Arbeitstipps.de http://www.arbeitstipps.de Tipps die Ihnen die Arbeit erleichtern Wed, 10 Jan 2018 13:46:26 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.2 Arbeitgeber und Schwangerschaft: Was Sie zu Mutterschutz & Co. wissen müssenhttp://www.arbeitstipps.de/arbeitgeber-schwangerschaft-mutterschutz.html http://www.arbeitstipps.de/arbeitgeber-schwangerschaft-mutterschutz.html#respond Wed, 10 Jan 2018 13:46:26 +0000 http://www.arbeitstipps.de/?p=7945 [...]]]> Schwangere Arbeitnehmerinnen werden durch das Mutterschutzgesetz gesetzlich abgesichert. Was das für Arbeitgeber bedeutet, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Arbeitgeber Mutterschutz
© Michael Eichler – Fotolia.com

Aus wirtschaftlicher Sicht sind Arbeitgeber von der Kenntnis über eine Schwangerschaft nicht besonders erfreut – auch wenn Sie die Kollegin noch so sehr schätzen. Jeder unplanmäßige Ausfall eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin bringt Veränderungen im Arbeitsablauf mit sich. Nichtsdestotrotz müssen Sie sich als Arbeitgeber mit der neuen Situation auseinandersetzen, denn der Gesetzgeber hat zum Mutterschutz klare Regelungen getroffen.

Sowohl Sie als Arbeitgeber, als auch die Schwangere haben mit der neuen Situation Rechte und Pflichten, die es einzuhalten gilt. Arbeitgeber sind verpflichtet, die Arbeitsplatzsituation so zu gestalten, dass für die werdende Mutter und das ungeborene Kind keine gesundheitlichen Gefahren drohen.

Was bedeutet Mutterschutz?

In erster Linie geht es um den gesundheitlichen Schutz der schwangeren Arbeitnehmerin, aber auch um den Schutz der Mutter nach der Entbindung. Das Mutterschutzgesetz schützt die schwangere Frau unter anderem vor Kündigung und regelt die Entgeltfortzahlung. Die relevantesten Punkte aus Sicht des Arbeitgebers, werden wir im Nachfolgenden zusammenfassen. Falls Sie mit dem Mutterschutzgesetz bereits vertraut sind, bedenken Sie bitte, dass dieses zum 01. Januar 2018 reformiert wurde – alle Änderungen sind hier einsehbar: bmfsfj.de.

Für welche Frauen gilt das Mutterschutzgesetz?

Das Mutterschutzgesetz findet bei allen schwangeren und stillenden Frauen Anwendung die in einem Beschäftigungsverhältnis stehen. Dabei ist völlig irrelevant ob die Frauen verheiratet oder ledig sind. Der Mutterschutz ist auch nicht abhängig von der bisher getätigten Arbeitszeit noch vom Arbeitsplatz. Es gilt somit für alle Schwangeren und Stillenden:

  • die in einem Arbeitsverhältnis stehen
  • die Teilzeit- oder Vollzeit arbeiten
  • deren Arbeitsplatz im Unternehmen ist
  • deren Arbeitsplatz ein Heimarbeitsplatz ist
  • die sich in einer Ausbildung befinden
  • Schülerinnen und Studentinnen, sofern der Arbeitgeber verpflichtende Veranstaltungen vorgegeben hat
  • Praktikantinnen im Sinne von §26 des Berufsbildungsgesetzes
  • die auf Minijobbasis angestellt sind (geringfügiges Beschäftigungsverhältnis)

Arbeitsplatzgestaltung – Schutz für Schwangere

Die Gesundheit der Schwangeren und des ungeborenen Babys haben oberste Priorität. Als Arbeitgeber können Sie aber erst handeln, wenn die Mitarbeiterin Sie von der Schwangerschaft in Kenntnis gesetzt hat – was zu ihren Pflichten gehört.

Ist dem Arbeitgeber die Schwangerschaft bekannt, muss er den Arbeitsplatz der Mitarbeiterin so umgestalten (wenn nötig), dass ihre gesundheitlichen Bedürfnisse befriedigt werden. Das bedeutet zum Beispiel keine langen Stehzeiten, oder für sitzende Tätigkeiten entsprechende Pausen, in denen sich die Schwangere ausreichend bewegen kann. Fließband- und Akkordarbeit sind für Schwangere nicht mehr erlaubt. Gleiches gilt für die Arbeit mit gesundheitsgefährdenden Materialien (zum Beispiel in chemischen Berufen) – der Schwangeren ist ein Ausgleichsarbeitsplatz zu ermöglichen. Zudem ist das Heben schwerer Lasten untersagt.

Arbeitszeitlicher Gesundheitsschutz

Sechs Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin und acht Wochen nach der Entbindung besteht für die Mitarbeiterin Beschäftigungsverbot (Schutzfrist). Verschiebt sich der Termin der Niederkunft, zum Beispiel bei einer Frühgeburt, wird das Beschäftigungsverbot entsprechend verlängert.

Nachtschichten sind für Schwangere tabu. Seit Januar 2018 gilt auch für die Arbeit nach 20:00 Uhr (max. bis 22:00 Uhr) eine neue Regelung. Eine Beschäftigung für diese Zeit muss behördlich genehmigt werden und die Schwangere muss ihr Einverständnis geben.

Wichtig: Für die Mitarbeiterin gilt während der gesamten Schwangerschaft und vier Monate nach der Entbindung Kündigungsverbot!

Ausgleichszahlungen während der Schwangerschaft und danach

1. Lohnfortzahlung

Solange die Schwangere ihrer Beschäftigung nachgehen kann, erhält sie ihr Arbeitsentgelt weiterhin vom Arbeitgeber. Anders verhält es sich, wenn ein Beschäftigungsverbot aus gesundheitlichen Gründen ausgesprochen wurde. Kann die Mitarbeiterin schon vor Beginn der Schutzfrist nicht mehr arbeiten, erhält sie mindestens den Durchschnittslohn ihres bisherigen Arbeitsvertrages. Diese Leistung muss vom Arbeitgeber getragen werden – siehe Punkt 10 im Beitrag „Mutterschutz“ auf lohn-ag.de.

2. Mutterschaftsgeld

Das Mutterschaftsgeld (Leistungen während der Schutzfrist) hingegen, wird von der Krankenkasse gezahlt, sofern die Schwangere gesetzlich versichert ist. Bis zu 13 Euro pro Tag sind hier die Regel, entsteht eine Differenz zum bisherigen Lohn / Gehalt muss diese der Arbeitgeber tragen (Arbeitgeberzuschuss).

3. Elterngeld

Nach der Schutzfrist haben die Mutter bzw. die Eltern Anspruch auf Elterngeld. Diese Leistung muss bei der zuständigen Elterngeldstelle beantragt werden – mehr zum Elterngeld im ausführlichen Ratgeber auf elternzeit.de. Finanziell ist der Arbeitgeber hier erst einmal raus, allerdings muss er die Abwesenheit seiner Angestellten einplanen und kalkulieren. Bis auf wenige Ausnahmen wird Elterngeld für die Dauer von 12 Monaten gezahlt, es ist aber möglich auch danach die Kinderbetreuung zu übernehmen. Die junge Mutter ist angehalten, den Arbeitgeber über die Dauer ihrer Abwesenheit zu unterrichten.

]]>
http://www.arbeitstipps.de/arbeitgeber-schwangerschaft-mutterschutz.html/feed 0
Aktive und passive Rechnungsabgrenzung: Worin liegt der Unterschied?http://www.arbeitstipps.de/aktive-und-passive-rechnungsabgrenzung-worin-liegt-der-unterschied.html http://www.arbeitstipps.de/aktive-und-passive-rechnungsabgrenzung-worin-liegt-der-unterschied.html#respond Wed, 27 Dec 2017 09:35:06 +0000 http://www.arbeitstipps.de/?p=7906 [...]]]> Beim Jahresabschluss fallen Wörter wie aktive und passive Rechnungsabgrenzung. Um was es sich hier handelt und worin der Unterschied liegt, erfahren Sie hier.

Aktive und passive Rechnungsabgrenzung Unterschied
© Andrey Popov – Fotolia.com

Um Erträge und Aufwendungen periodengerecht einordnen zu können, wird der Rechnungsbezugsposten zu Hilfe genommen. Die Zahlung und das Rechnungsdatum sind dabei eher unwesentlich. Es kommt darauf an, ob die Ausgaben, die vor dem Stichtag anfallen, der Aufwand jedoch erst nach dem Stichtag anfällt oder Erträge, die vor dem Stichtag anfallen erst danach als Einnahme zu verzeichnen sind.

Worauf kommt es an?

Der Rechnungsabgrenzungsposten ist nach § 250 HGB klar definiert. Die Aktivseite umfasst vor dem Stichtag verzeichnete Buchungen, deren Aufwand erst nach diesem Abschlussstichtag zu verzeichnen ist. Die Passivseite enthält alle Einnahmen vor dem Stichtag, deren Ertrag erst nach dem Stichtag wirksam wird.

Wenn der Erfüllungsbetrag einer Verbindlichkeit über dem jeweils angegebenen Betrag liegt, fließt die Differenz in die Aktivseite des Rechnungsabgrenzungspostens ein. Die Tilgung dieses Unterschiedsbetrages erfolgt durch jährliche Abschreibungen. Eine Verteilung auf die komplette Laufzeit der Verbindlichkeit ist möglich.

Die Aktive Rechnungsabgrenzung im Detail

Hier werden Zahlungen erfasst, die schon in der aktuellen Periode erfolgt sind, sich aber erst auf Aufwendungen des nächsten Jahres beziehen.

