Berufsbild Pflegemanagement – Voraussetzung, Studium und Karriere

Pflegemanagement ist ein vielseitiges Studium, das weit gefächerte Inhalte vermittelt. Informationen zu Karrieremöglichkeiten, Verdienst und weiteren Aspekten des Studiums erfahren Sie in diesem Artikel. 

Pflegemanager in leitender Position.
Pflegemanager in leitender Position. © Rido / stock.adobe.com

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt seit Jahren und auch zukünftig wird sich die Situation nicht ändern. Wie die Barmer in ihrem Pflegereport 2021 prognostiziert, wird der Anteil der pflegebedürftigen Menschen von derzeit 4,5 Millionen auf 6 Millionen Menschen im Jahr 2030 ansteigen.

Perspektivisch wird also mehr Pflegepersonal benötigt genauso wie Menschen in leitenden Positionen, die Pflegeeinrichtungen ins Leben rufen und effektiv führen können. Und genau da setzt Pflegemanagement an.

Zielgruppe eines Pflegemanagementstudiums sind zum einen gelernte Pflegekräfte, die sich weiterbilden und den Pflegebereich in leitenden Positionen stärken möchten. Aber auch Quereinsteiger die bereits betriebswirtschaftlich gefestigt sind, mit Pflege bisher nicht viel zu tun hatten und nun in den Pflegesektor wechseln möchten, sind gerne gesehen,

Ziele und Inhalte des Studiums

Pflegemanagement wird überwiegend als Bachelor-Studiengang angeboten, der neben medizinischen Grundkenntnissen auch Aspekte der Betriebswirtschaftslehre, Mitarbeiterführung und Personalplanung vermittelt.

Nach Abschluss des Studiums sind Sie in der Lage, Einrichtungen im Pflegesektor zu leiten. Aber auch in anderen Gesundheitsbereichen könnten Sie nach dem Studium in leitenden Positionen arbeiten oder gar selber einen Pflegedienst gründen.

Die Studieninhalte im Detail

Doch wie sehen die Studieninhalte im Detail aus? Je nach Hochschule beträgt die Regelstudienzeit sechs bis acht Semester und beinhaltet meist folgende Themen:

  • Recht & Ethik

Gesetzliche Vorgaben bilden den Rahmen, innerhalb derer die Pflege umgesetzt wird. Doch wie genau sieht ein würde- und respektvoller Umgang mit pflegebedürftigen Menschen aus? Welche Rechtsvorschriften gibt es diesbezüglich zu beachten? Sozialwissenschaftliche Grundlagen reihen sich in diese Überlegungen mit ein.

  • Gesundheitsökonomie

Das weite Spannungsfeld zwischen ökonomischen und gesundheitlichen Interessen hinsichtlich Pflege beziehungsweise Pflegeeinrichtungen steht im Mittelpunkt der Gesundheitsökonomie.

  • Personalentwicklung und -führung

Was braucht es, um ein guter Chef zu sein? Wie hole ich das beste aus den Mitarbeitern und kann so den Gesamterfolg des Unternehmens steigern? Wie und an welchen Stellen setze ich Mitarbeiter ein? Wie kann ich Mitarbeiter langfristig an den Betrieb binden und diesen somit stärken? Das sind nur einige von vielen Fragen, die zu erörtern sind.

  • Betriebliches Rechnungswesen

Den Überblick über den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zu haben, ist unabdingbar. Nur so kann beispielsweise bei sinkenden Zahlen rechtzeitig entgegengewirkt werden. Doch an welchen Kennzahlen wird der Erfolg des Unternehmens gemessen? Wie werden Bilanzen gelesen und was sagen die Zahlen konkret aus?

Fallzahlen im Pflegesektor.
Pflegemanager müssen die Zahlen im Blick haben. © onephoto / stock.adobe.com
  • Versorgungsstrukturen

Von Kranken- und Pflegekassen, Krankenhäusern, ambulanter und stationärer Pflege bis hin zu Hausärzten sind viele verschiedene sogenannte Versorgungsstrukturen in der Pflege anzutreffen. Kenntnisse um das Zusammenspiel der vielen verschiedenen Strukturen sind wichtig, um eine Einrichtung erfolgreich zu leiten.

