Arbeitsplatzunsicherheit – Gründe, Folgen und Maßnahmen

Die Angst um die eigene berufliche Zukunft kann wirklich belastend sein. Lassen Sie sich nicht verunsichern. Nehmen Sie Ihre berufliche Zukunft selbst in die Hand.

Arbeitsplatzunsicherheit – Gründe, Folgen und Maßnahmen
© Andrey Popov – Fotolia.com

In der heutigen Gesellschaft ist ein sicherer Arbeitsplatz keine Selbstverständlichkeit mehr. Gerade bei Neuanstellung erfolgt häufig eine Befristung. Aber auch nach Ende dieser ersten Befristung muss es keinen unbefristeten Arbeitsplatz geben. So hangelt man sich von Befristung zu Befristung und hofft, irgendwann mal einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu erhalten. Nicht jeder kann mit dieser Situation umgehen. Gerade Menschen mit weniger Selbstbewusstsein haben daran zu knabbern.

Stufen der Arbeitsplatzunsicherheit

Aber auch eine Festanstellung sorgt nicht bei jedem für ein Gefühl der Arbeitsplatzsicherheit. Dafür gibt es verschiedene Gründe – und basierend auf diesen Gründen muss eine klare Differenzierung erfolgen.

1. Allgemeine gesellschaftliche Arbeitsplatzunsicherheit
Viele Arbeitnehmer lassen sich durch ganz allgemeine Faktoren (wie zum Beispiel Erwerbslosenquoten oder Probleme in bestimmten Wirtschaftsbereichen) beunruhigen.

2. Allgemeine betriebliche Arbeitsplatzunsicherheit
Wenn Unternehmen mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen haben, entstehen innerhalb dieser Unternehmen Gerüchte, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch keine offiziellen Aussagen zur aktuellen Lage im Unternehmen getroffen wurden.

3. Akute individuelle Arbeitsplatzunsicherheit
Sobald im Unternehmen wirtschaftliche Probleme offen angesprochen werden und über Maßnahmen zur Umstrukturierung informiert wird, beginnt der einzelne Mitarbeiter über seine Zukunft im Unternehmen nachzudenken

4. Antizipation des Arbeitsplatzverlustes
Wenn die ersten Kündigungen im Unternehmen ausgesprochen wurden, sehen viele Mitarbeiter ihren eigenen Arbeitsplatz gefährdet.

Folgen von Arbeitsplatzunsicherheit

Mit steigender Arbeitsplatzunsicherheit steigt beim Arbeitnehmer das Risiko für Ängste, Depressionen und Stresserleben. Denn wer sich um seinen Arbeitsplatz sorgen muss, hat häufig mit einer enormen psychischen Belastung zu kämpfen, weil er oder sie nicht nur die berufliche Zukunft in Gefahr sieht, sondern sich vor allem um die eigene Zukunft sorgt. Ohne Arbeit kein Einkommen – ohne Einkommen ist die Bezahlung der laufenden Kosten nicht gesichert und es besteht die Gefahr der Verschuldung.
Diese psychischen Belastungen führen nicht selten zu zusätzlichen gesundheitlichen Problemen bei den Beschäftigten.

Abhängig vom Arbeitnehmer kann die Arbeitsqualität unter der Arbeitsplatzunsicherheit leiden. Wer nämlich keine Perspektive für sich in einem Unternehmen sieht, verliert schnell die Motivation bei der Verrichtung seiner Arbeit. Um aus dieser Situation zu entkommen, sehen sich viele Arbeitnehmer schon frühzeitig dazu veranlasst, sich eine neue Arbeit zu suchen – auch wenn ihre Angst vielleicht unbegründet ist. Dadurch verliert das Unternehmen unter Umständen gute Mitarbeiter.

Gespräch mit Arbeitgeber kann helfen

Es lohnt sich, das Gespräch mit dem Vorgesetzten zu suchen.
Ein guter Arbeitgeber geht offen und ehrlich mit seinen Mitarbeitern um und informiert über mögliche Probleme. Dadurch schafft er Vertrauen und mehr Zufriedenheit bei den Beschäftigten, was wiederum zu mehr Motivation bei der Arbeit führt.
Doch oft kursieren einfach nur Gerüchte im Unternehmen ohne konkretes Hintergrundwissen. Diese sollten aufgegriffen und besprochen werden. Denn nicht jedes Gerücht über die wirtschaftliche Lage entspricht der tatsächlichen Lage des Unternehmens – genauso müssen Gerüchte über geplante Maßnahmen der Umstrukturierung nicht der Realität entsprechen.

Wie können Sie als Arbeitnehmer aktiv zur Arbeitsplatzsicherheit beitragen?

Wer sich um seinen Arbeitsplatz sorgt, sollte sich folgendes verinnerlichen: Wer für das Unternehmen unentbehrlich ist, muss eigentlich nicht um seinen Job bangen. Aber wie wird man zu einem unentbehrlichen Teil eines Unternehmens?

Ganz klar spielen hier in erster Linie die eigene Arbeitsleistung und die Qualifikation eine enorme Rolle. Wer eine gute Ausbildung absolviert hat und daraus fundierte Fachkenntnisse mit in den Beruf bringt, hat schon mal gute Karten. Nun gibt es aber zu bedenken, dass sich beispielsweise im Laufe der Zeit Arbeitsabläufe ändern und an neue Technologien angepasst werden oder aber es treten neue Regelungen und Gesetze in Kraft, die für die tägliche Arbeit relevant sind. Aus diesem Grunde ist gut beraten, wer sich ständig weiter entwickelt. So sind zum Beispiel Fortbildungen oder auch Weiterbildungen eine gute Möglichkeit, immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Die Kosten für angeordnete Fort- und Weiterbildungen werden vom Arbeitgeber getragen. Entscheiden Sie sich aber selbst dafür, steht Ihr Arbeitgeber nicht in der Pflicht, die Kosten zu übernehmen. Allerdings liegt es ja auch im Interesse des Unternehmens, wenn die Mitarbeiter sich immer weiter bilden. Deshalb bieten viele Arbeitgeber an, die Kosten beispielsweise im Rahmen eines Arbeitnehmerdarlehens vorzustrecken. Ein Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber lohnt sich in diesem Fall also.

Tipp: Für den Fall, dass Ihr befristetes Arbeitsverhältnis in Kürze ausläuft, müssen Sie auf eine Weiterbildung nicht verzichten. Hier haben Sie die Möglichkeit, diese durch einen Bildungsgutschein von der Agentur für Arbeit fördern zu lassen.

Unterschied Fortbildung und Weiterbildung
Bei einer Fortbildung handelt es sich um eine Maßnahme zum Zwecke der Weiterqualifizierung im derzeit ausgeübten Job.
Eine Weiterbildung hingegen hat das Ziel, das Qualifikationsprofil auszubauen und muss nicht im direkten Bezug zum gegenwärtig ausgeübten Job stehen.
Foto1: © Andrey Popov - Fotolia.com