Hierzu können zählen:

  • Mietzahlungen
  • Gehälter
  • Zinsen
  • Leasing-Sonderzahlungen

Die Auflösung der aktiven Rechnungsabgrenzungsposten erfolgt in der kommenden Periode durch Umbuchen auf das entsprechende Konto. Die Umbuchung kann vollständig oder auch nur teilweise erfolgen. Wird die Umbuchung über mehrere Jahre vorgenommen, erfolgt die Auflösung zeitanteilig.

Beispiel:
Die Miete für einen Gewerberaum beträgt 1.000 Euro monatlich. Laut Mietvertrag wurde vereinbart, die Miete im Voraus für zwei Monate zu zahlen.

Am 1. Dezember erfolgt also die Buchung für Dezember und Januar des Folgejahres.
1.000 Euro Miete entfallen ganz normal auf den Dezember. Weitere 1.000 Euro entfallen auf die aktive Rechnungsabgrenzung, denn sie betreffen den Januar des Folgejahres und nicht die aktive Periode. An die Bank werden also 2.000 Euro bezahlt und damit der gesamte Mietbetrag für den Dezember und für den Januar des Folgejahres.

Hat des neue Geschäftsjahr begonnen, erfolgt die Auflösung des aktiven Rechnungsabgrenzungspostens. Die Mietzahlung in Höhe von 1.000 Euro wird ins neue Jahr übernommen . Der Mietaufwand in der aktuellen Periode beträgt 1.000 Euro. Damit wurde die aktive Rechnungsabgrenzung ausgeglichen.

Die passive Rechnungsabgrenzung im Detail

Unter die passive Rechnungsabgrenzung fallen erhaltene Zahlungen, die für Leistungen erbracht wurden, die erst in der nächsten Periode fällig werden. Diese Zahlungen werden auf der Passivseite ausgewiesen und ähnlich dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten in der nächsten Periode aufgelöst. Erfolgt die Abrechnung über mehrere Jahre, wird die Auflösung zeitanteilig vorgenommen.

Beispiel:
Der Vermieter von Gewerberäumen hat mit seinen Mietern im Voraus zu entrichtende Mietzahlungen vereinbart. Der Mieter zahlt monatlich 2.000 Euro und entrichtet die Summe pro Quartal. Es gehen also im November 6.000 Euro Mietzahlungen ein. 2.000 Euro entfallen davon auf den Januar des Folgejahres und fallen damit unter die passive Rechnungsabgrenzung. Im Januar, wenn die Leistung tatsächlich erbracht wird, erfolgt die Auflösung der passiven Rechnungsabgrenzung.

Die Rechnungsabgrenzungskonten werden meist unmittelbar am Jahresanfang aufgelöst. Alternativ kann auch der Zeitpunkt gewählt werden, an dem die jeweiligen Ausgaben und Einnahmen wirtschaftlich entstanden.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen aktiver und passiver Rechnungsabgrenzung

RechnungsabgrenzungspostenUnterschiede
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten- Hier handelt es sich um Ausgaben, deren Bezahlung noch im alten Jahr erfolgt.
- Die Aufwendungen betreffen aber bereits das neue Jahr.
- Ein Beispiel sind Kreditraten, die schon im Dezember bezahlt wurden, aber den Januar betreffen.
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten- Hierunter fallen Gutschriften von Zahlungen, die bereits im Dezember eingegangen sind, aber erst den Januar betreffen.
- Als Beispiel können Mietzahlungen genannt werden, die schon im Dezember überwiesen wurden, sich aber auf Januar beziehen.

Was ist bei der Auflösung der Rechnungsabgrenzungsposten zu beachten?

Zu Beginn des neuen Jahres steht die Auflösung der Rechnungsabgrenzungsposten an. Eine zeitnahe Auflösung ist nicht immer die Praxis. Viele Unternehmen lösen aktive und passive Rechnungsabgrenzungsposten erst mit der Erstellung des Jahresabschlusses, zum Ende des folgenden Geschäftsjahres auf.

» Tipp: Handelt es sich um größere Summen, können keine aussagefähigen Monats- und Quartalsabschlüsse erstellt werden, wenn die Auflösung der Rechnungsabgrenzung nicht zeitnah erfolgt ist.

Die aktiven und passiven Rechnungsabgrenzungsposten sollten spätestens dann aufgelöst werden, wenn die Erträge und Aufwendungen tatsächlich anfallen, zum Beispiel Mietzahlungen zum 15. des Monats am 15. Januar oder Leasingraten zum 1. Januar zu Jahresbeginn und Erstellung des Buchungskontos für das laufende Jahr.

Aktive und passive Rechnungsabgrenzungsposten im Fokus der Steuer

Die Abgrenzung wird durchgeführt, damit die aufgeführten Beträge nicht in die Gewinn- und Verlust-Rechnung einfließen. Für eine objektive und gerechte Besteuerung ist es wichtig, diese Geschäftsvorgänge abzugrenzen. Den Wert der passenden Rechnungsperiode zuzuordnen, ist für die steuerliche Erfassung sehr wichtig. Die Durchführung der Rechnungsabgrenzung ist durch §250 HGB und §5 Abs. 5 EStG gesetzlich vorgeschrieben.

Was sind transistorische und antizipative Rechnungsabgrenzung?

Neben der aktiven und der passiven Rechnungsabgrenzung kann auch in transistorische und antizipative Rechnungsabgrenzung unterschieden werden. Die transistorische Rechnungsabgrenzung bezeichnet dabei vor dem Stichtag geleistete Ausgaben oder Einnahmen, die erst nach dem Stichtag wirksam werden, so zum Beispiel Gebühren, Honorare oder Mietzahlungen. Unter antizipativer Rechnungsabgrenzung sind Einnahmen und Ausgaben zu verstehen, deren Leistung noch nicht erfolgt ist, die aber schon dem alten Geschäftjahr zuzuordnen sind.

]]>
http://www.arbeitstipps.de/aktive-und-passive-rechnungsabgrenzung-worin-liegt-der-unterschied.html/feed 0
Rechnung ohne Umsatzsteuer erstellen – Dieser Vermerk ist wichtighttp://www.arbeitstipps.de/rechnung-ohne-umsatzsteuer-erstellen.html http://www.arbeitstipps.de/rechnung-ohne-umsatzsteuer-erstellen.html#respond Mon, 25 Dec 2017 06:28:06 +0000 http://www.arbeitstipps.de/?p=7910 [...]]]>
Rechnung ohne Umsatzsteuer erstellen
© stnazkul – Fotolia.com
Umsatzsteuerpflichtig oder nicht? Mit dieser Frage müssen sich insbesondere Kleinunternehmer zu Beginn ihrer Tätigkeit befassen. Fakt ist: Nicht jeder Gewerbetreibende oder Freiberufler in Deutschland ist dazu verpflichtet, die Umsatzsteuer (im Volksmund auch gern Mehrwertsteuer genannt) auszuweisen. Mit anderen Worten: Die 19 oder 7 Prozent müssen nicht automatisch auf den Netto-Rechnungsbetrag geschlagen werden. Wer beispielsweise der Kleinunternehmerregelung unterliegt, ist von der Umsatzsteuer befreit und muss diese dementsprechend auch nicht auf Rechnungen aufführen. Wichtig ist hierbei jedoch, dass ein spezieller Vermerk auf der Rechnung erscheint. Denn nur so kann sich der Rechnungsempfänger sicher sein, dass es sich bei der fehlenden Umsatzsteuer nicht um ein Versehen handelt.

Besteuerung von Kleinunternehmen

Kleinunternehmer unterliegen in Deutschland ein paar Sonderregelungen, die es den Unternehmern erleichtern sollen, ihr Business aufzubauen und irgendwann vielleicht auch zu vergrößern. Eine dieser Regelungen wird auch als Kleinunternehmerregelung bezeichnet und ist im §19 des Umsatzsteuergesetzes festgehalten. Aus diesem Gesetz geht beispielsweise hervor, in welchem Fall die Rede von einem Kleinunternehmen ist, beziehungsweise unter welchen Umständen ein Unternehmen keine Umsatzsteuer zahlen muss:

„Die für Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 geschuldete Umsatzsteuer wird von Unternehmern, die im Inland oder in den in § 1 Abs. 3 bezeichneten Gebieten ansässig sind, nicht erhoben, wenn der in Satz 2 bezeichnete Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird.“

Aus dem Paragraphen 19 des Umsatzsteuergesetzes geht also hervor, dass Unternehmen dann als Kleinunternehmen gelten, wenn ihr Umsatz im vergangenen Jahr bei maximal 17.500 Euro lag und er im aktuellen Kalenderjahr die Grenze von 50.000 Euro nicht überschreiten wird. Ist dies der Fall, kann der Unternehmer von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen und sich von der Umsatzsteuer befreien lassen.

Wichtig: Hierbei handelt es sich nicht um eine Pflichtmaßnahme. Gründer mit geringen Umsätzen können trotz möglicher Kleinunternehmerregelung Umsatzsteuer ausweisen. Das hat den Vorteil, dass sie wiederum auch Betriebsausgaben in der Buchhaltung angeben und die dafür gezahlte Umsatzsteuer zurückerhalten können. Wer sich beim Finanzamt offiziell als Kleinunternehmen meldet, hat keine Möglichkeiten, die Umsatzsteuer für betriebliche Ausgaben zu verlangen.

Richtig auf die Kleinunternehmerregelung hinweisen

Wenn sich ein Unternehmer dazu entschließt, von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch zu machen und sich damit von der Umsatzsteuer zu befreien, dann ist er dazu verpflichtet, darauf explizit auf seinen Rechnungen zu verweisen. Eine festgelegte Formulierung für einen solchen Vermerk gibt es nicht. Der Rechnungssteller hat demzufolge Freiräume. Allerdings sollte auch darauf geachtet werden, dass unbedingt auf den weiter oben bereits erwähnten § 19 des Umsatzsteuergesetzes hingewiesen wird.

