Private Probleme am Arbeitsplatz

Private Probleme am Arbeitsplatz sollten generell vermeiden werden. Doch man kann leider keinen Schalter umlegen und die privaten Probleme vor der Bürotür lassen.

Private Probleme am Arbeitsplatz
Private Probleme am Arbeitsplatz

Private Probleme am Arbeitsplatz zu thematisieren wird nur empfohlen, wenn es die Arbeitsatmosphäre nicht beschädigt. Grundsätzlich erwarten Chefs und Kollegen ganzen Einsatz und haben in der Regel eigene Sorgen. Von allzu starker Schauspielerei wird allerdings ebenso abgeraten, wenn eine Situation zu kippen droht.

Typische private Probleme

Nicht nur Beziehungssorgen oder gar eine kaputte Ehe (Familie), auch ein stark überzogenes Konto, Krankheiten im Familien- und Freundeskreis oder nachbarschaftliche Zerwürfnisse können tief und langfristig an den Nerven kratzen. Ob der Arbeitsplatz der richtige Ort ist, über diese Dinge zu reden, wird vom Grundsatz her bezweifelt. Zunächst handelt es sich bei den Kollegen auch um potenzielle Konkurrenten, zumindest besteht eine sehr intensive Beziehung auf Arbeitsebene, die alle Seiten während der Dienstzeiten voll und ganz fordert.

Wer hier zu viel von sich preisgibt oder gar dem Umfeld „auf die Nerven geht“, büßt sehr schnell Pluspunkte ein. Niemand will (sollte) unangenehm auffallen, auch ist es in vielen Branchen durchaus vorteilhaft, nicht aus der Masse herauszuragen. Erst recht nicht mit belastenden privaten Problemen, zu denen womöglich Ratschläge erwartet werden. Nicht nur die darauf folgende Angreifbarkeit kann prekär ausfallen. Auch das schlichte Zeit- und Gefühlskontingent, welches am Arbeitsplatz nur knapp zur Verfügung steht, würde so schnell aufgebraucht. Schließlich verlangen sämtliche Berufe heute die ganze Frau und den kompletten Mann, mit Hirn und Herz und ohne Abstriche. Wer am Arbeitsplatz über persönliche Krisen redet, bringt sich schnell in Verdacht, nicht mehr voll belastbar zu sein.

Entscheidend ist das Umfeld

Da sich aber private Probleme auf Dauer weder verstecken noch kompensieren lassen, wird von Psychologen wie Businesscoaches einhellig empfohlen, das berufliche Umfeld auf geeignete Gesprächspartner abzuchecken, wenn es denn „heraus muss“. Zunächst sollte die eigene Gefühlslage daraufhin überprüft werden, ob ein Reden oder Schweigen für den Moment günstiger ist. Nicht jede Persönlichkeit teilt sich gern mit, nicht einmal in der eigenen Familie.

» Offene Worte können helfen

Wer sich jedoch eindeutig besser fühlt, wenn er nichts verschweigt, kann den Stress reduzieren, indem er mit offenen Karten spielt. Kollegen und Chefs sind zunächst keine Monster und stehen selbst im Leben, bei einem sehr guten Arbeitsklima kann schon einmal eine Andeutung gemacht werden.

» Wem kann ich mich anvertrauen und wo liegen die Grenzen?

Zu hinterfragen wären auch frühere Erfahrungen mit solchen Situationen, die nicht einmal die Person selbst betreffen müssen. Wie wurde generell in der Abteilung reagiert, wenn jemand am Arbeitsplatz über private Probleme gesprochen hat? Manche Teams schätzen derlei Offenheit, woanders ist sie eher verpönt. Das hängt übrigens auch von den Branchen ab, in bestimmten Berufen gehört die saubere private Weste quasi zum Berufsethos. Wenn die Bedingungen stimmen, kann durchaus über Privates, auch stark Belastendes gesprochen werden, wobei bestimmte Grenzen einzuhalten sind.

Wichtiges von Unwichtigem trennen

» Auswirkungen privater Probleme auf den Arbeitsplatz
Wenn eine private Angelegenheit den beruflichen Ablauf tangiert, muss ohnehin darüber geredet werden, weil möglicherweise Arbeitszeiten zu verschieben sind. Bei Trauerfällen wird eine Mitteilung regelrecht erwartet (bei Hochzeiten ebenso), damit sich die Arbeitsumgebung angemessen verhalten kann. Auch bei persönlichen Krankheiten, die voraussichtlich in Zukunft die eigene Leistungsfähigkeit und Verfügbarkeit einschränken werden, ist ein offenes Gespräch mit dem Chef und den Kollegen angezeigt.

» Prioritäten setzen
Anders stellt es sich bei Problemen dar, die oft temporär, in jedem Fall nicht existenziell sind. Das sind Streitereien in der Familie, mit dem eigenen privaten Umfeld oder gar in einem Verein, der wirklich nur Hobbyfunktion hat. Manche Menschen nehmen so etwas sehr schwer, ihre Kollegen könnten dazu aber eine grundsätzlich andere Auffassung haben. Das Beste, was dem Problemkind dann passieren kann, wäre ein freundschaftlicher Klaps auf die Schulter und die Anmerkung, dass man sich nun wieder auf das Geschäft konzentrieren müsse.

Ähnlich sieht es mit (dummerweise) überzogenen Konten aus, das hat sich der/die Betreffende in der Regel selbst eingebrockt. Hier ist grundsätzlich zwischen Kollegen und Freunden zu unterscheiden. Letztere sind durchaus dazu da, sich einmal „auszuweinen“.

 

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