IT-Sicherheit im Home Office: 9 wichtige Tipps für den Datenschutz

Im Home Office prallen Privat- und Arbeitsleben aufeinander, was ein Risiko für den Datenschutz und die IT-Sicherheit bedeutet. Hier müssen Sie aktiv werden.

Laptop mit Warnung
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Von zuhause aus arbeiten? Das klingt für viele wie Musik in den Ohren. Das ist es sicherlich auch – allerdings nur dann, wenn man sich bewusst dafür entschieden hat. Denn die Corona-Krise hat leider sehr viele Arbeitnehmer dazu gezwungen von zuhause aus und somit im Home Office zu arbeiten. Und gerade das ist für viele eine schwierige Situation. Denn das Home Office und die Gesundheit können hier schnell zum Problem werden. Laut dem Wissenschaftlichen Institut der AOK haben Beschäftigte im Home Office zum Beispiel stärkere psychische Belastungen.

Doch das ist nicht das einzige Problem. Mitarbeiter müssen ihr Home Office zudem hinsichtlich der IT-Sicherheit auf Vordermann bringen und einen gewissen Schutz bieten. Denn nur so ist das Unternehmen effektiv vor Hackerangriffen und somit auch vor Datenverlust geschützt. Doch was, wenn man davon überhaupt keine Ahnung hat, aber schon morgen von zuhause aus arbeiten soll? Keine Panik. Wir erklären Ihnen ganz genau, wie Sie Ihren Arbeitsplatz sicher machen und somit die IT-Sicherheit des Unternehmens nicht gefährden.

Warum ist die IT-Sicherheit im Home Office so wichtig?

Nie war die Zahl der Cyberangriffe so hoch wie in den letzten Jahren. Laut der Sendungen „Tagesschau“ stieg die Zahl der Angriffe 2019 auf einen Höchststand. Schadenshöhe: mehr als 100 Milliarden Euro. Doch 2020/21 kommt es nun noch schlimmer. Denn aufgrund der Corona-Krise nehmen Cyberkriminelle nun nicht mehr nur Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ins Visier, sie gehen auch den Umweg über das Home Office. Und warum? Weil dieser „Umweg“ doppelten Erfolg verspricht. Denn nicht nur die Firmen-IT lässt sich so angreifen, sondern auch der Mitarbeiter als Privatperson.

Während wir also alle zurückstecken und uns so gut es geht an die aktuelle Situation anpassen müssen, nutzen Cyberkriminelle die Corona-Krise und die Unsicherheit aller aus, um damit doppelt so viel Umsatz zu machen. Denn es reicht schon aus, wenn Sie eine einzige E-Mail öffnen, die Ihnen eigentlich vertrauenswürdig erscheint – und schon ist es passiert. Um sich genau davor zu schützen und nicht Schuld am Datenklau im Unternehmen zu sein, geben wir Ihnen nachfolgend Tipps, wie Sie für die bestmögliche IT-Sicherheit im Home Office sorgen.

Tipps rund um die IT-Sicherheit im Home Office

❍ Tipp 1 – Datenschutz im Home Office:

Unterlagen verschlossen im Schrank
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Bevor wir zu dem Punkt IT-Sicherheit kommen, möchten wir zunächst auf den richtigen Umgang mit sensiblen Daten im eigenen Heim eingehen. Stellen Sie sich einfach vor, Ihr Home Office wäre ein Büroraum in Ihrem Unternehmen. Um Daten zu schützen, sollten Sie also stets:

● die Tür schließen, wenn Sie das Home Office verlassen
● Bildschirme von PC, Laptop und Tablet mit Bildschirmschutzfolien versehen
● den Arbeitsplatz aufgeräumt hinterlassen
➥ Unterlagen nie frei zugänglich liegen lassen (am besten im Schrank einschließen)
● alle Geräte mit einem Passwort schützen
● bei Telefonaten und Videokonferenzen Fenster und Türen schließen
● alle Daten in regelmäßigen Abständen sichern

Gehen Sie am besten alles mit Ihrem Arbeitgeber durch. Dieser kann Ihnen genau sagen, was wichtig ist und in welchen Punkten er Sie eventuell zusätzlich mit Materialien oder anderen Mitteln unterschützen kann.

❍ Tipp 2 – private und geschäftliche Daten trennen:

Müssen Sie Ihren privaten PC oder Laptop für Ihre Arbeit nutzen, dann ist es sehr wichtig, dass Sie beide Bereiche voneinander trennen. Umsetzen können Sie das zum Beispiel, indem Sie zwei verschiedene Benutzerkonten (jeweils mit einem Passwort geschützt) anlegen. Private und geschäftliche Daten lassen sich so optimal voneinander trennen.

❍ Tipp 3 – Sicherer Zugriff auf das Firmennetzwerk:

Die meisten Unternehmen verfügen über ein so genanntes Firmennetzwerk. Müssen Sie von zuhause aus darauf zugreifen, dann sollte dies am besten immer über eine verschlüsselte VPN-Verbindung erfolgen. VPN bedeutet Virtual Private Networks und steht für einen sicheren Kommunikationskanal. Fragen Sie einfach Ihren Arbeitgeber bzw. beim IT-Manager nach den VPN-Verbindungseinstellungen.