Kleinunternehmer können den Verweis auf Umsatzsteuerbefreiung auf ihren Rechnungen beispielsweise so formulieren:

  • Von der Umsatzsteuer befreit gemäß §19 Abs. 1 UStG.
  • Nicht umsatzsteuerpflichtig nach §19 Abs. 1 UStG.
  • Kein Ausweis der Umsatzsteuer notwendig, da gemäß §19 Abs. 1 UStG befreit.
  • Als Kleinunternehmer bin ich gemäß §19 Abs. 1 UStG von der Ausweisung einer Umsatzsteuer befreit.
  • Gemäß §19 Abs. 1 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.
  • Nach §19 Abs. 1 UStG enthält dieser Rechnungsbetrag keine Umsatzsteuer.
  • Rechnungsstellung gemäß §19 Abs. 1 UStG ohne Umsatzsteuer.
  • Aufgrund von Anwendung der Kleinunternehmerregelung nach §19 Abs. 1 UStG beinhaltet dieser Rechnungsbetrag keine Umsatzsteuer.

Man könnte sich noch viele weitere Formulierungsbeispiele überlegen und damit eine schier unendliche Liste füllen. Wichtig ist letztlich nur, dass

  1. überhaupt ein entsprechender Verweis auf der Rechnung vorhanden ist
  2. auf den §19 Abs. 1 UStG hingewiesen wird
  3. man die Kleinunternehmerregelung oder Umsatzsteuerbefreiung erwähnt
  4. nicht (aus Versehen) eine Umsatzsteuer ausgewiesen wird

Das Reverse-Charge-Verfahren

Unter gewissen Umständen kann es allerdings auch vorkommen, dass Unternehmen, die nicht als Kleinunternehmen gelten, keine Umsatzsteuer auf ihren Rechnungen ausweisen dürfen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn man eine Rechnung ins EU-Ausland stellt. Im Fachjargon ist dann auch vom sogenannten Reverse-Charge-Verfahren die Rede.

Das Reverse-Charge-Verfahren kann folgendermaßen erklärt werden:
Normalerweise zieht der Rechnungssteller die Umsatzsteuer von seinem Kunden ein, um sie später an das Finanzamt abzuführen. Werden Geschäfte innerhalb der Europäischen Union getätigt, führt nicht der Auftragnehmer die Steuer ab, sondern der Auftraggeber. Oder mit anderen Worten: Derjenige, an den die Rechnung adressiert ist, rechnet den Umsatzsteuerbetrag aus und überweist diesen direkt an das für ihn zuständige Finanzamt in seinem Land.

Wie schon bei der Kleinunternehmerregelung muss auch in diesem Fall erklärt werden, warum keine Umsatzsteuer ausgewiesen wird. Bei dem Reverse-Charge-Verfahren beziehungsweise der Rechnungsstellung ins EU-Ausland ist beispielsweise folgender Hinweis auf der Rechnung möglich:
„Der Rechnungsausweis erfolgt ohne Umsatzsteuer, da vorliegend der Wechsel der Steuerschuldnerschaft (Reverse-Charge-Verfahren) greift. Die Umsatzsteuer ist vom Leistungsempfänger anzumelden und abzuführen.“

Alternativ reicht auch ein schlichtes „Steuerschuld liegt beim Leistungsempfänger (Reverse-Charge-Verfahren).“

Das Reverse-Charge-Verfahren ist im Paragraph 13b I Umsatzsteuergesetz geregelt. Hier heißt es:
„(1) Für nach § 3a Absatz 2 im Inland steuerpflichtige sonstige Leistungen eines im übrigen Gemeinschaftsgebiet ansässigen Unternehmers entsteht die Steuer mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Leistungen ausgeführt worden sind.
(2) Für folgende steuerpflichtige Umsätze entsteht die Steuer mit Ausstellung der Rechnung, spätestens jedoch mit Ablauf des der Ausführung der Leistung folgenden Kalendermonats:
1. Werklieferungen und nicht unter Absatz 1 fallende sonstige Leistungen eines im Ausland ansässigen Unternehmers“

Zusammenarbeit mit umsatzsteuerbefreiten Organisationen

Ein dritter und gleichzeitig auch letzter Fall, in dem auf der Rechnung keine Umsatzsteuer ausgewiesen werden muss, ist die Zusammenarbeit mit umsatzsteuerbefreiten Organisationen. Auch hier ist ein entsprechender Vermerk, der auf den Sonderfall hinweist, notwendig. Denkbar sind beispielsweise diese Formulierungen:

  1. Die erbrachte Leistung ist gemäß § 4 Nr. 21 UStG. umsatzsteuerfrei. Eine entsprechende Bescheinigung des Auftraggebers liegt vor.
  2. Umsatzsteuerfrei gemäß § 4 Nr. 21 UStG.
  3. Es liegt eine Umsatzsteuerbefreiung gemäß § 4 Nr. 21 UStG. vor.

Im erwähnten § 4 Nr. 21 UStG. heißt es:
„Von den unter § 1 Abs. 1 Nr. 1 fallenden Umsätzen sind steuerfrei:
a) die unmittelbar dem Schul- und Bildungszweck dienenden Leistungen privater Schulen und anderer allgemeinbildender oder berufsbildender Einrichtungen,
aa) wenn sie als Ersatzschulen gemäß Artikel 7 Abs. 4 des Grundgesetzes staatlich genehmigt oder nach Landesrecht erlaubt sind oder
bb) wenn die zuständige Landesbehörde bescheinigt, dass sie auf einen Beruf oder eine vor einer juristischen Person des öffentlichen Rechts abzulegende Prüfung ordnungsgemäß vorbereiten,
b) die unmittelbar dem Schul- und Bildungszweck dienenden Unterrichtsleistungen selbständiger Lehrer
aa) an Hochschulen im Sinne der §§ 1 und 70 des Hochschulrahmengesetzes und öffentlichen allgemeinbildenden oder berufsbildenden Schulen oder
bb) an privaten Schulen und anderen allgemeinbildenden oder berufsbildenden Einrichtungen, soweit diese die Voraussetzungen des Buchstabens a erfüllen“

Info: Den gesamten Paragraphen 4 Umsatzsteuergesetz kann man hier einsehen.

Fazit: Fehlende Umsatzsteuer muss immer begründet werden

Wenn jemand eine Rechnung ohne Umsatzsteuer erstellt, dann handelt es sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit um einen Kleinunternehmer, der gemäß §19 Abs. 1 UStG von der Umsatzsteuer befreit ist. Weniger oft kommt es vor, dass der Rechnungssteller einen Auftraggeber im Ausland hatte und darum das Reverse-Charge-Verfahren nach §13b I UStG anwenden muss. Die absolute Ausnahme bildet eine Steuerbefreiung nach § 4 Nr. 21 UStG. Nur wenige Selbstständige arbeiten im Laufe ihrer Karriere mit Organisationen zusammen, die von der Umsatzsteuer befreit sind. Da diese Situation jedoch nie völlig ausgeschlossen werden kann, ist es wichtig, darauf hinzuweisen.

Egal aus welchem Grund, sobald eine Rechnung ohne Umsatzsteuer erstellt wird, muss ein entsprechender Hinweis darauf platziert werden. Dieser ist einerseits für den Rechnungsempfänger und andererseits auch für das Finanzamt von großer Wichtigkeit.

]]>
http://www.arbeitstipps.de/rechnung-ohne-umsatzsteuer-erstellen.html/feed 0
Pflichtangaben in Rechnungen: Checkliste für eine korrekt geschriebene Rechnunghttp://www.arbeitstipps.de/pflichtangaben-rechnungen-checkliste.html http://www.arbeitstipps.de/pflichtangaben-rechnungen-checkliste.html#respond Wed, 20 Dec 2017 08:19:51 +0000 http://www.arbeitstipps.de/?p=7900 [...]]]> Um Ärger mit dem Finanzamt zu vermeiden, gilt es bei der Rechnungslegung auf einige wichtige Punkte zu achten. Welche Pflichtangaben zu machen sind, erfahren Sie hier.

Pflichtangaben in Rechnungen: Checkliste für eine korrekt geschriebene Rechnung
© everythingpossible – Fotolia.com

Die Leistung ist erbracht, die Ware verschickt – nun ist es an der Zeit für den verdienten Lohn der getanen Arbeit. Damit der Geldbetrag nicht nur bald ins Haus flattert, sonder auch für das Finanzamt alles nach Plan läuft, wird eine korrekt geschriebene Rechnung benötigt. Diese wandert in die Unterlagen des Ausstellers und des Empfängers und dient als Nachweis für die geleistete Arbeit und den erbrachten Geldbetrag. Worauf es beim Schreiben einer korrekten Rechnung ankommt, können Sie im Folgenden nachlesen.

Wann muss die Rechnung geschrieben werden?

Am besten, so schnell wie möglich, damit sie nicht vergessen wird und der offene Betrag möglichst bald beglichen wird. Das Gesetz schreibt für die Rechnungsstellung an Unternehmen ein Frist von maximal einem halben Jahr vor. Bei Privatkunden besteht keine Frist für die Rechnungsstellung. Ausgenommen sind Leistungen wie Bauarbeiten, Reparaturen, Reinigungs- oder Gartenarbeiten. Bei diesen, mit einem Grundstück in Verbindung stehenden Arbeiten, hat der Gesetzgeber reagiert und schreibt hier ebenfalls eine Frist von sechs Monaten vor. Das entsprechende Gesetz wurde im Jahr 2004 erlassen und dient vorrangig der Bekämpfung von Schwarzarbeit.

» Achtung: Bei nicht fristgerecht ausgestellten Rechnungen drohen Geldstrafen von bis zu 5.000 Euro.

Welche Angaben muss eine Rechnung zwingend enthalten?

Damit eine Rechnung allgemein als solche anerkannt wird, müssen bestimmte Angaben enthalten sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Rechnung auf dem Postweg ins Haus kommt oder online verschickt wird.