Weitere Schwerpunktsetzung möglich

Einige Fachhochschulen bieten bereits im Bachelorstudiengang eine Vertiefung bestimmter Themen an. Schwerpunkte können beispielsweise sein:

  • Sucht
  • Ambulante Versorgung im Gegensatz zu stationärer Versorgung
  • Gerontologie

Anschluss Masterstudium

Mit dem Bachelorabschluss in der Tasche kann man sich direkt ins Berufsleben stürzen oder aber einen Masterstudiengang anhängen. Während weiterer vier Semester werden bestimmte Themengebiete vertieft, die Sie vor allem hinsichtlich des Managements und der Personalführung spezialisieren.

Studienmöglichkeiten & Voraussetzungen

Die Voraussetzungen für ein Bachelorstudium unterscheiden sich etwas von Schule zu Schule. Während bei einigen Anbietern ein Realschulabschluss mit dreijähriger Pflegeausbildung gewünscht wird, von dem aus man sich dann weiterbilden kann, reicht anderen Schulen die Allgemeine Hochschulreife. Mitunter müssen nicht einmal praktische Erfahrungen vorliegen. Aus diesem Grund sollte man sich im Vorfeld ausführlich informieren, welche Schule infrage kommt.

Sollten Sie schon länger mit dem Gedanken spielen, in die Pflege zu wechseln, obwohl Sie aus einem fachfremden Beruf kommen, wäre das Fernstudium Pflegemanagement Bachelor der Fernhochschule Akad.de vielleicht etwas für Sie. Eine große Bandbreite an Abschlüssen wie zum Beispiel „staatlich anerkannter Erzieher“ oder „staatlich anerkannter Heilpädagoge“ ermöglichen das Fernstudium ebenso wie verschiedene Fortbildungsabschlüsse der IHK. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Abschluss für ein Studium genügt, können Sie die Studienberatung in Anspruch nehmen und gemeinsam nach geeigneten Lösungen schauen.

Studium flexibel gestalten

Fachhochschulen und allgemeine Hochschulen, auf Gesundheitsberufe spezialisierte Hochschulen und Fernschulen bieten derzeit den Bachelorstudiengang Pflegemanagement an. Dabei reichen die Angebote vom Vollzeitstudium, über berufsbegleitende Studiengänge mit Präsenzanteil bis hin zu kompletten Fernstudiengängen. Dementsprechend unterschiedlich sind die Weiterbildungskosten, die selber getragen werden müssen.

Student beim E-learning.
Das Studium kann flexibel gestaltet werden. © thodonal / stock.adobe.com

Die monatlichen Kosten reichen von ungefähr 199 Euro bis 350 Euro und die Gesamtkosten des Studiums können sich bei 12.000 – 16.000 Euro einpendeln.

Gehalt & Karriere

Beispielhaft seien hier einige Möglichkeiten genannt, in denen studierte Pflegemanager arbeiten können:

  • Leiter und Inhaber eines Pflegedienstes
  • Pflegedienstleiter im Krankenhaus
  • Pflegedienstleitung in einer sozialen Einrichtung
  • Projektleiter zur Einrichtung einer ambulanten Pflegestation
  • Beratende Tätigkeiten bestehender Pflegeheime

Das Gehalt eines Pflegemanagers ist von mehreren Faktoren abhängig, unter anderem vom Wohnsitz beziehungsweise dem Ort der Arbeitsstätte, der Berufserfahrung und dem Abschluss.

Pflegemanager mit Masterabschlüssen verfügen über eine höhere Qualifikation als diejenigen mit Bachelorabschlüssen und verdienen dementsprechend mehr. Nicht selten werden sie bei der Besetzung bestimmter Posten auch bevorzugt gegenüber Bachelor-Abschlüssen.

Wie in anderen Branchen auch üblich, verdienen Berufseinsteiger weniger Geld als langjährige Mitarbeiter.

Der durchschnittliche Brutto-Mindestverdienst bei einer 40-Stunden-Woche liegt in:

  • Mecklenburg-Vorpommern bei 3.500 Euro
  • Bremen bei 4.400 Euro
  • Hessen bei 4.900 Euro.

Grundsätzlich verdienen Pflegemanager in den westlichen Bundesländern mehr als in den östlichen, da die Löhne an die jeweiligen Lebenshaltungskosten gekoppelt sind und diese nach wie vor ein starkes West-Ost-Gefälle aufweisen.