten, aber auch mit großen Maschinen und Anlagen wie Fräsmaschinen, Turbinen und Kräne.

Maschinenbauer sind aber nicht nur für die Herstellung, sondern auch für Wartung und Reparatur zuständig.

Diese Interessen sind von Vorteil

Wer sich für den Maschinenbau interessiert, sollte neben handwerklichem Geschick auch Verständnis für mathematische, physikalische und chemische Prozesse mitbringen. Logisches Denkvermögen und räumliche Vorstellungskraft sind ebenfalls wichtig genau so wie Grundkenntnisse im Umgang mit dem Computer, da ein Großteil der Planung mit entsprechender Software stattfindet. Auch wenn zur Planung regelmäßig auf Computer zurückgegriffen wird, erleichtert ein gewisses Geschick für die Erstellung von technischen Zeichnungen den Arbeitsalltag sehr.

Ingenieur arbeitet digital an einer Maschine.
Planungen am Computer sind im Maschinenbau keine Seltenheit. © Gorodenkoff / stock.adobe.com

Ausbildung und Studium

Derzeit führen drei verschiedene Wege zur Befähigung, als Maschinenbauer zu arbeiten.

Studium an Universität, Fachhochschule

Der akademische Weg zum Maschinenbauer führt über das Studium. Dabei stehen den Interessierten folgende Studienorte zur Verfügung:

  • Technische Universitäten
  • Technische Hochschulen
  • Fachhochschulen
  • Berufsakademien.

» Regelstudienzeit

Schloss man bis vor einigen Jahren ein erfolgreiches Diplom-Studium nach 10 Semestern Regelstudienzeit als Diplom-Ingenieur ab, erwirbt man heutzutage in einem Bachelor-Studiengang den Bachelor of Science (B. Sc.) bzw. den Bachelor of Engineering (B. Eng). Die Regelstudienzeit beträgt hierbei zwischen 6 und 8 Semestern. Im Anschluss kann man weitere 2 bis 4 Semester eines Masterstudiengangs belegen und entsprechend mit Master of Science oder Master of Engineering abschließen.

» Voraussetzung

Voraussetzung für ein Maschinenbau-Studium an einer Universität oder Fachhochschule ist in aller Regel das Abitur.

» Spezialisierung

Da die Anforderungen an den Maschinenbau stetig zunehmen und sich das Berufsfeld ständig erweitert bzw. wandelt, kann man sich in den späteren Semestern unter anderem in Richtung Leichtbau, Textiltechnik oder Schiffstechnik spezialisieren. Daneben gibt es eigenständige Studiengänge wie Maschinenbauinformatik, Energietechnik oder Luft- und Raumfahrttechnik, die man zusätzlich belegen kann.

» Beispiel Schiffsbau

Schiffsbauingenieur arbeitet an Containerschiff.
Spezialgebiet des Maschinenbaus: der Schiffsbau. © Idanupong / stock.adobe.com

Das Spezialgebiet Schiffsbau beispielsweise beinhaltet den Industriezweig, der sich mit der Entwicklung, Fertigung und Reparatur von Schiffen befasst. Dabei kann es sich um Luxusjachten, Containerschiffe oder auch Kreuzfahrtschiffe handeln.

Dazu braucht es neben Wissen über allgemeinen Maschinenbau und Schiffsantrieb auch Kenntnisse über das Verhalten von leeren und beladenen Schiffen im Wasser (Schiffshydrodynamik). Ebenso sind Materialkenntnisse vonnöten, die sich besonders im Fertigungsprozess auswirken.

Je nachdem, in welcher Position ein Maschinenbauer im Schiffsmaschinenbau arbeitet, gilt es, neben der Planung und Projektierung auch ganz konkret tätig zu werden und selbstständig das entsprechende Material zu ordern, das immer dem jeweiligen Einsatz angepasst sein muss. Schrauben im Innenraum von Schiffskabinen müssen beispielsweise anderen Anforderungen standhalten als Schrauben am Schiffsrumpf, die möglicherweise noch Kontakt zum Wasser haben. Schrauben in Maschinen wie Motoren, Turbinen etc. unterscheiden sich deutlich von Schrauben, mit denen die Kabinenfenster befestigt werden. Dreikantschrauben beispielsweise bieten aufgrund ihrer Konstruktion großen Schutz davor, von Unbefugten unerlaubterweise gelöst zu werden und erhöhen so die Sicherheit enorm. Das ist besonders auf Kreuzfahrtschiffen nicht zu unterschätzen.