Folgende Angaben schreibt das Umsatzsteuergesetz in § 14 vor:

❍ Name und Anschrift von Aussteller und Empfänger der Rechnung

Diese Angaben haben vollständig zu erfolgen. Die Namen und Adressen von Aussteller und Empfänger der Rechnung müssen jederzeit nachvollziehbar sein. Statt der vollständigen Anschrift des Empfängers kann auch ein Postfach genannt werden. Dies erlaubt der Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE).

❍ Das Rechnungsdatum

Es muss immer klar ersichtlich sein, wann die Rechnung ausgestellt wurde. Dabei muss das Rechnungsdatum nicht mit dem Lieferdatum der Ware oder Erbringung der Dienstleistung identisch sein.

❍ Die Rechnungsnummer

Alle vom Unternehmer erstellen Rechnungen müssen eine fortlaufende Rechnungsnummer beinhalten. Rechnungsnummern können aus mehreren Ziffern oder auch aus Ziffern- und Zahlenkombinationen bestehen. Bei der Vergabe der Rechnungsnummer ist darauf zu achten, keine Rechnungsnummer doppelt zu vergeben. Daher bietet sich die automatische Erstellung der Rechnung über ein entsprechendes Computerprogramm an.

❍ Die Steuernummer

Jeder Unternehmer erhält vom Finanzamt eine eigene Steuernummer. Diese hat auf der Rechnung zu erscheinen. Werden Rechnungen in das europäische Ausland erstellt, muss beim Bundeszentralamt für Steuern eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragt werden.

❍ Der Grund der Rechnungsstellung

Aus der Rechnung muss hervorgehen, wofür der Betrag veranschlagt wird. Die Art und Menge der gelieferten Waren muss eindeutig bezeichnet werden. Sammelbezeichnungen, welche die steuerliche Zuordnung möglich machen, sind dabei erlaubt. So müssen zum Beispiel Drogerieartikel, Spirituosen, Büromaterial oder Schreibdienstleistungen nicht im Einzelnen aufgeführt werden, sondern es genügen die genannten Oberbegriffe.

❍ Das Datum der Leistungserbringung

Wann die Leistung erbracht oder die Ware geliefert wurde, muss ebenfalls auf der Rechnung erkennbar sein. Dabei ist das genaue Datum nicht zwingend relevant, wird der Monat genannt, ist dies ausreichend. Werden Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen getätigt, ist dies zu vermerken.

❍ Der Rechnungsbetrag

Der Rechnungsbetrag ist der wichtigste Bestandteil der Rechnung. Dieser kann sich aus einzelnen Positionen aufsummieren oder auch in einer Summe genannt werden. Dabei ist zunächst der Nettobetrag anzugeben, welchem der jeweilige Umsatzsteuersatz aufgeschlagen wird. Wer von der Umsatzsteuer befreit ist, muss dies auf der Rechnung ebenfalls kenntlich machen.

❍ Rabatte und Skonto

Wurden mit dem Kunden Rabatte vereinbart, die zur Minderung des angegebenen Rechnungsbetrages führen, sind diese auch auf der Rechnung aufzuführen. Wer seinen Kunden, im Rahmen eines bestimmten Zahlungszieles Skonto einräumt, führt dies ebenfalls auf der Rechnung auf. So ist es zum Beispiel üblich, bei einer Zahlung innerhalb von sieben Tagen nach Rechnungserhalt 3% Skonto einzuräumen.

❍ Die Bankverbindung

Der Kunde muss wissen, wohin er das Geld überweisen soll. Daher hat auf jeder Rechnung auch eine gültige Bankverbindung zu erscheinen. Damit der Zahlungsverkehr vereinfacht wird, sind die aktuellen Angaben für BIC und IBAN aufzuführen.

❍ Das Zahlungsziel

Jede Rechnung ist automatisch an ein bestimmtes Zahlungsziel gebunden. Dieses kann variieren und sollte auf der Rechnung genannt werden. Gängig ist die Rechnungszahlung innerhalb von 14 Tagen nach Warenerhalt oder Dienstleistungserbringung. Zahlungsziele von 30 Tagen, 10 Tagen oder 7 Tagen sind ebenfalls üblich.

Checkliste vollständiger Rechnungen:

✔ Name und Anschrift von Unternehmen und Kunden
✔ Datum der Rechnungsausstellung
✔ Rechnungsnummer
✔ Steuernummer oder Umsatzsteueridentifikationsnummer
✔ Menge und Umfang der gelieferten Ware oder erbrachten Dienstleistung
✔ Rechnungsbetrag
✔ Vereinbarte Rabatte oder Skonti
✔ Bankverbindung
✔ Zahlungsziel

» Tipp: Lassen Sie zur Sicherheit ein erstelltes Rechnungsexemplar vom Steuerberater überprüfen, bevor das Finanzamt die Buchführung einsehen kann.

Ausnahme Kleinstbetragrechnung

Als Kleinstbetragrechnungen gelten Rechnungen, deren Rechnungssumme weniger als 250 Euro umfasst.

» Tipp: Vormals galten 150 Euro als Bemessungsgrenze. Das neue Bürokratienentlastungsgesetz II trat im Mai 2017 in Kraft.

Für Kleinstbeträge gilt eine vereinfache Rechnungsstellung, die lediglich folgende Angaben vorschreibt:

✔ Name und Anschrift des Rechnungssaustellers
✔ Rechnungsdatum
✔ Umfang und Art der Lieferung
✔ Rechnungsbetrag

Müssen Rechnungen unterschrieben werden?

Rechnungen müssen keine eigenhändige Unterschrift enthalten. Dies vereinfacht die Ausstellung am PC und macht den elektronischen Datenverkehr möglich.

Meine Rechnung geht ins Ausland – was ist zu beachten?

Die deutschen Steuergesetze greifen nicht, wenn die Rechnung an Unternehmen ins Ausland verschickt wird. Es gelten dann die Bedingungen des jeweiligen Landes. Umsatzsteuer fällt nicht an. Werden die Rechnungen dagegen an Privatpersonen im EU-Ausland ausgestellt, die Ihren Wohnsitz im Ausland haben, enthält die Rechnung die in Deutschland gängige Mehrwertsteuer. Bei Waren, die in Länder, die nicht Mitglied der EU sind verschickt werden, beinhalten die Rechnungen generell keine Mehrwertsteuer.

» Tipp: Auf der Rechnung ist immer anzugeben, welche Rechtsgrundlage das Entfallen der Umsatzsteuer erlaubt.

]]>
http://www.arbeitstipps.de/pflichtangaben-rechnungen-checkliste.html/feed 0
Mahnung schreiben – So verfassen Sie Zahlungserinnerungen richtighttp://www.arbeitstipps.de/mahnung-schreiben-zahlungserinnerungen.html http://www.arbeitstipps.de/mahnung-schreiben-zahlungserinnerungen.html#respond Mon, 18 Dec 2017 08:33:04 +0000 http://www.arbeitstipps.de/?p=7891 [...]]]> Auf einige Schreiben würde man gern verzichten. So beispielsweise auf eine Mahnung. Wenn der Kunde aber seine Ware nicht rechtzeitig gezahlt hat, kommen Sie nicht darum herum. Wie Sie diese formulieren, lesen Sie hier.

© Antonioguillem – Fotolia.com

Dem Verschicken der Ware und der Erbringung von Dienstleistungen folgt das Begleichen der Rechnung. Was eigentlich logisch klingt, ist für viele Unternehmer zu schön, um wahr zu sein.

Mit der Zahlungsmoral der Deutschen ist es nicht zum besten bestellt. Die Gründe sind verschieden.

Wie sieht eine Zahlungserinnerung aus?

Dabei kann es sich um ein formloses Schreiben handeln. Zahlungserinnerungen ziehen keine Konsequenzen nach sich, daher gibt es auch keine Vorgaben.

Folgende Angaben sollten dennoch enthalten sein:

  • Name und Adresse von Rechnungssteller und Rechnungsempfänger
  • Rechnungsnummer
  • Gegenstand der Rechnung
  • Bankverbindung
  • offener Betrag
  • Zahlungsziel

Folgender Wortlaut ist in etwa üblich:

Im Alltag passiert es leicht, dass bestimmte Dinge einfach vergessen oder verlegt werden. Leider konnten wir bislang auf die Rechnung … keinen Zahlungseingang feststellen. Daher bitten wir Sie, den noch offenen Betrag in Höhe von … baldigst, spätestens bis zum …, auf das angegebene Konto zu überweisen.

Sollte die Zahlung mittlerweile erfolgt sein, berücksichtigt sind Buchungen bis zum …, betrachten Sie dieses Schreiben bitte als gegenstandslos.

Vielen Dank und freundliche Grüße

Die erste Mahnung

Der ersten Mahnung muss nicht zwingend eine Zahlungserinnerung vorausgehen. In Zahlungsverzug ist der Rechnungsempfänger automatisch geraten, wenn er das auf der Rechnung vermerkte Zahlungsziel nicht erreicht hat.

» Tipp: Mit der ersten Mahnung beginnt ein im Geschäftsalltag üblicher Vorgang, von dem jeder Unternehmer Gebrauch machen sollte.

Wenn auch die Mahnung einen anderen Stellenwert besitzt, als die Zahlungserinnerungen, konkrete Vorgaben gibt es auch für Mahnungen nicht. Wichtig ist, dass der Schuldner auf der Mahnung alle Angaben der Rechnung wiederfindet. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Rechnung verlegt wurde und der Empfänger der Mahnung keinen direkten Zugriff darauf hat. Um nicht wertvolle Zeit verstreichen zu lassen, sind Mahnungen übersichtlich und zugleich aussagekräftig zu gestalten.

