Workaholic – Wenn Arbeitssucht krank macht

Wer zu viel arbeitet, ist auf dem besten Wege ein Workaholic zu werden und durch die Arbeitssucht seine Gesundheit zu gefährden. Welche Therapie einem Workaholic hilft, erfahren Sie hier.

Workaholic - Wenn Arbeitssucht krank macht
Workaholic - Wenn Arbeitssucht krank macht

Die tägliche Arbeit ist für viele Menschen ein notwendiges Übel. Immerhin muss das Leben finanziert werden, das Auto benötigt hin und wieder eine Reparatur und der Urlaub soll ja auch nicht nur auf dem Balkon stattfinden. Doch häufig ist diese an sich recht eintönige Tätigkeit auch so etwas wie der Zweck des Daseins. Denn wer nichts zu tun hat, dem wird nicht nur langweilig, sondern auf Dauer können auch Depressionen und andere mentale Symptome auftreten. Die Arbeit hält uns also zusammen. Aber nicht immer gelingt es, die Grenzen des eigenen Schaffens zu erkennen. Dann wird aus Arbeitseifer Arbeitssucht und aus einem Acht-Stunden-Jobber ein Workaholic.

Der Workaholic – süchtig oder leistungsfähiger?

Der Beruf, die tägliche Hausarbeit, das Kümmern um die Kinder – für viele Personen besteht das Leben aus viel Arbeit. Für manche von ihnen wird diese jedoch zur Sucht. So gelingt es dem Workaholic nicht, die ihm zustehenden Phasen der Erholung und Entspannung zu nutzen. Der Feierabend, das Wochenende oder der Urlaub werden von ihm nicht untätig verbracht, sondern erneut mit selbst erwählten Tätigkeiten gefüllt. Und das geschieht zwanghaft, denn die Arbeitssucht ist gewissermaßen

» die Angst davor, auf sich alleine gestellt zu sein,
» den Tag ohne Aufgaben zu fristen
» oder ohne die Anerkennung als Lohn des eigenen Schaffens auskommen zu müssen.

In den momentanen Zeiten, da häufig vom beruflich bedingten Burnout die Rede ist, sollte nicht übersehen werden, dass die Zahl der Arbeitssüchtigen ebenso ansteigt.

Die Phasen des Workaholics

Die Arbeitssucht verläuft für den Betroffenen schleichend und somit unbemerkt.

» Phase 1
Zunächst widmet er sich seiner Tätigkeit in gewohntem Maße, nimmt aber Aufgaben oder Probleme mit nach Hause und überdenkt deren Lösung daheim. Schon dabei gibt er seiner Tätigkeit den Vorzug vor Familie, Urlaub und den sonstigen privaten Angelegenheiten. Daneben sucht er nach ersten Ausreden, um sein Handeln zu legitimieren – dass er damit sich selbst und seine Mitmenschen durchaus belügt, erkennt er bereits nicht mehr.

» Phase 2
In der zweiten Phase der Krankheit werden immer mehr Tätigkeiten übernommen, immer engere Fristen zur Abgabe gesetzt und die körperlichen wie geistigen Symptome der Erschöpfung übersehen.

» Phase 3
Abschließend steht meist der Zusammenbruch wegen Überarbeitung, der oft von Depressionen, der Flucht in den Alkoholkonsum oder Herzstörungen begleitet ist.

Auswirkungen der Arbeitssucht für den Workaholic

Für den Erkrankten verzerrt sich das Bild der Realität. Er misst seiner Tätigkeit im Beruf oder der vermeintlichen Freizeit zu hohe Prioritäten bei. Eine häufige Folge besteht zunächst darin, dass die Familie bei alledem zu kurz kommt. Hier können ernsthafte Zerrüttungen bis hin zur Scheidung die Folge sein. Die Anzeichen der Überarbeitung nimmt der Workaholic nicht wahr oder er überspielt sie mit der Flucht in solche Präparate, die die Leiden zu lindern imstande sind. Das werden in der Regel Schmerztabletten oder hochprozentige Spirituosen sein. Das gesamte private Umfeld zerbricht somit an dem zeitlichen Aufwand, den der Süchtige in seine Arbeit steckt und an den Begleiterscheinungen, mit denen er seine Krankheit verleugnet.

Die Therapie – langfristig, aber Erfolg versprechend

In der Regel arbeitet der Workaholic sprichwörtlich bis zum Umfallen. Oft ist es erst eine ernsthafte Erkrankung, die ihn zum Umdenken bewegt. Damit alleine kann allerdings noch keine Heilung eintreten. Diese sollte vielmehr mit der professionellen Hilfe eines Psychologen angegangen werden. Hierbei steht meist im Vordergrund, den Patienten zu eigenen Gedanken, dem Loslassen von der Arbeit und der Suche nach Entspannung zu verhelfen. Häufig zeigen sich dabei verborgene Ängste vor dem eigenen Ich oder dem Umfeld. Eine solche Therapie kann außerhalb der akuten Phasen in Gesprächen liegen und somit ambulant erfolgen. Erst in den kritischen Stadien wird diese medikamentös unterstützt und notfalls auch in einem Krankenhaus überwacht. Eine Heilung ist zwar langwierig und nicht immer einfach, aber dennoch in vielen Fällen möglich.

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