Dreikantschrauben und andere Spezial- und Sonderschrauben für den Schiffsbau, stellt beispielsweise die in Hamburg ansässige Alstertaler Schrauben & Präzisionsteile GmbH her. Der Experte von Spezialschrauben verfügt über langjährige Erfahrungen unter anderem im Schiffsbau und in der Marinetechnik. Die Mitarbeiter wissen um die komplexen Vorgänge, die es braucht, um ein Schiff bis zum Stapellauf zu bringen. Prozessoptimierte interne Arbeitsabläufe sowie sorgsame Kommunikation mit dem Kunden sorgen dafür, dass Bestellungen termingerecht zugestellt werden und weiterverarbeitende Gewerke ihre Aufträge pünktlich erledigen können.

Neben den großen Abläufen in der Schiffsfertigung auch solche Details im Blick zu haben, erfordert große Sachkenntnis und Umsicht an einen Maschinenbauer oder Maschinentechniker.

Studium an Fachschule

Eine Fachschule ist eine schulische Einrichtung, die der beruflichen Weiterbildung dient.

Ein Studium an einer Fachschule dauert daher in der Regel nur 4 Semester und schließt mit dem Erwerb des Maschinenbautechnikers ab. Die Weiterbildung erfolgt überwiegend berufsbegleitend entweder in Voll- oder Teilzeit. Den Abschluss der Weiterbildung bildet eine stattliche Prüfung.

» Voraussetzung

Um sich an einer Fachschule in Richtung Maschinenbautechniker weiterzubilden, bedarf es einer fachspezifischen Berufsausbildung sowie mindestens einem Jahr Berufserfahrung.

Duales Studium/ Duale Ausbildung

Hierbei handelt es sich um eine gewerblich-technische Berufsausbildung, mit der man unter anderem die Abschlüsse Technischer Zeichner, Mechatroniker oder Industriemechaniker erwerben kann.

In der dualen Ausbildung wird das benötigte Wissen in Betrieb und Berufsschule erworben. Beim dualen Studium wird meist ein Hochschulstudium mit hohem Praxisbezug absolviert.

» Tipp: Es besteht in Deutschland auch die Möglichkeit, mittels Fernstudium zum Maschinenbauer zu gelangen. Derzeit sind über zehn Bachelorstudiengänge gelistet, die je nach Art der Fern(hoch)schule unterschiedlich abschließen.

Was verdient ein Maschinenbauer?

Im Durchschnitt liegt das monatliche Bruttogehalt im Bereich Maschinenbau bei 3.500 € bis 4.500 €.

Berufsanfänger starten meist bei 3.000 €, wer hingegen in der Forschung unterwegs ist , kann monatlich mit durchschnittlich 4.200 € brutto rechnen.

Berufsaussichten

Junge Maschinentechniker an Fotovoltaikanlagen.
Gute Berufsaussichten in der Energie- und Umweltbranche. © DisobeyArt / stock.adobe.com

Maschinenbauer und Maschinentechniker finden sich in vielen Branchen. Am häufigsten sind sie anzutreffen:

  • in der Automobilbranche
  • im Schiffsbau
  • in der Luft- und Raumfahrt
  • im Werkzeugmaschinenbau und
  • in der Medizintechnik.

Dabei konzentriert sich die Arbeit unter anderem auf folgende Tätigkeitsbereiche:

  • Forschung & Entwicklung
  • Planung & Projektierung
  • Konstruktion & Montage und
  • Fertigung.

Große Nachfrage nach Maschinenbauern und Maschinentechnikern gibt es im Bereich der Energie- und Umwelttechnik bei den erneuerbaren Energien. Planung, Fertigung und Wartung von Fotovoltaik- und Windkraftanlagen sowie die Forschung an energieeffizienten Antriebs- und Steuerungssystemen haben ihr Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft und werden noch über Jahre Arbeitsplätze für angehende Maschinenbauer bereithalten.