Arbeitslos und arbeitsuchend – Wo liegt der Unterschied?

„Arbeitsuchend“ wird oftmals mit „arbeitslos“ gleichsetzt. Beide Begriffe hängen miteinander zusammen, haben jedoch komplett unterschiedliche Bedeutungen.

Arbeitslos und arbeitsuchend - Wo liegt der Unterschied?
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Arbeitslos ist jeder, der keine Arbeit hat. In der Regel ist jeder Arbeitslose auch arbeitsuchend. Aber längst nicht jeder Arbeitsuchende ist auch arbeitslos. Dies mag erst einmal vielleicht verwirrend klingen, lässt sich aber logisch erklären.

Ob jemand als arbeitsuchend oder als arbeitslos gemeldet ist, macht nicht nur für den Betroffenen selbst einen Unterschied, sondern auch für die Ämter und Behörden. Erfahren Sie im Folgenden, wie sich die beiden Begriffe trennen lassen.

Wer ist arbeitslos?

Das Gesetz spricht von Arbeitslosigkeit, wenn eine arbeitsfähige Person ohne Beschäftigung ist und aktiv nach neuer Arbeit sucht. Es fehlt der betroffenen Person also an einer Tätigkeit, der er zu geregelten Zeiten nachgeht, und an einem Arbeitslohn, von dem er seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Die Rede ist hierbei von sozialversicherungspflichtigen Tätigkeiten.

» Tipp:
Auch, wer einen Minijob auf 450 € – Basis ausübt, gilt als arbeitslos – solange die Arbeitszeit so verteilt wird, dass nicht mehr als 15 Stunden pro Woche zusammen kommen.

Zur Info: Minijobber dürfen im Monat maximal 50,9 Stunden arbeiten und bekommen mindestens 8,84 Euro pro Stunde.

Wer ist arbeitsuchend?

Vor dem Gesetz wird eine Person als arbeitsuchend eingestuft, wenn sie auf der Suche nach einer Arbeit ist. Dabei ist es unerheblich, ob sie sich in einem Beschäftigungsverhältnis befindet, selbständig oder arbeitslos ist.

Wesentlicher Unterschied Arbeitslosmeldung und Arbeitsuchendmeldung

Der wesentliche Unterschied liegt im Leistungsanspruch: Während bei der Arbeitsuchendmeldung lediglich eine Registrierung erfolgt und die Vermittlungstätigkeit seitens der Agentur für Arbeit beginnt, tritt mit der Arbeitslosigkeit bedroht ist. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn …

  • man die Kündigung bereits erhalten hat
  • man eine befristete Arbeitsstelle hat, die bald ausläuft
  • man vorhat, selbst zu kündigen

» Tipp: Wenn Sie selbst kündigen, müssen Sie damit rechnen, dass die Agentur für Arbeit eine Sanktion von bis zu drei Monaten verhängt, weil Sie Ihre Arbeitslosigkeit selbst verschuldet haben. In dieser Zeit würden Sie kein Arbeitslosengeld erhalten.

Wer sich beruflich aus einem dieser Gründe neu orientieren muss, sollte sich spätestens drei Monate vor Beschäftigungsende bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend melden und diese von der drohenden Arbeitslosigkeit in Kenntnis setzen. Im Falle einer verkürzten Kündigungsfrist von unter drei Monaten kann diese Frist natürlich nicht eingehalten werden. In einem solchen Fall sollte man sich unverzüglich, spätestens jedoch 3 Tage nach Erhalt der Kündigung bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend melden.
Die Agentur für Arbeit beginnt mit dem Tag der Arbeitsuchendmeldung mit der Vermittlungsarbeit.

» Achtung: Sollten Sie diese Frist versäumen, müssen Sie auch hier damit rechnen, dass die Agentur für Arbeit im Falle der eingetretenen Arbeitslosigkeit eine Sanktion von bis zu drei Monaten verhängt.

Wann arbeitslos melden?

Mit der Arbeitslosmeldung beginnt Ihr Leistungsanspruch. Deshalb müssen Sie sich am ersten Tag, an dem Sie nicht mehr in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, persönlich in der Agentur für Arbeit arbeitslos melden. Eine frühere Meldung ist nicht möglich. Eine verspätete Meldung würde dazu führen, dass Ihr Leistungsanspruch entsprechend später beginnt.

Warum brauche ich eine Kundennummer?

Bei jedem Kontakt mit der Agentur für Arbeit wird eine Kundennummer abgefragt. Auch wer sich arbeitsuchend meldet, benötigt diese Nummer. Denn diese dient der eindeutigen Identifikation der betreffenden Person. Vorgänge können damit schneller bearbeitet und zugeordnet werden und Missverständnisse werden ausgeschlossen.

Die Kundennummer besteht aus einer Agenturnummer und einer Ordnungsnummer, die maschinell vergeben wird. Ganz gleich ob und welche Leistungen Sie erhalten, die Kundennummer wird einmalig vergeben und ändert sich nicht, auch wenn Sie arbeitslos werden und Leistungen erhalten.

Die Kundennummer ist auf jedem Schreiben der Agentur für Arbeit im Kopfbereich ersichtlich. Mit der Arbeitsuchendmeldung erhalten Sie darüber hinaus eine persönliche Kundenkarte, welche auch die Kundennummer enthält. Wenn Sie mit der Agentur für Arbeit kommunizieren, halten Sie Ihre Kundennummer immer griffbereit, denn diese ermöglicht eine eindeutige Zuordnung Ihrer Person zu den entsprechenden Vorgängen.

Arbeitsuchendmeldung telefonisch oder online – so geht‘s

Eine Arbeitsuchendmeldung ist nicht zwingend mit der persönlichen Vorsprache in der Agentur für Arbeit verbunden. Sie können sich telefonisch unter der kostenfreien Rufnummer: 0800-4555500 arbeitsuchend melden. Auch die Online-Anmeldung kann in wenigen Schritten durchgeführt werden.

Online arbeitsuchend melden – Schritt für Schritt

eServices

  1. eServices der Agentur für Arbeit aufrufen
  2. auf „Anmelden“ klicken und registrieren oder Anmeldedaten eingeben, wenn Sie schon welche besitzen
  3. in der Liste „eServices Vermittlung und Beratung“ auf „sich arbeitsuchend melden“ klicken
  4. angeforderte Daten eingeben
  5. auf „ARBEITSUCHEND MELDEN“ klicken

» Tipp:Anschließend können Sie sich eine Zusammenfassung der Meldung für Ihre Unterlagen ausdrucken.

Die Agentur für Arbeit wird sich innerhalb von drei Arbeitstagen bei Ihnen melden und die Anmeldung bestätigen, bzw. fehlende Daten ergänzen.

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