Kollege ist alkoholsüchtig – 5 Schritte die ihm helfen

Ihr Kollege ist alkoholsüchtig und Sie wissen nicht, wie Sie sich verhalten sollen? Unsere 5 Tipps unterstützen Sie und helfen sowohl ihm als auch Ihnen, einen Weg aus der Sucht zu finden.

Ein Mann im Business-Outfit sitzt auf dem Boden vor einer Couch, mit einem Whiskeyglas in der Hand. Um ihn herum liegen lose Dokumente.
Ist mein Kollege Alkoholiker? – Es gibt klare Anzeichen, um das herauszufinden. | © ZoomStudio / stock.adobe.com

Alkohol steht für die Meisten in direktem Zusammenhang mit Feiern und Spaß haben. Es ist auch nichts Verkehrtes daran, auf einer Party mit Freunden ein paar Cocktails zu trinken oder es sich mit den Kumpels beim Fußballgucken, mit einem Bier gemütlich zu machen. Leider hat Alkohol aber auch eine nicht zu unterschätzende Schattenseite. Es wird vermutet, dass jeder fünfte Berufstätige alkoholabhängig ist und jeder Zehnte in der Gefahr steht, es zu werden.

Besonders unangenehm für alle Beteiligten ist es, wenn ein Kollege alkoholsüchtig ist und sogar betrunken zur Arbeit kommt. Was können Sie tun, wenn sie merken, dass ein Kollege häufig mit Fahne am Arbeitsplatz erscheint und womöglich sogar lallt oder beim Gehen schwankt? Wie sollten Sie vorgehen, wenn Ihr Kollege alkoholsüchtig ist?

1. Alkoholabhängigkeit erkennen

Es ist nicht immer einfach zu erkennen, wo die Grenze zwischen normalem Alkoholkonsum und einer Sucht liegt. Wenn ein Kollege einmal montags morgens nach Schnaps riecht, muss das nicht unbedingt heißen, dass er abhängig ist. Viele Symptome, wie etwa Stimmungsschwankungen, können auch Folgen einer psychischen Erkrankung sein.

Eindeutiger sind jedoch die typischen körperlichen Anzeichen von Alkoholikern, wie:

  • Glasige Augen
  • Häufige Schweißausbrüche
  • Zittern
  • Gerötetes, aufgedunsenes Gesicht
  • Fieber, Übelkeit oder Durchfall
  • Bewusstseinsstörungen

Lesetipp: Broschüre – Alkohol am Arbeitsplatz
(DHS – Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen)

2. Auf keinen Fall ignorieren

Die häufigste Reaktion auf einen alkoholkranken Mitarbeiter ist, dass versucht wird, ihn zu decken. Gerade, wenn Sie sich mit der Person gut verstehen, ist es nicht einfach, die Sache anzusprechen. Dabei hilft es weder Ihnen noch dem Betroffenen, wenn Sie schweigen.


Sollten Sie aus Mitleid für den anderen mitarbeiten oder ihn vor anderen entschuldigen, führt das nur dazu, dass Sie co-abhängig werden. Mit der Zeit werden Sie Ihren Kollegen eher hassen, während der Betreffende mehr und mehr in die Abhängigkeit abrutscht. Dabei kann diesen Personen am ehesten geholfen werden, von der Flasche loszukommen, wenn sie bis jetzt nicht lange alkoholkrank sind.

3. Das persönliche Gespräch suchen

Verantwortung des Vorgesetzten und Rolle des Kollegen

Nach dem Gesetz ist es in erster Linie Aufgabe eines Vorgesetzten, sich der Angelegenheit anzunehmen, wenn ein Kollege alkoholsüchtig ist. Doch häufig hat ein Chef nicht denselben Draht zu einem Mitarbeiter, wie ein Gleichgestellter. Zudem hat ein Vorgesetzter viel zu tun, sodass ihm der Alkoholkranke wahrscheinlich gar nicht auffällt. Als Kollege arbeiten Sie enger mit dem Betreffenden zusammen und können ihm besser helfen. Sie sollten sich nicht schämen oder Angst haben, etwas Falsches zu tun, wenn Sie die Person auf ihr Problem ansprechen.

Vorgehen beim Ansprechen

Tun Sie das zunächst unter vier Augen und in einer ruhigen Atmosphäre. Sie sollten damit rechnen, dass Ihr Kollege sich daraufhin erst einmal angegriffen fühlen wird und sich eventuell von Ihnen distanziert. Ideal für ein Gespräch wäre deshalb die Zeit kurz vor Feierabend oder vor dem Wochenende, damit der Betreffende erst einmal in Ruhe darüber nachdenken kann.

Umgang mit aggressiven Reaktionen

Sollte Ihr Kollege auf Ihr Ansprechen hin aggressiv oder sehr wütend reagieren, ist es ratsam, das Gespräch sofort zu beenden. Es besteht die Möglichkeit, dass er sich in die Ecke gedrängt oder persönlich angegriffen fühlt, was zu einer Eskalation der Situation führen könnte. Ein Rückzug wäre dann angebracht. Fühlen Sie sich nach der Situation unwohl, könnte ein Gespräch mit ihrem Vorgesetzten oder der betrieblichen Sozialberatung hilfreich sein.

4. Gemeinsam helfen

Wahrscheinlich sind Sie nicht die einzige Person, die merkt, wenn ein Kollege alkoholsüchtig ist. Wenn Sie jemand darauf anspricht, erwähnen Sie ruhig, dass Sie bereits mit der Person gesprochen haben. Fordern Sie denjenigen auf, selbst zu dem alkoholkranken Kollegen zu gehen und ihn auf sein Problem aufmerksam zu machen. Häufig sind sich diese Personen Ihrer Sucht gar nicht bewusst.

Wenn der Alkoholiker von mehreren Seiten freundlich auf seine Krankheit angesprochen wird, mag ihm das aufrichtig weiterhelfen. Natürlich gibt es keine Garantie, doch wenn die Kollegen gemeinschaftlich Interesse an dem Betroffenen zeigen, kann ihn das motivieren, etwas gegen die Alkoholabhängigkeit zu unternehmen.

5. Die Personalabteilung informieren

Alkoholkonsum am Arbeitsplatz ist kein Kavaliersdelikt. Ist ein Kollege alkoholsüchtig, gefährdet er nicht nur sich selbst, sondern auch diejenigen, die mit ihm zusammenarbeiten. Unter Alkoholeinfluss kann der Betreffende sein Handeln nicht abschätzen und es kann leicht zu einem Betriebsunfall kommen. Sie sollten sich deshalb keineswegs als Verräter fühlen, wenn Sie die Personalleitung auf den Alkoholiker aufmerksam machen. Vielmehr helfen Sie dem Betreffenden damit, sein Problem einzusehen.

Über Ringo Dühmke 634 Artikel
Gründer von Arbeitstipps.de und einigen anderen Websites. Gelernter Kaufmann mit großer Leidenschaft für (das Schreiben über) Unternehmen und Unternehmer aller Art, für Onlinemarketing, Digitalisierung und Automatisierung.

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