Förderung zur Digitalisierung: Diese Programme unterstützen kleine & mittlere Unternehmen

Die Maßnahmen der Corona-Pandemie haben gezeigt welchen Stellenwert die Digitalisierung hat und haben sollte. Wer noch immer nicht auf- und umgerüstet hat, kann von Förderungen zur Digitalisierung von KMU profitieren.

Förderung zur Digitalisierung
© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) wird die Digitalisierung immer wichtiger. Nur leider haben sehr viele Betriebe oft Schwierigkeiten den Anschluss an die digitale Transformation zu finden. Während viele Unternehmen keine Schwierigkeiten haben, schnell und effektiv neue Vorhaben umzusetzen, fehlt oftmals das digitale Fachwissen, um die Digitalisierung erfolgreich im eigenen Unternehmen durchsetzen zu können.

Vorteile der Digitalisierung im Überblick

Geld für neue Maschinen und Anlagen auszugeben, um bestimmte Arbeitsprozesse zu vereinfachen, ist nicht schwer. Das Geld jedoch so sinnvoll zu nutzen, um damit Kunden zu finden sowie zu binden, die Kosten zu senken sowie die Effizienz zu steigern und zudem noch das Wachstum des Unternehmens zu steigern, ist hingegen eine Meisteraufgabe. Genau deshalb ist es ratsam sich kompetente Hilfe ins Boot zu holen und digitale Lösungen zu entwickeln, mit deren Hilfe sich

  • Kunden leichter finden und binden lassen
  • neue Zielgruppen erreichen lassen
  • Geschäftprozesse und Produktionsabläufe vereinfachen lassen (Industrie 4.0)
  • Kosten senken lassen
  • Umsätze erhöhnen lassen
  • die Effizienz steigern lässt
  • neue Produkte einfacher entwickeln lassen.

Die Digitalisierung soll Ihr Unternehmen natürlich nicht grundlegend verändern. Ganz im Gegenteil. Sie verbessert es und sorgt zusätzlich dafür, dass Sie auch in digitalen Märkten wettbewerbsfähig und erfolgreich sind. Denn laut einer Studie von McKinsey geht nur jede zehnte Führungskraft davon aus, dass ihr heutiges Geschäftsmodell den digitalen Wandel übersteht. Es besteht also dringender Handlungsbedarf, wenn Sie nicht von neuen digitalen Wettbewerbern attackiert und somit vom Markt verdrängt werden möchten.

Was versteht man unter Digitalisierung?

Wenn Sie Ihr Unternehmen digitalisieren möchten, sollte das auf zwei Ebenen geschehen. Zum einen sollte die digitale Transformation in Form von der Digitalisierung interner Prozesse und Abläufe stattfinden. Das bedeutet, dass Arbeitsabläufe digitalisiert und somit weniger fehleranfällig und einfacher gestaltet werden. Hier gilt es also Prozesse und moderne Software sinnvoll miteinander zu verknüpfen.

Die zweite Ebene beschreibt die Digitalisierung der Kundeninteraktionen. Dazu gehört vor allem eine vernünftige Website für das Unternehmen. Aber auch der Aufbau digitaler Marketingkanäle, die Digitalisierung des Supports und Bestellwesens sowie die Neukundengewinnung und Kundenbindung sind sehr wichtig.

Wie hoch sind die Kosten für die Digitalisierung?

Die Digitalisierung des eigenen Unternehmens macht durchaus Sinn. Dabei ist ein guter Plan das wichtigste, damit die Digitalisierung erfolgreich ist. Über die Kosten müssen Sie sich hingegen weniger Sorgen machen. Denn was viele gar nicht wissen: es gibt zahlreiche Förderprogramme von Bund und Ländern, bei denen Sie Fördermittel beantragen können. Je nach Programm erhalten Sie dabei eine Förderquote bis zu 90 % auf die zuwendungsfähigen Ausgaben – und das als nicht rückzahlbaren Zuschuss. Welche Programme das sind, möchten wir Ihnen nachfolgend einmal etwas genauer erklären.

Förderprogramme zur Digitalisierung im Überblick

Digitalisierung im Unternehmen
© Looker_Studio / stock.adobe.com

Förderprogramme für kleine und mittlere Unternehmen gibt es so einige. Sowohl auf Bundes- und Landesebene sowie auch auf Ebene der Europäischen Union. Wir möchten Ihnen nachfolgend einmal etwas über die Förderprogramme auf Bundesebene erklären, da diese für alle Unternehmen, egal in welchem Bundesland sie sich befinden, interessant sind. Diese Förderprogramme bieten Ihnen die Chance die ersten digitalen Gehversuche zu unternehmen:

FörderprogrammZielgruppeZuwendungFörderquote / Auszahlung
Go Digital (BMWI)KMU (< 100 Mitarbeiter, < 20 Mio. Umsatz)Zuschuss bis 16.500 Euro50% Förderquote
Go Inno (BMWI)KMU (< 100 Mitarbeiter, < 20 Mio. Umsatz)Zuschuss bis 27.500 Euro50% Förderquote
BAFA - Förderung unternehmerischen Know-howsKMU (Jungunternehmen, Bestandsunternehmen & Unternehmen in Schwierigkeiten)Zuschuss bis 4.000 Eurobis zu 90% Förderquote
ERP-Digitalisierungs- und InnovationskreditKMU (< 250 Mitarbeiter, <500 Mio. Euro Umsatz), mittelständische Unternehmen (Gruppenumsatz < 500 Mio. Euro) Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft & Freiberufler (mind. 2 Jahre am Markt)Kredit von mind. 25.000 bis max. 25 Mio. Euro möglichAuszahlung bis zu 100 % des Kreditbetrags
ERP-Mezzanine für InnovationenKMU (< 250 Mitarbeiter, < 50 Mio. Euro Umsatz), Einzelunternehmer oder Freiberufler & Unternehmen der gewerblichen WirtschaftKredit von mind. 25.000 bis max. 5 Mio. Euro möglichAuszahlung bis zu 100 % des Kreditbetrags