Zunächst muss aus dem Schriftstück klar und deutlich hervorgehen, dass es sich um eine Mahnung handelt.

Weiterhin sind folgende Angaben zwingend notwendig:

  • Name und vollständige Anschrift von Rechnungssteller und Rechnungsempfänger
  • Rechnungsnummer
  • Rechnungsdatum
  • Rechnungssumme
  • Bankverbindung
  • Steuernummer
  • konkretes neues Zahlungsziel

» Tipp: Bereits für die erste Mahnung können Mahngebühren erhoben werden. Auch Verzugszinsen kann der Gläubiger veranschlagen. Er sollte dies allerdings begründen und Zeitraum und Zinssatz nicht unerwähnt lassen.

Die erste Mahnung kann in etwa so lauten:

Bislang ist für die Rechnung … leider noch kein Zahlungseingang verbucht worden. Auf den Rechnungsbetrag von … werden Mahngebühren in Höhe von … erhoben. Wir bitten um baldige Zahlung der offenen Forderung. Spätestens zum … sollte der Betrag auf dem genannten Konto eingegangen sein. Sollte die Rechnung nicht fristgerecht beglichen werden, müssen Sie mit weiteren Mahngebühren und Verzugszinsen rechnen.

Mit freundlichen Grüßen

» Tipp: Wurde vorab keine Zahlungserinnerung verschickt, kann die Formulierung abgeändert und dem Wortlaut der Zahlungserinnerung angepasst werden.

Wie hoch sollten Mahngebühren veranschlagt werden?

Für die Erhebung von Mahngebühren gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Es sollte sich um einen angemessenen Betrag handeln, welcher dem Aufwand der Ausfertigung der Mahnung entspricht. Als allgemeine Empfehlung gelten 2,50 Euro pro Mahnstufe. Bei drei gängigen Mahnungen belaufen sich die Gesamt-Mahngebühren dann also auf 7,50 Euro.

Die zweite und dritte Mahnung

Wurde der fehlende Betrag nach Erhalt der ersten Mahnung beglichen, kann von einem weiteren Mahnverfahren abgesehen werden. Die Erfahrung beweist jedoch häufig das Gegenteil, der Unternehmer wartet auch nach erfolgter Mahnung noch auf sein Geld. Bei der zweiten und dritten Mahnung sollten Sie härtere Töne anschlagen und der Zahlungsforderung durch einen enger gesteckten Zeitrahmen Ausdruck verleihen.

» Tipp: Das Zahlungsziel sollte nicht mehrere Wochen in der Zukunft liegen, sondern auf wenige Tage begrenzt werden.

Der Wortlaut der zweiten und dritten Mahnung kann in etwa so aussehen:

Trotz der Zahlungserinnerung vom … und der ersten Mahnung vom … konnte für die Rechnung … noch kein Zahlungseingang festgestellt werden.

Sie haben folgende Beträge zu zahlen:

Rechnungssumme:
Mahngebühren:
Verzugssumme:
Gesamtsumme:

Der ausstehende Rechnungsbetrag ist bis zum … zu zahlen.

Wurde das Zahlungsziel nicht eingehalten, sehe ich mich, ohne eine weitere Ankündigung gezwungen, rechtliche Schritte in die Wege zu leiten.

Damit ist das einfache Mahnverfahren ausgeschöpft. Bleibt der Rechnungsempfänger den Betrag weiterhin schuldig, ist der nächste Schritt das gesetzliche Mahnverfahren.

Lesen Sie auch: Kunde zahlt Rechnung nicht – So gehen Sie bei Zahlungsverzug richtig vor

]]>
http://www.arbeitstipps.de/mahnung-schreiben-zahlungserinnerungen.html/feed 0
Social Media Kanäle effektiv nutzen – diesen Fehler unbedingt vermeiden!http://www.arbeitstipps.de/social-media-kanaele-effektiv-nutzen-diesen-fehler-unbedingt-vermeiden.html http://www.arbeitstipps.de/social-media-kanaele-effektiv-nutzen-diesen-fehler-unbedingt-vermeiden.html#respond Thu, 14 Dec 2017 12:38:50 +0000 http://www.arbeitstipps.de/?p=7709 [...]]]> Social Media Kanäle sind wichtige Bausteine im Unternehmensmarketing. Wird hier ein entscheidender Punkt vernachlässigt, kann das der Firma sogar schaden.

Social Media effektiv nutzen
© BillionPhotos.com – Fotolia.com

Was im privaten Umfeld oftmals nervig ist, ist für Unternehmen ausgeklügelte Marketingstrategie. Die Rede ist von der täglichen Nutzung der mittlerweile zahlreichen Social Media Kanäle. Jeder von uns kennt die Situation – man sitzt mit Freunden im Lokal, wartet auf den ersten Drink und schwups werden die Handys gezückt. Nur mal schnell schauen was der beste Kumpel gerade macht, ob der letzte eigene Facebook-Post schon kommentiert wurde, oder ob der Lieblingsmarkenhersteller ein neues Produkt promotet hat.

Nur nichts verpassen, ständig auf dem Laufenden sein – eine menschliche Marotte, die sich Unternehmen zu Nutze machen können und sogar müssen.

Warum Social Media so wichtig ist

Wenn Sie Business-Neuling sind, empfehle ich Ihnen meinen Artikel „Internet als Marketinginstrument – die 5 Pfeiler des Onlineerfolgs“ zu lesen, um sich der großen Bedeutung des Internetmarketings für Ihr Unternehmen bewusst zu werden. Wer bereits am Markt etabliert ist, sollte niemals, wirklich niemals den Fehler machen und die sozialen Netzwerke als zeitraubende Spielerei ansehen. Mit keiner anderen Marketingmaßnahme erreichen Sie so viele potentielle Kunden, wie mit Facebook, Twitter oder Instagram (nur beispielhaft genannt). Lassen Sie mich die größten Vorteile von Social Media auf den Punkt bringen:

  • Bekanntheitsgrad erweitern
  • hohe Erreichbarkeit potentieller Kunden
  • stets aktuelle Imagepflege
  • attraktive Kundenbindung durch persönlichen Kontakt
  • Zielgruppenspezifische Angebotspräsentation
  • kontrollierte Beobachtung der Mitbewerber
  • Durchführung von Produkttests
  • Kundeninteresse wecken durch Umfragen
  • Trendanalyse

Fataler Fehler: halbherzige Aktivitäten!

Ein Fehler, der leider immer noch in vielen Unternehmen gemacht wird, ist mangelnde Kontinuität. Es reicht nicht, sich diverse Accounts anzulegen und ab und an mal von sich hören zu lassen. Das erweckt schnell den Eindruck, ihrer Firma geht es nicht so gut, es gibt nichts Neues oder ihr Interesse an ihren Followern ist gleich Null. Ihre Untätigkeit in den Sozialen Netzwerken könnte einen negativen Bumerang auslösen.

Praxisbeispiel
Stellen Sie sich nur mal vor, ein einzelner User stellt folgenden Post online: „Leider seit Wochen nichts Neues von Firma XY gehört, was ist da los?“ Allein schon der Wortlaut gibt Anlass zu Spekulationen die Ihnen gar nicht gefallen würden, ganz abgesehen davon, dass sich dieser Post mit nur wenigen Klicks rasend schnell verbreitet.

Statt Ihrem Ziel mit viralem Marketing näher zu kommen, erreichen Sie durch Ihr „Nichtstun“ genau das Gegenteil.

Social Media Kanäle im Blick behalten

Wenn Sie mit Social Media Erfolg haben wollen, müssen Sie also stets präsent sein. User haben die Möglichkeit, mit Ihnen in direkten Kontakt zu treten und sie erwarten, dass SIE sofort darauf reagieren – die anfangs erwähnte menschliche Marotte! Nun werden Sie die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sich fragen „Was für ein Zeitaufwand! Wann soll ich mich denn darum kümmern ohne meine Firma zu vernachlässigen?“ – STOP! Falscher Gedankengang, denn mit jeder beantworteten Anfrage oder Reaktion auf einen Kommentar, setzen Sie einen weiteren Marketingstein ihrer Unternehmensstrategie.

Nun gebe ich Ihnen Recht, dass man bei der Vielzahl der aktuellen Social Media Kanäle schnell den Überblick verlieren kann. Was anfangs noch per Hand erledigt wird, sollte man spätestens bei einer gut laufenden Social-Media-Vernetzung der Technik überlassen. Community Management Tools wie SocialHub, helfen Ihnen dabei alle eingehenden Fan-Anfragen in einem „Posteingang“ zu organisieren. Somit müssen Sie sich nicht von Plattform zu Plattform klicken, können Anfragen direkt aus dem Tool heraus beantworten und sogar von anderen Abteilungen Feedback einholen. Damit dürfte sich dann auch die Frage nach einem effektiven Zeitmanagement für Ihre Social Media Aktivitäten erledigt haben.

Einer muss den Hut aufhaben

Bei Startups und kleinen Unternehmen bleibt die „Verwaltung“ der Social Media Kanäle klar in der Hand des Chefs. Große Firmen sollten diese Aufgabe delegieren. Doch Achtung: immer wieder wechselnde Praktikanten sind dafür nicht geeignet, weil sie sich zu wenig mit dem Unternehmen identifizieren können. Es ist eine gute Investition, einen ausgebildeten Social Media Manager im Haus zu haben.

(M)ein guter Rat zum Schluss…
Benutzen Sie Ihre Social Media Kanäle nicht als Litfasssäule! Wer ausschließlich Werbung postet hat den kommunikativen Sinn dieser Plattformen nicht verstanden und wird über kurz oder lang mit Desinteresse bestraft.

