Staublunge: Ursachen & Therapie der Berufskrankheit

Früher lediglich als Bergmannskrankheit bekannt, ist die so genannte Staublunge heute in aller Munde. Kein Wunder, denn von der Berufskrankheit sind immer mehr Arbeitnehmer betroffen.

Staublunge
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Schon bereits im 16. Jahrhundert berichtete Paracelsus (schweizerisch-österreichischer Arzt, Alchemist, Astrologe, Mystiker und Philosoph) von der „Bergsucht und anderen Bergkrankheiten“. Doch damals konnte niemand so recht eine Staublunge nachweisen. Erst mit den 1895 entdeckten Röntgenstrahlen wurde es dann möglich, die Erkrankung zu erkennen und zu behandeln. Doch so recht wollte damals einfach nichts helfen. Denn es ist nicht der grobe Dreck das Problem an der Staublunge, sondern der feine, der sich in der Lunge ablagert und so für Beschwerden sorgt. Größere Staubpartikel werden schließlich im Nasen-Rachen-Raum beziehungsweise in der Luftröhre zurückgehalten. Die feineren Staubpartikel können hingegen ungehindert bis in die Lungenbläschen vordringen.

Ist die Lunge dann erst einmal massiv durch die feinen Staubpartikel belastet, kann das schwerwiegende Folgen haben. Welche Berufsgruppen vor allem gefährdet sind, wie sich die Staublunge bemerkbar macht und vor allem was Ärzte dagegen unternehmen können, haben wir hier für Sie einmal zusammengefasst.

Welche Berufsgruppen sind vor allem betroffen?

Betroffen sind vor allem die Berufsgruppen, die über Jahre hinweg schädlichem Staub ausgesetzt sind. Damals entstand die Staublunge zum Beispiel vor allem in der Hochzeit des Kohlebergbaus im Ruhrgebiet sowie in anderen Regionen Deutschlands. Von einer Staublunge betroffen sind häufig aber auch Arbeitnehmer, die folgende Tätigkeiten durchführen bzw. in den folgenden Branchen arbeiten:

  • Schweißarbeiten
  • Tiefbohrtechnik
  • Kies- und Sandindustrie
  • Gewinnung von weißer Tonerde
  • Zahntechnik
  • Maschinenbau, Verpackungsindustrie, Bauwesen
  • Berylliumgewinnung und -verarbeitung
  • Werkzeugfabrikation
  • Lack- und Farbindustrie
  • Berufe mit Asbestkontakt
  • Zementherstellung
  • Glasindustrie

Das Problem: Als wenn es nicht schon schlimm genug wäre, dass so viele Arbeitnehmer tagtäglich dem Feinstaub ausgesetzt sind, ist der Staub oft auch noch mit giftigen Stoffen verunreinigt. Klar, dass die Erkrankung dann natürlich oftmals noch viel gravierender und schlimmer ausfällt.

Ursachen für eine Staublunge

Wie bereits erwähnt entsteht eine Staublunge durch das Einatmen von sehr feinem Staub. Denn alle Staubpartikel, die kleiner als sieben Mikrometer Durchmesser sind, werden nicht mehr durch den Nasen-Rachen-Raum zurückgehalten. Die Folge: der feine Staub gelangt direkt zu den Lungenbläschen und lagert sich dort ab. Doch nicht nur das: Der Körper versucht den Staub durch den Einsatz von Immunzellen wieder aus der Lunge herauszubekommen. Doch das ist leider eine vergebliche Aufgabe des Körpers, denn Immunzellen schaffen das nicht und sterben demzufolge wieder ab. Und genau diese lagern sich dann zusätzlich in den Lungenbläschen ab. Die Folge sind Entzündungen in der Lunge und die Entstehung von Narbengewebe, welches die Lunge zusätzlich verhärtet. Zudem kann die Lunge nicht mehr gut Sauerstoff ins Blut transportieren.

Übrigens:
Es gibt nicht nur die eine Staublunge. Denn der Begriff Staublunge bezeichnet die Pneumokoniosen, also viele Erkrankungen der Atemwege, die durch das übermäßige Einatmen von anorganischen Stoffen entstehen. Man differenziert hier die Art der eingeatmeten Stoffe. So entsteht durch das Einatmen von Quarzstaub z.B. eine Silikose, durch das Einatmen von Asbest eine Asbestose und durch das Einatmen von Aluminium eine Aluminose.

