Berufsbild Fliesenleger: Ausbildung, Voraussetzung und Vergütung

Handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen sollte ein Fliesenleger mitbringen. Schulisch reicht oft ein Hauptschulabschluss.

Berufsbild Fliesenleger Ausbildung
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Mehr als 16.000 freie Ausbildungsplätze stehen nach jetzigem Stand für 2017 noch zur Verfügung. Leider ist es so, dass immer weniger Jugendliche sich in einem handwerklichen Beruf ausbilden lassen wollen. Der Spruch „Handwerk hat goldenen Boden“ scheint nicht mehr zu fruchten, dabei sind Jobs, in denen man richtig zupacken muss und sich auch mal die Hände schmutzig macht, viel lukrativer als so mancher Azubi denkt.

Der Beruf des Fliesenlegers ist nur einer aus der Kategorie, wobei sich auch hier in den letzten Jahren viel getan hat. Denn mittlerweile ist die korrekte Bezeichnung Fliesen-, Platten- und Mosaikleger. Daraus wird ersichtlich, dass es sich keineswegs um einen langweiligen Job handelt.

Tätigkeitsfeld eines Fliesenlegers

Der erste Gedankengang wird sicher der sein, dass ein Fliesenleger nur Bodenbeläge verlegt. Dem ist aber nicht so, denn ein Fliesen-, Platten- und Mosaikleger ist in vielen Bereichen tätig. So werden nicht nur Böden verkleidet, sondern auch Wände und Fassaden. Hauptarbeitsstoff sind dabei Natur- und Kunststeine, aber auch Keramik und Glas kommen zum Einsatz. Der ausgebildete Fliesenleger muss sich außerdem mit Werks- und Verlegeplänen auskennen und je nach Stellung im Betrieb auch Kundenberatung vornehmen, sowie Baustellen einrichten. Das Herstellen der notwendigen Dämmschichten und Untergründe für den späteren Belag, gehört ebenfalls zu den Aufgaben eines Fliesenlegers. Je nach Arbeitsort kann auch das Aufstellen und der Einbau von Trockenbauwänden dazu kommen. Nach diesen Vorarbeiten kommt dann das Verlegen der Fliesen, Steine oder Mosaike und das Auffüllen der Fugen.

Ausbildung zum Fliesenleger: Voraussetzungen und Ablauf

Die Ausbildung zum Fliesenleger setzt nicht zwingend ein Abitur voraus. Somit haben auch nicht ganz so gute Schüler die Chance auf einen Ausbildungsplatz. Mittlere Reife oder ein Hauptschulabschluss können genügen, allerdings entscheidet das der Ausbildungsbetrieb. Von Vorteil für eine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz sind immer gute Noten in Mathematik und Physik. Entsprechende Kenntnisse sind nützlich, wenn es um die Berechnung der zu fliesenden Fläche geht und auch beim Umgang mit dem Arbeitswerkzeug (Fliesenschneider).

Wie oben bereits erwähnt, ist der Beruf des Fliesenlegers ein handwerklicher Beruf. Das heißt, der Hauptarbeitsort wird die Baustelle sein, oder auch mal Privathaushalte. Der Azubi sollte dementsprechend belastbar sein, denn körperliche Arbeit gehört zum Alltag. Heben und Tragen von Lasten müssen gemeistert werden und auch das dauerhafte Arbeiten in der Hocke und auf den Knien gehört dazu. Während der Ausbildung werden daher auch Arbeitsschutz- und Sicherheitsmaßnahmen, wie das Tragen vorbeugender Kniebandagen, vermittelt.

Duale Ausbildung

Wer Fliesen-, Platten- und Mosaikleger werden will, absolviert eine duale Ausbildung. Das heißt, praktische und schulische Kenntnisse werden parallel vermittelt – im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre, in Ausnahmefällen kann verkürzt werden.

Ausbildungsschwerpunkte

  • Grundlagenvermittlung in der Bauphysik wie Wärme-, Schall- und Feuchtigkeitsschutz
  • Herstellen von Estrich, Putz und Mörtel
  • Materialkunde
  • Verlegen von Platten, Stein, Mosaik und Fliesen
  • Aufstellen und Einbau von Trennwänden
  • Kenntnisse über entsprechende Untergründe
  • Farblehre und Gestaltung
  • Verfugen der Beläge
  • Wärme- und Schalldämmung sowie Feuchtigkeitsschutz

Ausbildungsvergütung

Wird die Ausbildung zum Fliesenleger, wie üblich, über drei Jahre absolviert kann von folgendem Ausbildungsgeld ausgegangen werden:

Vergütung je Monatalte Bundesländerneue Bundesländer
1. Ausbildungsjahr755 Euro675 Euro
2. Ausbildungsjahr1.115 Euro895 Euro
3. Ausbildungsjahr1.400 Euro1.120 Euro
Quelle: BIBB

Abhängig ist die Ausbildungsvergütung aber immer vom jeweiligen Ausbildungsbetrieb.

Berufliche Perspektiven als Fliesenleger

Je kreativer und zuverlässiger ein ausgebildeter Fliesenleger ist, desto besser seine Auftragslage und seine späteren Aufstiegschancen. Es besteht die Möglichkeit sich selbstständig zu machen, oder aber zum Polier aufzusteigen. Wer noch höher hinaus will, kann sich zum Techniker für Bau- und Steintechnik weiterbilden.

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