]]>
http://www.arbeitstipps.de/social-media-kanaele-effektiv-nutzen-diesen-fehler-unbedingt-vermeiden.html/feed 0
Skonto buchen – So machen Sie es richtighttp://www.arbeitstipps.de/skonto-buchen-so-machen-sie-es-richtig.html http://www.arbeitstipps.de/skonto-buchen-so-machen-sie-es-richtig.html#respond Wed, 13 Dec 2017 06:12:00 +0000 http://www.arbeitstipps.de/?p=7872 [...]]]> Bei Skonto handelt es sich um einen Preisnachlass für den Kunden, der buchhalterisch erfasst werden muss. Wie Sie Skonti buchen, erklären wir hier.

Skonto buchen
© Kittiphan – Fotolia.com

Skonto zählt zu den Anschaffungspreisminderungen und fällt dabei in eine Rubrik mit Rabatten oder Boni. Diese Preisnachlässe werden vom Verkäufer dem Kunden gewährt. Für den Käufer ergibt sich nicht nur eine Ersparnis im Geldbeutel, sondern auch einige Dinge, die in steuerlicher Hinsicht beachtet werden müssen.

Welchen Nutzen haben Skonti und warum werden sie gewährt?

Skonti sind Nachlässe auf den Anschaffungspreis, welcher vom Unternehmen mit dem Ziel gewährt wird, eine möglichst zeitnahe Zahlung durch den Kunden zu erreichen. Der Rechnungsbetrag verringert sich also nur unter der Bedingung einer beschleunigten Zahlung. Hierfür wird ein bestimmtes Zahlungsziel genannt. So sind zum Beispiel 3% Skonto bei einer Zahlung innerhalb von sieben oder vierzehn Tagen gängig. Erfolgt die Zahlung zu einem späteren Zeitpunkt, verliert der Käufer seinen Anspruch auf Preisminderung.

Skonto ist nicht mit Rabatten zu verwechseln. Mengen- oder Treuerabatte mindern zwar auch den Verkaufspreis, sind aber steuerlich nicht relevant. Im Gegensatz zu Rabatten müssen Skonti buchhalterisch erfasst werden.

Buchungsbeispiel

Ausgangssituation
Auf der Rechnung für ein Boxspringbett im Wert von 1.500 Euro ist ein Skontobetrag von 3% bei einer Zahlung innerhalb von 14 Tagen nach Warenlieferung aufgeführt.

Bruttoskonto:
Die Rechnung umfasst 1.500 Euro
Der Skontobetrag liegt bei 45 Euro
Der Kunde zahlt nach Skontoabzug 1.455 Euro

Nettoskonto:
Verändert sich der Preis, zieht dies auch eine Änderung von Umsatz- oder Vorsteuer nach sich.

Bruttoskonto = 45 Euro
45 Euro /1,19 = 37,82 Nettoskonto

Der Skontobetrag enthält also 7,18 Euro Vorsteuerkorrektur.

Die Verbuchung kann nun auf zwei Arten erfolgen:

1. Bruttobuchung

Verbindlichkeiten: 1.500 Euro
an Lieferskonto 45 Euro
an Bank 1.455 Euro

Buchung der Steuerkorrektur erfolgt als zweite Buchung

Lieferskonto: 7,18 Euro
an Vorsteuer 7,18 Euro

2. Nettobuchung
Das Nettobuchungsverfahren wird in der Praxis häufiger angewandt.

Verbindlichkeiten: 1.500 Euro
an Lieferskonto 45 Euro
an Vorsteuer 7,18 Euro
an Bank 1.455 Euro

Da direkt gebucht wird, kann die zweite Buchung entfallen. Der Nettoskonto wird direkt gebucht, statt auf einem extra Konto gesammelt und erst zum Ende des Abrechnungszeitraums als Sammelbuchung korrigiert und verbucht zu werden.

Vor- und Nachteile von Bruttobuchung und Nettobuchung

BuchungsartVorteileNachteile
BruttobuchungDie Bruttobuchung ist übersichtlich, da die Steuerkorrektur separat ausgewiesen wird. Hierfür wird das Unterkonto Lieferskonti eingerichtet.Das Verfahren ist aufwendiger und daher in der Praxis kaum üblich.
NettobuchungDie Nettobuchung wird häufig angewandt und macht eine zweite Buchung überflüssig.Der Skontobetrag wird direkt verbucht und kann nicht auf einem gesonderten Konto gesammelt und eingesehen werden. Daher ist die Methode weniger übersichtlich.

Skontoabzug in der Bilanz

Der Skontoabzug als Aufwandsbuchung führt zu einer Reduzierung des Eigenkapitals auf der Sollseite der Bilanz. Dies geschieht über ein separates Konto, wie eben unter Bruttobuchung beschrieben, oder über eine Sollbuchung bei den Erlösen. Die Nettobuchung ist durchaus im kaufmännischen Sinne korrekt. Die Bruttobuchung sorgt für mehr Übersicht, da sofort erkennbar ist, wie viel Erträge dem Unternehmer durch die Einräumung von Skonti letztlich verlorengehen.

Wer Skonto gewährt, stellt automatisch eine niedrigere Forderung an den Kunden. Die Bilanzsumme minimiert sich, da ein Konto auf der Aktivseite und auf der Passivseite einen niedrigeren Wert aufweist.

Tipp: Skonto zu gewähren, ist immer auch als Minderung des Gewinns zu verstehen, da sich der Umsatz verringert, wenn der Kunde das Zahlungsziel einhält und damit Skonto gewährt bekommt.

]]>
http://www.arbeitstipps.de/skonto-buchen-so-machen-sie-es-richtig.html/feed 0
Rechnung per Email verschicken: Vorteile & wichtige Hinweise im Überblickhttp://www.arbeitstipps.de/rechnung-per-email-verschicken.html http://www.arbeitstipps.de/rechnung-per-email-verschicken.html#respond Mon, 11 Dec 2017 08:00:56 +0000 http://www.arbeitstipps.de/?p=7866 [...]]]> Rechnungen per Email zu verschicken wird immer mehr zum Standard, da es großes Einsparpotenzial bietet. Dennoch gibt es hier einiges zu beachten, damit die Rechnung auch rechtsgültig ist.

Rechnung per Email verschicken: Vorteile & wichtige Hinweise im Überblick
© Rawf8 – Fotolia.com

Rechnungen schreiben – für Kleinunternehmer oder Freiberufler vielleicht keine große Hürde. Bei größeren Unternehmen kann das Ausdrucken und Eintüten zu einem wahren Kraftakt werden. Auch die Portokosten sind nicht unerheblich und wer möchte schon ständig zum Postkasten laufen.

Dies alles können Sie sich ersparen, wenn Sie Rechnungen in Zukunft elektronisch verschicken. Für viele Unternehmen ist dies längst zur Routine geworden und sie profitieren von einer Reihe an Vorteilen.

Was es zu beachten gibt, wenn die Rechnung als Email auf die Reise geht, kann hier nachgelesen werden.

Welchen Stellenwert besitzt die elektronische Rechnung?

Rechtlich steht die elektronische Rechnung der Rechnung auf dem Papier in nichts nach. Rechnungen per Email besitzen auch ohne eigenhändige Unterschrift ihre Gültigkeit. Auch die Digitale Signatur ist nicht mehr notwendig. Damit ist der Weg frei für eine willkommene Erleichterung im Büroalltag und einen weiteren Schritt, hin zu einer vereinfachten Büroorganisation und Digitalisierung der Geschäftsvorgänge.

Welche Rechtslage kommt zur Anwendung?

Die elektronische Rechnung steht seit dem im Jahre 2011 erlassenen Steuervereinfachungsgesetz (unter bundesfinanzministerium.de) mit der herkömmlichen Papierrechnung auf einer Stufe. Beide Rechnungen müssen deutlich als Rechnung erkennbar sein und alle notwendigen Angaben enthalten.

Unternehmer können jederzeit Rechnungen per Mail verschicken. Vielerorts geschieht dies bereits automatisch und beinahe selbstverständlich. Dennoch schreibt der Gesetzgeber die Zustimmung des Empfängers vor. Hierfür gibt es keine Vorgaben. Es genügt also, die mündliche Absprache oder die Verankerung des elektronischen Rechnungsversandes in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

» Tipp: Sie können die Rechnungen auch elektronisch verschicken, ohne vorab extra das Einverständnis vom Empfänger einzuholen. Besteht dieser allerdings im Nachhinein auf eine Papierrechnung, ist diese ihm zusätzlich auszustellen und zuzusenden.

Welche Anforderungen an die Ausfertigung der elektronischen Rechnung gibt es?

Die Inhaltsvorgaben beider Rechnungen unterscheiden sich nicht voneinander. Nach § 14 des Umsatzsteuergesetzes (unter gesetze-im-internet.de) müssen bei der Papierrechnung wie bei der elektronischen Rechnung die Echtheit der Rechnungsherkunft, die Unversehrtheit des Rechnungsinhaltes und die Lesbarkeit der Rechnung gewährleistet sein.

Noch bis zum Jahre 2011 mussten elektronische Rechnungen umständlich mit einer Digitalen Signatur versehen werden. Die Echtheit der Rechnung muss nun vom Unternehmer in Eigenregie kontrolliert und bestätigt werden. Es empfiehlt sich, alle Angaben mehrmals zu kontrollieren und zu vergleichen.

Wie wird eine elektronische Rechnung verschickt?

Die elektronische Rechnung wird in einem bestimmten Schreibprogramm erstellt. Gängig sind hierbei Word oder Excel. Nach der Erstellung gilt es, die Rechnung abzuspeichern. Im Geschäftsalltag hat es sich bewährt, elektronische Rechnungen als PDF-Dateien zu verschicken.

» Tipp: Wird die Rechnung per PDF-Datei verschickt, kann der Rechnungsinhalt nicht nachträglich verändert werden.

Der Kunde erhält nun eine Email mit dem Betreff “Rechnung”. Dort wird dann in etwa vermerkt: “Anbei finden Sie die Rechnung vom … oder die Rechnung für … oder die Rechnung für den Monat …, wenn es sich um wiederkehrende Dienstleistungen handelt.