Symptome einer Staublunge

Atmet man Staub ein, dann treten in der Regel zunächst einmal keine Beschwerden auf. Doch mit den Jahren und der Zunahme der Ablagerungen in der Lunge kann es zu Husten und Atemnot kommen. Vor allem bei körperlicher Belastung. Und das wird natürlich nicht mehr besser, sondern auf Dauer schlimmer. Die Lunge verliert anschließend immer mehr die Fähigkeit Sauerstoff ins Blut zu transportieren, wodurch die Atemnot schlimmer wird. Wer jedoch Quarzstaub, Asbest, Zahntechnikermischstaub oder Aluminiumstaub einatmet, der muss mit schwerwiegenderen Symptomen kämpfen. Darunter zählen neben Husten und Atemnot noch:

  • Bronchitis (Symptome: starker Husten, Fieber, Halsschmerzen oder Schnupfen)
  • Schwäche
  • Gewichtsverlust
  • bläuliche Verfärbungen der Mundschleimhaut, Lippen und Fingerenden
  • Lungenkrebs oder Kehlkopfkrebs

Bei sämtlichen Symptomen, egal ob sie einzeln oder in Kombination auftreten, sollten Sie sofort zum Arzt gehen. Vor allem bei einer Bronchitis kann es laut www.vitamindoctor.com zu Komplikationen in Form einer bakteriellen Zweitinfektion (Superinfektion) kommen. Die Folge dessen könnte dann eine Lungenentzündung sein. Nehmen Sie also Husten, Fieber, Halsschmerzen bzw. Schnupfen nicht auf die leichte Schulter. Und denken Sie eh immer daran: die Gesundheit geht vor!

Therapie der Staublunge

Schäden, die zum Zeitpunkt der Diagnose schon vorhanden sind, können leider nicht mehr rückgängig gemacht werden. Sie sind schlichtweg irreparabel. Sie können das Fortschreiten der Erkrankung jedoch verhindern, indem Sie sich nicht mehr dem Feinstaub aussetzen. Sprich also sich z.B. beruflich weiterbilden und den Arbeitsplatz wechseln. Entzündungen werden hingegen mit Kortison behandelt. Leiden Sie schon unter starker Atemnot, dann wird der Arzt eine Langzeitsauerstofftherapie (LOT) einleiten. Im schlimmsten Fall, wenn die Atemnot schon sehr weit fortgeschritten ist, sodass der Erstickungstod droht, ist eine Lungentransplantation meist der letzte Ausweg. Es ist deshalb sehr wichtig, dass Sie rechtzeitig einen Arzt aufsuchen und sich behandeln lassen.

Ist die Staublunge eine Berufskrankheit?

Ist die Staublunge nachweislich die Folge der beruflichen Tätigkeit, dann spricht man in der Regel von einer Berufskrankheit. Nach dem Gesetz gilt eine Erkrankung wiederum dann als Berufskrankheit, wenn sie in der so genannten Berufskrankheiten-Liste der Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) aufgeführt ist. In Deutschland entfallen z.B. laut Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) 2,9 Prozent der meldepflichtigen Berufskrankheiten auf Atemwegserkrankungen. Darunter zählt auch die Staublunge. Doch wie wird im Fall der Fälle vorgegangen? Und zwar so:

Hat Ihr Arzt bzw. Ihr Arbeitgeber den Verdacht, dass Sie eine Staublunge aufgrund Ihrer beruflichen Tätigkeit bekommen haben, dann meldet er dies der gesetzlichen Unfallversicherung – eben so wie einen Arbeitsunfall. Dazu sind Ärzte und Arbeitgeber sogar gesetzlich verpflichtet. Sie können die Erkrankung aber auch selbst bei Ihrer Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse melden. Anschließend wird ein medizinisches Gutachten erstellt und entschieden, ob es sich in Ihrem Fall um eine Berufskrankheit handelt. Wenn ja, dann werden Sie natürlich dementsprechend behandelt. Die gesetzliche Unfallversicherung erbringt dann Leistungen, die von der medizinischen Versorgung bis hin zu beruflichen Maßnahmen reichen können. Hilft das jedoch nicht und sind schon bleibende körperliche Beeinträchtigungen entstanden, die mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von mindestens 20 Prozent einhergehen, dann wird Ihnen eine Rente ausgezahlt. Weitere Informationen rund um das Thema Berufskrankheiten finden Sie im Flyer der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung.

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