Arbeiten in Dubai – Tipps für Fachkräfte und Unternehmen

Dubai wird, wegen der günstigen steuerlichen Situation, als Arbeitsort immer attraktiver. Vor dem Neustart gibt es aber einiges vorzubereiten.

Arbeiten in Dubai
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Raus aus dem Trott, dem schlechten Wetter entfliehen und rein in die Welt der Schönen und Reichen – immer mehr Deutsche wandern aus oder verlagern zumindest ihren Arbeitsplatz ins Ausland. Die Gründe dafür können privater Natur sein, aber auch durch das bisher ausgeführte Business bestimmt werden – zum Beispiel wenn der Arbeitgeber eine Stelle im Ausland anbietet.

Die beliebtesten Arbeitsplatzziele sind weiterhin Österreich, Spanien und die Schweiz. Aufgrund des wirtschaftlichen Wachstums und der günstigen steuerlichen Situation, kommt allerdings Dubai mehr und mehr in den Fokus deutscher Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dubai liegt am Persischen Golf, ist die Hauptstadt des Emirats Dubai und gehört zu den – 1971 gegründeten – Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Wer beabsichtigt in Dubai zu arbeiten, oder dort ein Unternehmen aufbauen will, muss einiges an Vorbereitungen treffen und sich über die Besonderheiten der Millionenmetropole informieren.

Einreisebestimmungen für Dubai

Auch wenn man es nicht vermuten mag, die Einreisebestimmungen für Dubai sind einfacher als angenommen. Bevor Sie eine neue Arbeitsstelle in Dubai annehmen, sollten Sie sich mit dem Land vertraut machen – quasi einen Look & See Trip starten. Dazu benötigen Sie nur ein Besuchervisum.

  • nutzbar von deutschen Staatsbürgern
  • gültig für 90 Tage
  • Reisepass erforderlich / mindestens noch sechs Monate gültig
  • Visum wird bei Ankunft in Dubai ausgestellt
  • Bürge wird benötigt (Hotel, Unternehmen, Staatsbürger der VAE)

Bei der Beantragung eines Arbeitsvisums für Dubai gibt es seit Februar 2018 einige Veränderungen. Mit Einreichung der Bewerbung für das Visum muss nun auch ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt werden. Das Führungszeugnis wird in Deutschland ausgestellt, muss aber bei Ankunft in Dubai von der Ausländerbehörde der VAE zertifiziert werden. Vor der Einreise müssen Sie bereits ein konkretes Jobangebot, oder besser noch einen unterschriebenen Arbeitsvertrag in der Tasche haben. Ihr Arbeitgeber fungiert dann als Sponsor, ohne den das Arbeiten in Dubai nicht möglich ist.

Wohnen und Leben in Dubai

Neben dem neuen Job muss natürlich auch das wohnliche und private Umfeld in Dubai stimmen – erst recht wenn Sie mit der ganzen Familie umziehen. Gleich vorweg, die Vorstellung niedliches Eigenheim mit Vorgarten und Pool, können Sie in Dubai ad acta legen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wird größer und prunkvoller gedacht und gebaut – dementsprechend hoch sind auch die Mietkosten. Eine 2-Zimmer-Wohnung gibt es – je nach Lage und Ausstattung – ab 100.000 Dirham (AED), das sind etwa 24.000 Euro im Jahr bzw. 2000 Euro im Monat. Damit Sie später auch so leben können, wie es Ihren persönlichen und finanziellen Vorstellungen entspricht, kümmern Sie sich rechtzeitig um eine Unterkunft in Dubai. Ihr Arbeitgeber wird Sie auch in diesem Punkt unterstützen.

Tipp: In Dubai wird – zumindest im Geschäftsleben – überwiegend englisch gesprochen. Ohne entsprechende gute bis sehr gute Sprachkenntnisse werden Sie es schwer haben, einen Job in der Stadt der Wolkenkratzer zu finden.

Arbeiten im Steuerparadies Dubai

Sind die Formalitäten mit Behörden und Arbeitgeber erst einmal geklärt, können Sie die Vorzüge Ihres neuen Arbeitsplatzes genießen. Trotz aller Annehmlichkeiten die Dubai bietet, gearbeitet werden muss auch hier! Was das Einkommen betrifft, so ist dies natürlich abhängig von Ihrem neuen Arbeitsplatz, im Durchschnitt aber in etwa so hoch wie in Deutschland. Allerdings gibt es keine Tarifverträge etc. und die beste Nachricht, auch keine Steuern. Was als Bruttogehalt im Vertrag steht landet am Monatsende auch auf Ihrem Konto. Wer als Expat nach Dubai geht, genießt mitunter weitere Vorteile. Diese Benefits können im Arbeitsvertrag festgehalten werden, sind aber nicht verpflichtend für den Arbeitgeber:

  1. Organisation des Umzugs (wird meist über Expat-Stationen abgewickelt)
  2. Heimflug einmal im Jahr
  3. Sonderurlaub an religiösen Feiertagen
  4. Übernahme der Kosten für Fachärzte und Physiotherapie
  5. Teilweise oder komplette Übernahme der Schulgebühren
  6. Beteiligung an den Mietkosten
  7. Firmenwagen oder Mobilitätspauschale für öffentliche Verkehrsmittel
  8. Finanzielle Unterstützung für den Ehepartner des Expatriaten (z. Bsp. zur Weiterbildung oder für Sprachkurse)

Steuervorteile für Unternehmen

Nicht nur Arbeitnehmer, auch Unternehmen profitieren von den Steuervorteilen in Dubai. So entfallen dort zum Beispiel die Unternehmens- und Körperschaftssteuer (außer Öl- und Gas-Branche). Dabei ist es egal, ob die Unternehmensgründung direkt in Dubai oder in einer der Freihandelszonen erfolgt. Vorteil bei Firmengründung in einer Freihandelszone: Der Unternehmer bleibt zu 100 Prozent Eigentümer seines gegründeten Unternehmens und braucht keinen Sponsor, der außerhalb der Freihandelszone nicht nur Unterstützer sondern auch Anteilseigner mit 51 Prozent ist.

50 Jahre steuerfrei!
Außerdem wird die Steuerfreiheit, bei Unternehmensgründung in einer Freihandelszone, für 50 Jahre garantiert! Das bedeutet, Sie müssen für mindestens 50 Jahre keine Unternehmens-, Körperschafts- Grund- und Gewerbesteuersteuer zahlen.

Kosten für Firmengründung in Dubai
Bei den Kosten gibt es zuerst einmal zwei Varianten: 1. Sie übernehmen eine bestehende Firma, dann wird in erster Linie deren Kaufpreis der größte Kostenblock sein. Oder 2. Sie gründen neu. Dann müssen Sie Kosten für die Gründungsdokumente, Übersetzungsservices, Büromiete (zwingend notwendig) und die in Dubai üblichen Lizenzgebühren einplanen.

Gerade die beiden letztgenannten Posten sind jährlich einzukalkulierende Kosten. In puncto Büromiete möchte ich nochmal auf die oben bereits erwähnte Website all-realestates.com hinweisen, die da sehr nützlich ist. Für die jährlich fälligen Lizenzgebühren sind mindestens 45.000 Dirham einzuplanen. Das entspricht ca. 10.500 €.

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