Dies ist die einfachste und gängigste Methode, eine Rechnung elektronisch zu verschicken. Wer regelmäßig eine große Zahl an Rechnungen abschicken muss, der sollte auf eine Rechnungssoftware zurückgreifen. Die Rechnungen werden dann direkt aus dem Programm an die jeweiligen Email-Adressen verschickt und es muss nicht zu jeder Rechnung eine separate Email geschrieben werden, worin auf den Rechnungsanhang hingewiesen wird.

Warum sollten Rechnungen elektronisch, statt per Post verschickt werden?

Hierfür gibt es einige gute Gründe. Der Rechnungssteller kann sich dadurch viel Zeit und Aufwand einsparen. Letztlich spart man natürlich auch bares Geld.

Eine elektronische Rechnung kommt aus ohne:

  • Papier
  • Druckerkosten
  • Briefumschlag
  • Briefmarke

Ein wichtiger Punkt ist auch, die Rechnung ist nicht Tage unterwegs und man muss sich nicht fragen, ob sie überhaupt ihr Ziel erreicht hat. Elektronische Rechnungen erreichen den Empfänger sofort und dieser kann umgehend darauf reagieren. Dies hat einen schnelleren Geldeingang und einen reibungslosen Geschäftsablauf zur Folge. Meist ist eine kurze Nachricht des Empfängers üblich. “Die Rechnung ist angekommen und weitergeleitet”. Dies gibt dem Rechnungssteller Sicherheit, dass die Rechnung nicht verlorenging und zügig bearbeitet wird.

Die Vor- und Nachteile im Überblick:

Art der RechnungVorteileNachteile
Papierrechnung+ Zur Erstellung wird nicht zwingend ein Computer gebraucht.
+ Der Empfänger hat ein Schriftstück in der Hand und wird dadurch eher an die Begleichung der Rechnung erinnert.
- Papierrechnungen verursachen eine ganze Reihe an Kosten. Sie müssen gedruckt, eingetütet und frankiert werden.
- Die Rechnung muss unterzeichnet werden, dadurch kann sich der Versand verzögern.
- apierrechnungen müssen zur Post gebracht werden.
elektronische Rechnung+ Durch die elektronische Rechnung werden Zeit und Geld eingespart.
+ Es wird keine Unterschrift gebraucht.
+ Die Rechnung wird per Email sofort zugestellt.
+ Der betriebliche Aufwand wird gesengt, die Kosten für Buchhaltung und Archivierung werden eingespart.
- Elektronische Rechnungen können im Email Postfach verloren gehen oder im Spam Ordner landen.
- Nicht jeder Kunde akzeptiert den Erhalt einer elektronischen Rechnung.

Achtung: Die Aufbewahrungsfrist für Rechnungen beträgt zehn Jahre.

Wer bei seiner elektronischen Rechnung eine Digitale Signatur genutzt hat, muss auch das entsprechende Zertifikat abspeichern. Elektronische Rechnungen sollten nicht als Ausdruck aufbewahrt werden, sondern müssen elektronisch abgespeichert und im Bedarfsfall dem Finanzamt zur Verfügung gestellt werden.

]]>
http://www.arbeitstipps.de/rechnung-per-email-verschicken.html/feed 0
Rechnungen außerhalb der EU stellen – Das gilt es bei Drittländern zu beachtenhttp://www.arbeitstipps.de/rechnungen-ausserhalb-der-eu-stellen-drittlaender-zu-beachten.html http://www.arbeitstipps.de/rechnungen-ausserhalb-der-eu-stellen-drittlaender-zu-beachten.html#respond Wed, 06 Dec 2017 06:59:38 +0000 http://www.arbeitstipps.de/?p=7848 [...]]]> Wer außerhalb der EU, also in Drittländer seinen Waren verkauft, der muss sich bei der Rechnungsstellung den Gesetzen des jeweiligen Landes anpassen.

Rechnung stellen Drittland
© industrieblick – Fotolia.com
Während die Rechtslage innerhalb Europas mittlerweile mehr und mehr verallgemeinert wurde und auch für die Rechnungsstellung einheitliche Regelungen gelten, wird es bei der Rechnungsstellung außerhalb der EU schwieriger, denn es gelten die im Lieferland maßgeblichen Gesetze.

Wer regelmäßig in Drittländer verkauft, oder dort seine Dienstleistung anbietet, sollte einige allgemeingültige Hinweise beachten, die die Rechnungsstellung in Drittländer vereinfachen.

Was passiert mit der Umsatzsteuer?

In Drittländern gelten die landestypischen rechtlichen Grundlagen und die deutsche Mehrwertsteuer entfällt. Da die Rechtsgrundlage von Land zu Land unterschiedlich ist, kann es auch vorkommen, das diese umsatzsteuerpflichtige Leistungen inkludiert. In einigen Ländern gelten Vorgehensweisen, welche dem Reverse-Charge-Prinzip ähneln.

Tipp: Das Reverse-Charge-Prinzip macht den Leistungsempfänger zum Steuerschuldner. Dieser muss die Umsatzsteuer nach landestypischer Gesetzgebung ermitteln und abführen. Ist der Leistungsempfänger dazu veranlagt, kann der Betrag als Vorsteuer geltend gemacht werden.

Eine ähnliche Regelung gilt zum Beispiel für Lieferungen in die Schweiz. Im Gegenzug besteht zum Beispiel in den Vereinigten Arabischen Emiraten kein mit unseren Gesetzen vergleichbares Steuersystem.

Tipp: Die deutschen Auslandskammern können Tipps und Hilfestellungen geben, wenn es zu Unklarheiten im Bezug auf das Steuerrecht eines Drittlandes kommt.

Rechnungen an Unternehmen in Drittländern ausstellen

Auf der Rechnung wird nur der Nettobetrag ausgewiesen. Die Steuerschuld kommt dem Leistungsempfänger zu. Wie weiter zu verfahren ist und ob entsprechende Vereinbarungen betreffs des Reverse-Charge-Verfahrens getroffen wurden, sollte der Rechnungssteller individuell abklären. Die Regelung der steuerfreien Ausfuhrlieferung legt § 13a Abs. 2 des Umsatzsteuerrechts fest.

Rechnungen an Privatpersonen oder Kleinunternehmer ausstellen

Werden die Waren tatsächlich in besagtes Drittland ausgeliefert und erreichen den dortigen Empfänger, muss auch bei Lieferungen an Privatpersonen oder Kleinunternehmen keine Mehrwertsteuer ausgewiesen werden. Dies gilt auch, wenn die Ware vom Empfänger abgeholt wird.

Welche materiellen Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Damit die Ausfuhr steuerfrei erfolgen kann, müssen die Waren in das auf der Rechnung genannte Drittland verschickt oder transportiert werden. Die Regelung gilt auch, wenn die Ware vom Kunden in Deutschland abgeholt wird. Dies kann in § 6 Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes nachgelesen werden. Der Kunde muss seinen festen Firmensitz in besagtem Drittland haben.

Welche Nachweise sind erforderlich?

Um sich von der Steuerpflicht zu befreien und die Rechnung ohne Mehrwertsteuer ausstellen zu können, muss der Rechnungssteller einen Nachweis erbringen. Dabei handelt es sich um einen Doppelnachweis in Form von Beleg- und Buchnachweis.

  1. Belegnachweis
    Der Spediteur erbringt die Nachweise über die Ausfuhr der Waren. Diese Belege sind fristgerecht, innerhalb des für die Steuervoranmeldung veranschlagten Zeitraumes, an das Finanzamt zu übermitteln.
  2. Tipp: Es ist ein Unterschied zwischen einem Belegnachweis für den Beförderungsfall und für den Fall der Lieferung zu machen.

    Der Unternehmer ist verpflichtet, diese Belege zehn Jahre aufzubewahren.

  3. Buchnachweis
    Der Buchnachweis ist eine weitere Vorausetzung für die Steuerfreiheit im Rahmen der Lieferung in Drittländer.
  4. Der Buchnachweis bedingt die Aufzeichnung folgender Daten:

    • vollständige Angaben zu Name und Adresse von Rechnungssteller und Rechnungsempfänger
    • Datum der Lieferung
    • Rechnungsbetrag
    • Verarbeitung und / oder Bearbeitung der Ware vor der Ausfuhr
    • Informationen zur Ausfuhr
Tipp: Die Steuerfreiheit schließt auch mögliche Nebenleistungen wie Verpackung, Versicherungen und Transport mit ein.

Welche Angaben muss eine Rechnung in Drittländer enthalten?

Die Aussagen diesbezüglich können nicht verallgemeinert werden. Da die Rechnungen im Drittland versteuert werden, gilt auch das dortige Recht.

In Deutschland regelt das Umsatzsteuergesetz den notwendigen Inhalt einer Rechnung. Damit die Rechnung auch im Ausland klar als solche erkannt wird und behandelt werden kann, sollten folgende Angaben enthalten sein:

  • vollständiger Name und Anschrift von Rechnungssteller und Rechnungsempfänger
  • Steuernummer des Unternehmens
  • Rechnungsdatum
  • Rechnungsnummer
  • Art und Umfang der Warenlieferung
  • Liefertermin
  • Zahlungsziel
  • Rechnungsbetrag (ohne Mehrwertsteuer)
  • Bankverbindung

Die deutsche Gesetzgebung schreibt keine expliziten Sonderegelungen für das Ausstellen von Rechnungen in Drittländer vor. Empfohlen wird jedoch ein entsprechender Vermerk auf den Wegfall der Mehrwertsteuer und dem entsprechenden Grund. Der Vermerk könnte in etwa lauten: “Die Berechnung der Mehrwertsteuer entfällt, da es sich um nicht im Inland steuerbare Leistungen handelt.” Dieser kurze Absatz sollte am Ende der Rechnung stehen.

