Mit Powernapping eine Steigerung der Produktivität erzielen?

Am Arbeitsplatz einfach mal die Füße hochlegen und schlafen? Was hierzulande noch immer verpönt ist, wird im Ausland schon lange erfolgreich praktiziert.

Powernapping steigert Produktivität
Eine kurze Schlafpause steigert nachweislich die Produktivität

Mit einem kurzen Schläfchen kann man für eine höhere Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz sorgen. Dabei ist es egal, ob es sich um körperlich oder geistig schwere Arbeit handelt, es ist vollkommen normal, zwischen 13 und 15 Uhr unkonzentrierter zu sein. Trotzdem wird der Mittagsschlaf oftmals als Hilfsmittel für Alte, Kranke und Kinder angesehen. Dabei kann man mit einem Powernap das sogenannte Mittagstief überbrücken und mit diesem kostenlosen Mittel für höhere Kreativität und Leistungsbereitschaft sorgen. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff – Powernapping? Und wie napt man richtig?

Vorteile des Kurzschlafs

Ein kleiner Mittagsschlaf zwischendurch kann wahre Wunder bewirken. Er ist nicht nur gesund für Körper und Geist, sondern sorgt auch für erhöhte Produktivität. Die einzige Möglichkeit für eine echte Erholungsphase des Organismus ist der Schlaf. Ein kurzes Nickerchen eignet sich nicht nur für Menschen mit dem sogenannten Mittagstief, sondern auch für jene, die die Nacht zuvor schlecht geschlafen haben. Denn schlechter Schlaf sorgt für mangelnde Konzentration, minimiert die Leistungsfähigkeit, sorgt für Depressionen und ist schlecht für die Gesundheit. Wer weniger als sechs Stunden täglich schläft, hat außerdem oft Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System und einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt. Auch viele Studien, wie beispielsweise die der University of Michigan, unterstützen die Theorie, dass eine kurze Schlafphase in der Mittagspause

  • die kognitiven Fähigkeiten steigert,
  • das Erinnerungsvermögen stärkt,
  • die Laune verbessert,
  • den Bluthochdruck senkt,
  • das Herzinfarkt Risiko verringert,
  • das Immunsystem stärkt
  • und den Hormonhaushalt reguliert.

Während einer ausreichenden Schlafphase in der Nacht werden zusätzlich

  • kaputte Zellen repariert
  • Bakterien und Viren bekämpft
  • Knochen, Muskeln und Haut erneuert
  • Psychische Themen verarbeitet
  • Und Erlebnisse des Tages gespeichert.

Varianten des Powernapping

Es wird gesagt, dass der perfekte Kurzschlaf zehn bis zwanzig Minuten andauern sollte. Bei einer Schlafphase von mehr als 30 Minuten bereitet sich der Körper auf einen Tiefschlaf vor. Da dieser dann aber unterbrochen wird, wirkt es sich kontraproduktiv auf den Körper aus. Trotzdem werden unterschiedliche Varianten empfohlen, die abhängig davon sind, wie viel Zeit man auf Arbeit oder im Alltag zur Verfügung hat.

  • 10 bis 20 Minuten:
    steigert die Aufmerksamkeit, die Konzentrationsfähigkeit und erhöht das Energielevel
  • Bis zu 60 Minuten:
    In diesem Zeitraum merkt man sich vorher gelernte Inhalte und verarbeitet neu erlangtes Wissen. Zwar ist man danach noch etwas schlaftrunken, doch diese Nachwirkung verfliegt sehr schnell und man fühlt sich danach fitter und munterer.
  • 90 Minuten:
    umfassen einen vollen Schlafzyklus und bewirken den größten Erholungseffekt.

Wie macht man es richtig?

Am besten schläft es sich in einer komplett flachen Position – dafür eignet sich ein Sofa im Büro. Ideal ist ein Schlafsofa, das man ausklappen kann. Damit dieses nicht zum Störfaktor wird, kann man bei Onlineshops wie AmbienteDirect eines auswählen, das auch Designansprüchen gerecht wird und zu Repräsentationszwecken dient. Neben der Position muss man auf eine ruhige Atmosphäre achten. Das bedeutet: Fenster und Türen schließen, Mobiltelefon ausmachen, Laptop herunterfahren und Störquellen minimieren. Dann heißt es die Augen schließen und dösen. Optimale Ergebnisse erzielt man außerdem, wenn der Powernap nicht nach einem bestimmten Zeitplan stattfindet. Stattdessen sollte man die eigenen Körpersignale beachten. Noch ein kleiner Tipp: Eine Tasse Kaffee oder Tee direkt vor dem Schlafen unterstützt und verstärkt die Wirkung der kurzen Rast.

Wo ist Powernapping erlaubt?

Es gibt einige Länder, in denen ein kurzes Nickerchen am Arbeitsplatz nicht nur erlaubt ist, sondern als Maßnahme zu einer ausgewogenen Work-Life-Balance gilt. Die Siesta in Spanien beispielsweise ist nicht nur ein Teil der Kultur oder durch die vorherrschende Wärme bedingt, sondern dient auch als Zeit der Erholung. Auch im asiatischen Bereich wird sehr oft ein kurzes Schläfchen eingelegt, um die Batterien wieder aufzutanken. In China gibt es sogar einen Artikel im Gesetz, der das Schlafen nicht nur erlaubt, sondern Arbeitnehmern sogar einen Anspruch auf ein gelegentliches Abschalten am Arbeitsplatz einräumt.

Auch wenn in Deutschland der Mittagsschlaf eher Kindern und Greisen zugesprochen wird, gibt es auch hier einige Firmen, die die Vorteile des Gesundheitsmanagements erkannt haben. Einige Beispiele sind:

  • Der Chemiekonzern BASF
  • Der Automobilhersteller Opel und
  • Die Lufthansa, die sogar Räume für die Mitarbeiter zum Schlafen zur Verfügung stellen.

Viele Unternehmen in den USA und auch einige Firmen hier in Deutschland haben sich bereits von der positiven Wirkung des Kurzzeitschlafs überzeugt. Wer es selbst einmal ausprobieren möchte, kann die eigene Mittagspause dafür nutzen und einen Selbsttest versuchen.


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