❍ Go Digital (BMWI):

Das Förderprogramm Go Digital richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und an das Handwerk mit bis zu 100 Mitarbeitern und maximal 20 Millionen Euro Umsatz. Bezuschusst werden bei diesem Förderprogramm maximal 16.500 Euro in den Modulen:

  • Digitalisierte Geschäftsprozesse
  • Digitale Markterschließung
  • IT-Sicherheit

Allerdings kann die Beratung nur von einem autorisierten Berater vorgenommen werden. Dieser wiederum kümmert sich dann komplett um die Antragstellung für die Förderung, die Beratungsleistung, die Abrechnung und die Verwendungsnachweisprüfung. Go Digital Agenturen wie die ONMA aus Hannover bieten eine individuelle, fachliche Beratung und Umsetzung in den drei soeben genannten Fördermodulen an. Dabei übernimmt das Beratungsunternehmen die Gesamtverantwortung für das jeweilige Projekt.

⇒ Weitere Informationen über das Förderprogramm Go Digital

❍ Go Inno (BMWI):

Im Unterschied zum Fördermodell Go Digital fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bei dem Programm Go Inno die Innovationsberatung. Und diese wiederum ist in drei Leistungsstufen unterteilt. Sie umfassen:

  • Potenzialanalyse
  • Realisierungskonzept
  • Projektmanagement

Kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft einschließlich des Handwerks mit bis zu 100 Mitarbeitern und maximal 20 Millionen Euro Umsatz erhalten einen Zuschuss von 27.500 Euro. Die Leistungen dürfen bei diesem Förderprogramm aber auch nur von autorisierten Beratungsunternehmen erbracht werden. Allerdings erfolgt die Förderung bei dem Programm Go Inno grundsätzlich ohne thematische Einschränkung auf bestimmte Technologien, Produkte, Branchen oder Wirtschaftszweige.

⇒ Weitere Informationen zum Förderprogramm Go Inno

❍ BAFA – Förderung unternehmerischen Know-hows:

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist zuständig für das Förderprogramm mit dem Namen „Förderung unternehmerischen Know-hows“. Es richtet sich an Jungunternehmen, Bestandsunternehmen und Unternehmen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden. Beraten lassen können sich Jungunternehmen und Bestandsunternehmen in den Beratungsschwerpunkten :

  • Allgemeine Beratungen (zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen)
  • Spezielle Beratung (um strukturellen Ungleichheiten zu begegnen)
  • Unternehmenssicherungsberatung zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit (für Unternehmen in Schwierigkeiten)

Die Höhe des Zuschusses setzt sich aus der Unternehmensart und der Lage des Unternehmens (Region) zusammen. Bei jungen Unternehmen, die nicht länger als zwei Jahre am Markt sind, liegt die Bemessungsgrundlage bei 4.000 Euro. Bei Bestandsunternehmen ab dem dritten Jahr nach der Gründung und bei Unternehmen in Schwierigkeiten liegt die Bemessungsgrundlage hingegen bei 3.000 Euro. Wichtig ist zudem, dass der Berater vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle autorisiert ist.

⇒ Weitere Informationen zum Förderprogramm „Förderung unternehmerischen Know-hows“

❍ ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit:

Der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit richtet sich an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Einzelunternehmer oder Freiberufler, kleine und mittlere Unternehmen sowie größere mittelständische Unternehmen.

Die zinsgünstigen Finanzierung des ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredits können Sie für Investitionen und Betriebsmittel in den Bereichen Innovation und Digitalisierung nutzen. Sie erhalten:

  • zwischen 25.000 und 25 Millionen Euro
  • Förderzuschuss als Ergänzung zum Kredit
  • KfW kann bis zu 70 % des Risikos von Ihrer Bank übernehmen

⇒ Weitere Informationen über den ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit

❍ ERP-Mezzanine für Innovationen:

Im Unterschied zum ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit ist dieses Finanzierungspaket für die Entwicklung neuer Produkte, Prozesse und Dienstleistungen gedacht. Diese Vorhaben müssen sich vom Stand der Technik in der EU abheben oder neu für Ihr Unternehmen sein. Was die Kredithöhe und die Auszahlung betrifft, erhalten Sie:

  • mindestens 25.000 Euro und höchstens 5 Mio. Euro pro Vorhaben
  • bis zu 100 % Ihrer förderfähigen Kosten
  • 100 % Auszahlung nach Vorhabensfortschritt

Die Finanzierung besteht jedoch aus zwei Tranchen: zum einen aus einem klassischen Kredit (Fremdkapital) und zum anderen aus einem Kredit mit Eigenkapitalcharakter (Nachrangkapital).

⇒ Weitere Informationen über das Finanzierungspaket ERP-Mezzanine für Innovationen