Unterschiede zwischen der Rechnungsstellung in der EU und in Drittländern

Art der RechnungUnterschiede
Rechnung innerhalb der EU
  • Es existiert eine einheitliche Gesetzeslage.
  • Auf der Rechnung muss die Umsatzsteueridentifikationsnummer aufgeführt werden.
  • Die Umsatzsteuer entfällt, wenn an Unternehmen geliefert wird.
  • Bei der Belieferung von Privatpersonen oder Kleinunternehmen wird Umsatzsteuer fällig.
Rechnung in Drittländer
  • Es gelten die jeweiligen Bestimmungen des Drittlandes.
  • Es gibt keine Sonderregelungen für die Ausfertigung von Rechnungen in Drittländer nach deutschem Recht.
  • Die Umsatzsteueridentifikationsnummer muss nicht auf der Rechnung erscheinen.
  • Es muss auch an Privatpersonen oder Kleinunternehmen keine Mehrwertsteuer ausgewiesen werden, sofern die Waren nachweislich das Drittland erreichen.
  • Entsprechende Belege sind zu erbringen.

Gibt es Sonderregelungen?

Für einige Leistungen gelten, ähnlich der Rechnungsstellung innerhalb der EU, Sonderregelungen. In diesen Fällen bietet es sich an, sich mit einem Steuerberater in Verbindung zu setzen. Entsprechende Fälle unterliegen der fallbezogenen, individuellen Prüfung.

Sonderregelungen gelten für:

  • Sportler und Künstler auf Veranstaltungen und Seminaren
  • Leistungen in Verbindung mit Grundstücken
  • Personenbeförderung
  • gastronomische Leistungen
  • Montageleistungen
  • Vermietung von Beförderungsmitteln
]]>
http://www.arbeitstipps.de/rechnungen-ausserhalb-der-eu-stellen-drittlaender-zu-beachten.html/feed 0
Rechnung schreiben als Privatperson – das gibt es zu beachtenhttp://www.arbeitstipps.de/rechnung-schreiben-als-privatperson-das-gibt-es-zu-beachten.html http://www.arbeitstipps.de/rechnung-schreiben-als-privatperson-das-gibt-es-zu-beachten.html#respond Mon, 04 Dec 2017 06:13:27 +0000 http://www.arbeitstipps.de/?p=7832 [...]]]> Es ist zwar nicht die Regel, aber auch Privatpersonen können eine Rechnung ausstellen. Was es dabei zu beachten gibt, haben wir hier zusammen gefasst.

Rechnung privat ausstellen
© contrastwerkstatt – Fotolia.com
Auch Privatpersonen, buchhalterisch üblicherweise natürliche Personen genannt, können in die Verlegenheit kommen, eine Rechnung ausstellen zu müssen. Dies kann zum Beispiel dann passieren, wenn etwa privat verkauft (auch Dienstleistung), der Käufer dafür aber eine Rechnung verlangt. Damit Sie dann nicht dumm dastehen, sondern umgehend und souverän reagieren können, lohnt es, sich näher mit dem Thema vertraut zu machen und die folgenden Tipps und Ratschläge für eine private Rechnungsstellung zu beachten.

Wann ist eine Privatrechnung nötig?

Wenn Privatpersonen etwas veräußern, werden Privatrechnungen ausgestellt. Diese können an andere Privatpersonen, wie auch an Unternehmen gerichtet sein. Private Rechnungen sind nicht an eine bestimmte Zahlweise oder Lieferart gebunden. Die Rechnung wird also auch bei Barzahlung oder Abholung der Ware ausgestellt. Auf der Rechnung wird ein Zahlungsziel vermerkt. Wird die Rechnung bis dahin nicht beglichen, sind auch private Personen berechtigt, Mahnungen auszustellen.

Wann ist eine Rechnung „privat“?

Von einer Privatrechnung wird gesprochen, wenn es sich um einmalige Verkäufe oder Dienstleistungen handelt. Werden mehrere Rechnungen in Folge ausgestellt, wird die Rechnungsstellung zur Regelmäßigkeit und die Privatperson durch die Gewerbeanmeldung zum Unternehmer.

Muss für die Privatrechnung ein Gewerbe angemeldet werden?

Für einmalige Rechnungen, beispielsweise für den Verkauf von gebrauchter Kleidung oder Heimelektronik, muss kein Gewerbe angemeldet werden.

Tipp: Die für Privatverkäufe erzielten Einnahmen sollten in der jährlichen Steuererklärung erfasst werden.

Eine Gewerbeanmeldung wird erst dann notwendig, wenn es sich um regelmäßige Verkäufe handelt und dabei Gewinn erzielt wird. Entscheidend ist hierbei die Regelmäßigkeit, nicht die Höhe der Einnahmen.

Tipp: Nach einer Gewerbeanmeldung tritt der Verkäufer nicht mehr als Privatperson, sondern als Unternehmer auf. Unter diesen Voraussetzungen gelten unter Umständen andere Regelungen für die Rechnungsstellung.

Achtung, Fallstricke lauern

Es lässt sich nicht immer klar abgrenzen, ob es sich um eine einmalige oder regelmäßige Rechnungsstellung handelt. Wer nur zweimal jährlich für das Rasenmähen beim Nachbarn eine Rechnung schreibt oder häufiger bei Ebay Verkäufe tätigt, läuft Gefahr, in den Augen des Finanzamtes eine regelmäßige Tätigkeit auszuüben.

Werden auf Privatrechnungen Steuern fällig?

Auf Privatrechnungen darf keine Umsatzsteuer auftauchen, auch nicht wenn der Empfänger darauf bestehen sollte. Bei einmaligen Privatrechnungen fallen in der Regel keine Steuern an.

Auch bei Privatrechnungen greift die Umsatzsteuerregelung für Kleinunternehmer, nach der die Bruttoeinnahmen im Jahr 17.500 Euro nicht übersteigen dürfen.

Tipp: Auch Gewerbetreibende oder Freiberufler zahlen nicht zwangsläufig Steuern, es kommt immer auch auf die Höhe der Rechnungssumme an.

Welche Regelungen gelten für das Ausstellen von Privatrechnungen?

Wer eine Privatrechnung ausstellt, kann sich dabei an Rechnungen orientieren, die von Unternehmen ausgestellt werden. Vom Aufbau her unterscheiden sich die Rechnungen kaum.

Folgende Angaben dürfen auf einer Privatrechnung nicht fehlen

  • vollständiger Name und Anschrift von Verkäufer und Käufer
  • Rechnungsdatum
  • Zeitpunkt der Warenlieferung oder Erbringung der Dienstleistung
  • Art und Umfang der Ware oder Dienstleistung
  • Verweis auf einen Privatverkauf

Welche Besonderheiten sind bei der Privatrechnung zu beachten?

Auf einer privaten Rechnung darf keine Mehrwertsteuer auftauchen. Es wird also lediglich der eigentliche Betrag genannt. Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Rechnung ebenfalls an eine Privatperson gestellt wird oder es sich um ein Unternehmen, welches selbst steuerpflichtig ist, handelt.

Daher sollte jede Privatrechnung nochmals gesondert auf diesen Umstand hinweisen, etwa in folgender Form:

“Da es sich bei vorliegender Lieferung/ausgeführter Leistung um eine private Arbeit handelt, entfällt nach § 19 UStG (Kleinunternehmerregelung) die Berechnung der Umsatzsteuer.”

Private und gewerbliche Rechnung: Unterschiede im Überblick

RechnungsartUnterschiede
PrivatrechnungAuf der Privatrechnung wird keine Umsatzsteuer vermerkt. Privatpersonen dürfen keine Mehrwertsteuer aufschlagen, auch nicht, wenn die Rechnung an ein umsatzsteuerpflichtiges Unternehmen ausgestellt wird. Wichtig ist auf Privatrechnungen der Verweis auf die Kleinunternehmerregelung.
gewerbliche RechnungGewerbliche Rechnungen enthalten grundsätzlich auch Umsatzsteuer. Ausnahmen stellen Unternehmer oder Freiberufler dar, die jährlich weniger als 17.500 Euro Bruttoeinnahmen verzeichnen.

Wie viel darf auf Privatrechnungen verrechnet werden?

Privatrechnungen können in unbegrenzter Höhe ausgestellt werden. Steuerfrei bleiben Privatleistungen allerdings nur, wenn der Gewinn weniger als 730 Euro beträgt. Eine Pflicht zur Versteuerung besteht dann nur, wenn es sich um wiederkehrende Einnahmen handelt. Dies kann in § 23 EStG nachgelesen werden.

Bei wiederkehrenden Rechnungen, handelt es sich nicht mehr um eine Privatrechnung. Der Rechnungsteller muss dann ein Gewerbe anmelden und wird zum nebenberuflich Selbstständigen, also zum Unternehmer. Dann fallen automatisch auch Einkommenssteuer, Abgaben zur Sozialversicherung usw. an.

Garantieleistungen bei privaten Rechnungen – ja oder nein?

Die gesetzlich festgelegte Garantie, bzw. das 14tägige Widerrufsrecht, welches für Käufe und Verkäufe innerhalb Deutschlands vorgeschrieben ist, greift hier nicht.

Tipp: Auf der Rechnung kann vermerkt werden: “Da es sich um einen Privatverkauf handelt, entfallen jegliche Garantieansprüche.”

Um Streitigkeiten zu vermeiden, besonders wenn es sich um gebrauchte Ware handelt, die nicht mehr dem Neuwert entspricht, sollte der Verkäufer bereits im Vorfeld auf bekannte Mängel des Artikels hinweisen.

]]>
http://www.arbeitstipps.de/rechnung-schreiben-als-privatperson-das-gibt-es-zu-beachten.html/feed 0