Imaginäres Brainstorming – Wie funktioniert es?

Was ist imaginäres Brainstorming, wie funktioniert es und wo ist der Unterschied zum herkömmlichen Brainstorming? Alle Antworten hier.

Imaginäres Brainstorming
Imaginäres Brainstorming

Ihr Chef will dringend eine ausgefallene Marketingidee? Ihre Projektgruppe hat gerade ein kollektives Kreatief? Ihre Schulklasse schläft gleich vor Langeweile ein? All das sind Situationen, in denen Sie ein fantasieanregendes Konzept brauchen. Doch was, wenn klassische Methoden, wie Mindmap oder Clustering versagen? Dann hilft nur noch imaginäres Brainstorming!

Was ist imaginäres Brainstorming?

Von der Methodik her findet beim imaginären Brainstorming nichts anderes statt, als beim herkömmlichen Brainstorming. Allerdings wird das reale Problem durch ein angenommenes ersetzt und das funktioniert folgendermaßen:

» Schritt 1 – Aufgabe stellen und Lösungen sammeln

Ein Moderator (oder Moderatorin) gibt die Brainstormingregeln vor, indem er diese auf ein Plakat, ein Flipchart oder eine Tafel aufschreibt. Eine Gruppe erhält die Aufgabe, innerhalb weniger Minuten möglichst viele ausgefallene Lösungen für das angenommene Problem zu finden. Bei einer hohen Teilnehmerzahl empfiehlt es sich, die Gesamtgruppe in Teilgruppen einzuteilen. Der dadurch entstehende Wettbewerbseffekt steigert die Motivation zusätzlich.

» Schritt 2 – Sondierung der Lösungen

Die einzelnen Lösungen werden dann auf Karteikarten gesammelt. Dabei darf jede Karte nur eine Idee beinhalten, die mit nur fünf Wörtern dargelegt werden soll. Die Lösungen werden gesammelt, visualisiert, vorgestellt und erläutert.

» Schritt 3 – Was wahre Problem wird bekannt gegeben

Dann kommt das besondere an diesem Konzept: Erst jetzt erfahren die Teilnehmer das reale Problem. Dieses wird ebenfalls aufgeschrieben und die Ideen auf das neue Problem übertragen. Durch die Assoziationen entstehen dann ganz ausgefallene Lösungen. Klingt lächerlich? Vielleicht – aber es funktioniert und macht zudem richtig Spaß!

Oft finden sich durch diese Methode zumindest andersartige Denkanstöße, die auch auf das reale Problem übertragbar sind. Diese Lösungsansätze werden dann noch in der Gesamtgruppe weiterentwickelt und es wird festgelegt, wie die Idee in der Praxis umgesetzt werden kann. Dabei werden die Entscheidungen genau festgehalten, also wer wann was zu tun hat.

Ein Beispiel für imaginäres Brainstorming

Das war Ihnen jetzt alles noch zu theoretisch? Dann hier ein Beispiel für Imaginäres Brainstorming:

Ein Pflegemittelhersteller sucht ein neues Marketingkonzept zum Verkauf seiner Produkte. Ein Team von 10 Fachleuten soll eine sinnvolle Strategie ausarbeiten. Die Moderation schreibt aber auf das Flipchart nicht:

Wie bringen wir Kunden dazu unsere Seife zu kaufen?, sondern: Wie bringe ich Aliens dazu, mehr Tomatensoße zu essen?

Im Grunde ist diese Problemstellung grundverschieden, hat aber ähnliche Aspekte, wie Sie gleich noch sehen werden.

Zunächst werden die Teilnehmer in drei Dreiergruppen eingeteilt und sollen Lösungen zu dem Fantasieproblem notieren, während sie erst einmal ganz vergessen, dass es um Pflegemittel geht. Dabei mögen recht seltsame Ideen zustande kommen und natürlich wird sich nicht alles verwenden lassen. Aber der Vorteil ist, dass die Teilnehmer aus ihrem festgefahrenen Denkschema herauskommen und die Sache so noch einmal von einem anderen Gesichtspunkt aus angehen können. Wie kann aber aus einer abstrusen Gedankenfolge ein gutes Konzept werden?

Nun, vielleicht kommt eine Gruppe zu dem Schluss, dass Aliens eventuell befürchten, dass zu viel Tomatensoße schädlich für ihre andersartige Körperstruktur ist. Man müsste also ein Alien davon überzeugen, dass auch viel Tomatensoße gut für es ist. Auf der Karteikarte könnte dann also stehen: Viel Tomatensoße gesund für Aliens. Kommt dann das reale Problem dazu, wird überlegt, wie sich das Konzept übertragen lässt. In dem Beispiel mag es schon ausreichen, die zuvor ausgetauschten Wörter wieder zurückzutauschen. Also heißt der Lösungsvorschlag für das reale Problem dann: Unsere Seife gesund für Kunden.

Aber auch die Erläuterung lässt sich hier zu einem gewissen Maß übertragen: Viele Kunden haben vielleicht gelesen, dass Seife die natürliche Schutzschicht der Haut zerstört. Also waschen sie einfach ohne Seife die Hände. Für diesen Kundenkreis wäre es gut hervorzuheben, wie mild und hautfreundlich das eigene Produkt ist. Damit ist eine neue Idee geboren, das eigene Produkt zu bewerben.

Fazit:
Auch, wenn nicht alle Fantasieproblemlösungen wirklich realitätstauglich sind, gelangt man mit dieser imaginärem Brainstorming zu Lösungen, die auf festgefahrenen Denkwegen nie gefunden worden wären. Außerdem macht imaginäres Brainstorming Spaß und erleichtert es unbeschwerter an eine Aufgabe heranzugehen.

 

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