❍ Tipp 4 – Sicherheitsprogramme nutzen:

Anti-Virus-Programm
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Um sämtliche Daten auf dem PC und Laptop zu schützen, sollten Sicherheitsprogramme zum Einsatz kommen. Sie schützen nicht nur vor Computerviren, sie bieten auch einen Phishing-Schutz (Datenklau über gefälschte E-Mails oder Websites), eine Firewall gegen unerwünschte Netzwerkzugriffe und vermeiden Spam. Dafür müssen Sie auch nicht einmal viel bezahlen. Ganz im Gegenteil. Es gibt sogar schon Sicherheitsprogramme für kleines Geld sowie antivirus kostenlos für PC und Co.

❍ Tipp 5 – Vertrauliche Informationen sicher entsorgen:

Können Sie im Home Office vertrauliche Informationen auf Datenträgern oder Dokumente nicht in geeigneter Weise entsorgen, dann bringen Sie diese zu Ihrem Arbeitgeber, damit dieser sich darum kümmert. Entsorgen Sie vertrauliche Informationen niemals über den normalen Hausmüll. Angreifer haben so schließlich leichtes Spiel. Sie gewinnen auf diese Weise Informationen, die sie für sich selbst, z.B. in Form von Erpressungsversuchen, ausnutzen und so Existenzen gefährden können.

❍ Tipp 6 – Software regelmäßig aktualisieren:

Softwareupdates sind wichtig, da sie Sicherheitslücken schließen und dafür sorgen, dass Programme sicher und stabil bleiben. Verzichten Sie jedoch auf Software-Aktualisierungen, haben Hacker leichtes Spiel, da sie Schwachstellen im Programmcode im Nu finden und für ihre Zwecke nutzen. Daher gilt: immer nur Software verwenden, die auf dem aktuellsten Stand ist.

Zusatztipp:
Viel zu oft wird bei Meldungen wie „Ein Software-Update ist verfügbar“ auf „Abbrechen“ statt auf „Installieren“ geklickt. Oftmals aus Zeitmangel und weil die meisten denken, dass sie sich später noch einmal damit beschäftigen werden. In den meisten Fällen passiert das aber nicht. Um dem aus den Weg zu gehen, ist es daher ratsam bei sämtlichen Programmen die Funktion Auto-Update einzustellen, damit sich diese automatisch aktualisieren. So müssen Sie sich um nichts kümmern.

❍ Tipp 7 – Daten regelmäßig sichern:

Datensicherung auf PC und Laptop
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Müssen Sie Daten lokal speichern, sprich also auf dem PC oder Laptop, dann ist es extrem wichtig, dass Sie regelmäßig Datensicherungen erstellen. Einen USB-Stick bzw. eine externe Festplatte für die Datensicherung zu nutzen, ist jedoch nicht sinnvoll. Es besteht schließlich die Gefahr, dass diese durch Stürze oder auch durch eine falsche Aufbewahrung Schäden nehmen und die Daten somit zerstört werden. Außerdem ist das Risiko eines Diebstahls des Datenträgers oder aber das „Liegen lassen“, wenn Sie unterwegs sind, einfach zu groß. Nutzen Sie daher lieber eine Backup-Software, welche die Daten gleich auch verschlüsselt.

❍ Tipp 8 – Bildschirmschutzfolien verwenden:

Haben Sie schon einmal etwas von „Shoulder Surfing“ gehört? Das bedeutet, dass vertrauliche Informationen gestohlen werden, indem Ihnen über die Schulter geschaut wird. Jetzt fragen Sie sich vielleicht „Wo soll das schon passieren?“. Ganz einfach: in Bahn und Flugzeug zum Beispiel. Arbeiten Sie auch unterwegs am Laptop, haben Angreifer leichtes Spiel. Einmal über die Schulter geschaut und schon können vertrauliche Informationen eingesehen und somit gestohlen werden. Aber auch Kameras könnten den Bildschirm Ihres Laptops aufzeichnen. Hier können Bildschirmschutzfolien weiterhelfen. Sie sorgen dafür, dass Leute, die von der Seite auf Ihren Bildschirm schauen, nur ein schwarzes Bild erkennen können. Sprich also ein gestochen scharfes Bild ist nur sichtbar, wenn Sie direkt auf den Bildschirm schauen.

❍ Tipp 9 – Schaden bzw. Verlust schnell melden:

Sollten Daten gestohlen, Geräte abhanden gekommen sein oder Sie den Verdacht haben, dass Sie gehackt wurden, dann melden Sie das Ihrem Unternehmen unverzüglich. Nur so kann es so schnell wie nur möglich eingreifen und notwendige Schritte einleiten.

Fazit:

Von zuhause aus zu arbeiten, ist an sich ein Kinderspiel. Dennoch müssen Home Office Angestellte so einiges beachten. Wichtig ist vor allem, dass Arbeitgeber ihre Angestellten für die Gefahren, die im Home Office lauern, sensibilisieren. Sie müssen sich bewusst machen, was passieren könnte, wenn sie Unterlagen offen liegen lassen, Datenträger kaputt gehen oder sie Opfer eines Hackerangriffs werden. Am besten erstellen Unternehmen einen Notfallplan für die unterschiedlichen Situationen. So wissen alle Mitarbeiter sofort, wie Sie im Notfall zu handeln haben.