Arzt auf Jobsuche: Welche Kanäle versprechen Erfolg?

Ärzte stehen bei der Jobsuche vor den gleichen Problemen wie andere Arbeitsuchende auch. Wer hier gezielt vorgeht, hat definitiv bessere Chancen.

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Bleibt der lang ersehnte Sprung vom Fach- zum Oberarzt aus, stimmt das Gehalt nicht oder besteht der allgemeine Wunsch nach Veränderung, wechseln auch Ärzte gern den Arbeitgeber. Ganz leicht haben sie es in der Kliniklandschaft allerdings nicht. Die Konkurrenz ist groß, schließlich wissen viele Mediziner das Angestelltenverhältnis zu schätzen. Wo also gelingt die Suche am leichtesten und was ist erfolgversprechend?

Jobbörsen: Riesiges Feld mit Spezialisierungsmöglichkeit

Rund 1.600 Stellenbörsen gibt es im World Wide Web inzwischen. Wer hier nach einem neuen Arbeitgeber sucht, wird mit einer entsprechend großen Anzahl an Optionen konfrontiert. Das Problem dabei: viele Börsen spezialisieren sich nicht, sondern decken den gesamten Arbeitsmarkt ab. Ingenieure gehen dort genauso auf die Suche wie Fachlageristen, Rechtsanwälte, Altenpfleger und Ärzte. Angesichts dieser breiten Streuung ist die Recherche in klassischen Jobbörsen nicht unbedingt stressfrei, aber trotzdem eine Möglichkeit. Wer klug filtert und sich bei der Ermittlung passender Vakanzen nicht ablenken lässt, kann durchaus Erfolg haben.

Noch leichter gelingt die Suche bei Jobportalen, die das allgemeine Terrain verlassen und mit einer Spezialisierung aufwarten. Hier liegen die Vorteile in einer optimierten Übersichtlichkeit und der einfacheren Suche innerhalb des ohnehin eingegrenzten Spektrums. Eine Jobbörse für Ärzte hilft Medizinern praktisch dabei, die richtigen Stellen für ihre individuelle Fachrichtung sowie die angestrebte Position in der gewünschten Region zu finden.

Solch spezialisierte Jobbörsen dürften ein ausschlaggebender Grund dafür sein, dass Online-Jobportale immer beliebter werden. Rund 82 Prozent der Befragten im Rahmen einer Studie von CarreerBuilder gaben an, diesen Kanal besonders häufig zu nutzen. Wer sich von Crawlern sowie allgemeinen Börsen abwendet und spezialisierte Angebote in Anspruch nimmt, dürfte dabei noch effektiver vorankommen.

Zeitung: Kommt der Klassiker aus der Mode?

Printmedien als Lösungsmöglichkeit bei der Arbeitsplatzsuche sind ein zweischneidiges Schwert. Einerseits gibt es sie bereits seit vielen Jahrzehnten, andererseits können sie die heute geforderte Bandbreite nur noch schwer abdecken. Auf der Jagd nach freien Stellen in der Zeitung zu stöbern, ist folglich nicht die beste Option, denn die Anzahl der Anzeigen rangiert auf weitaus niedrigerem Niveau als im Internet. Das bedeutet nicht, dass sich nicht ein Glückstreffer darunter befinden kann, als alleiniges Medium für die Jobsuche eignen sie sich aber kaum.

Das liegt auch daran, dass detailliertere Einblicke anhand einer Zeitungsannonce nicht gewährleistet werden können. Potenzielle Bewerber erhalten lediglich einen kleinen Überblick zur ausgeschriebenen Stelle, jedoch keine weiterführenden Informationen über den Arbeitgeber und die Struktur des Unternehmens. Findet sich in Printmedien eine interessante Anzeige, führt dies aus diesem Grund zwangsläufig dazu, dass weitergehende Online-Recherchen nötig sind. Schließlich braucht es für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch auch detailliertes Wissen.

Klinik-Webseiten: Direktkontakt mit geringer Ausbeute

Selbstverständlich sind Kliniken heute auch mit ihren eigenen Webpräsenzen vertreten. Dort informieren sie nicht nur Patienten über ihre Leistungen, sondern bieten meist eine Karriere-Rubrik, in der aktuelle Stellen ausgeschrieben werden. Das Problem dabei ist allerdings der Zeitfaktor: um passende Jobs zu finden, müssen Ärzte die Portale aller infrage kommender Arbeitgeber extra aufrufen und die freien Angebote sichten. Bei umfangreicheren Suchen kann das schnell einen ganzen Nachmittag dauern, ohne dass sich dabei eine nennenswerte Anzahl vielversprechender Adressen ergibt.

Hinzu kommt, dass Arbeitgeber selbst nicht immer transparent genug arbeiten. Dass einige Ärzte ihren Job aus Gründen wie zu geringer Bezahlung oder unbezahlter Überstunden wechseln, legen die Ergebnisse einer Studie nahe, über die medscape.com berichtet. Laut der Umfrage finden sechs von zehn Medizinern, sie verdienen nicht genug. Zur Recherche auf Klinikseiten kommt folglich noch die Erhebung weiterer Informationen hinsichtlich der Mitarbeiterzufriedenheit und etwaiger Tarifverträge. Viel Zeitaufwand wartet also auf Ärzte, die sich nur auf diese Strategie beschränken.

Der verdeckte Stellenmarkt: Mit „Vitamin B“ zum neuen Job?

Eine letzte Alternative, die sich weder im Internet noch in Printmedien offenbart, ist der sogenannte verdeckte Stellenmarkt. Nicht jeder freie Posten wird heute öffentlich ausgeschrieben. Manche von ihnen bleiben nur für kurze Zeit frei, um dann „unter der Hand“ an eine passende Fachperson vergeben zu werden. Schade für all jene, die nichts von diesen offenen Positionen wussten.

Aus diesem Grund spielt das persönliche Netzwerk bei der Jobsuche für Ärzte durchaus eine Rolle. Befreundete Mediziner oder Geschäftsführer anderer Kliniken und Versorgungszentren können dabei helfen, nicht ausgeschriebene Stellen zu entdecken und sich auf sie zu bewerben. Der Vorteil eines Netzwerks liegt auch darin, dass der potenzielle Arbeitgeber im Rahmen einer Empfehlung Kenntnis über seinen neuen Bewerber erlangt. Das sorgt für einen guten ersten Eindruck und kann die Chancen auf einen Vertragsabschluss erhöhen.

Gute Beziehungen sind jedoch rar gesät. Vor allem junge Ärzte, die gerade erst ihr Studium abgeschlossen haben, können nur selten auf Bekannte zurückgreifen, die ihnen verborgene Jobs zeigen. In ihrem Fall bleiben spezialisierte Jobbörsen und ein waches Auge für den Markt weiterhin die effektivsten Möglichkeiten, einen Arbeitgeber zu finden.

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