Corporate Identity – Definition, Formen und Beispiele

Was ist Corporate Identity, welche Formen gibt es und wie können Unternehmen sie umsetzen? Alle Infos mit Beispielen finden Sie hier.

Corporate Identity - Definition, Formen und BeispieleAus dem Englischen übersetzt bedeutet Corporate Identity das Firmenimage. Gemeint ist damit der erste Gesamteindruck, der durch die umgangssprachliche CI vermittelt wird. Das Image selbst ist vielseitig und vielfältig. Auf die Firma oder das Unternehmen, zu Englisch Corporation bezogen, wird damit alles erfasst, was letztendlich die Identität ausmacht. Dazu zählen die Mitarbeiter, das hergestellte Produkt beziehungsweise die vertriebene Ware, die Art und Weise des Umgangs miteinander sowie untereinander, einfach alles rund um das Unternehmen. Je einheitlicher und homogener die CI ist, umso sympathischer ist der Gesamteindruck, den das Unternehmen vermittelt. Das wiederum erhöht die Beliebtheit bei buchstäblich Freund und Feind, es ist letztendlich auch Ausdruck eines gewissen Unternehmenserfolges. Die positive Corporate Identity ist wie eine angenehme Aura.

Die Corporate Identity als Firmenleitbild

Je größer und facettenreicher ein Unternehmen ist, umso aufwändiger sind Definition und Einhaltung der CI. Die verschiedenartigen Ziele, die mit der Corporate Identity angesprochen und erreicht werden sollen, ziehen sich quer durch die Firma. Dabei werden immer auch Menschen, Ideologien, Ideale oder unterschiedliche Auffassungen angesprochen.

Formen der Corporate Identity

Daraus resultiert, dass bei der CI unterschiedliche Bereiche angesprochen werden.

» Corporate Communication

Die Corporate Communication, kurz CC ist einer davon. Sie ist in ihrer Gesamtheit die Art und Weise, wie das Unternehmen nach innen und außen kommuniziert. Gemeint ist damit in erster Linie der Stil, also der Umgang mit Informationen. Der kann transparent, informativ und trotzdem diskret sowie integer sein. Offenheit, Ehrlichkeit oder Realitätsbezogenheit sind Aspekte, die eine Corporate Communication mehr oder weniger gut machen. Es gibt je nach Rechtsform des Unternehmens gesetzliche Vorgaben, die kommuniziert werden müssen. Hier stellt sich oftmals die Frage nach dem Wie als nach dem Wann, ebenso wie die nach dem durch wen und auf welche Weise. Im Teilbereich Corporate Communication der CI kann vieles richtig, aber auch sehr schnell einiges falsch gemacht werden. Falsch bedeutet in diesem Sinne nicht, dass es faktische Fehler sein müssen. Die Grauzone zwischen falsch und richtig ist groß, ebenso wie die Anlässe, in das bekannte Fettnäpfchen zu treten. Das ist oft kein Fehler, aber trotzdem falsch.

Das Benehmen oder Verhalten, die Kultur und die Umgangssprache des Unternehmens sind  weitere Bereiche der Corporate Identity. Sie werden sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit von den Firmenangehörigen beeinflusst und geprägt. Die Vorgaben dazu kommen von der Firmenleitung.

» Corporate Behaviour

Corporate Behaviour bezeichnet das Miteinander im geschäftlichen Alltag mit Wirkung nach innen und außen. Das kann menschlich, geschäftlich, verständnisvoll bis hin zu ruppig-rüde sein. In all diesen Fällen wird geltendes Recht eingehalten. Corporate Behaviour spielt vielfach die entscheidende Rolle, wenn sich führende Mitarbeiter mit der Begründung trennen, dass über die Führung des Unternehmens unterschiedliche Auffassungen bestehen. Unterm Strich kann man nicht gut miteinander.


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» Corporate Culture und Culture Language

Das gilt dann meistens auch für die Corporate Culture sowie die Culture Language Hier wird der Kern, sozusagen das Herz des Unternehmens angesprochen. In einem Familienunternehmen pflegt der Seniorchef einen, wie es oft heißt, menschlicheren Umfang als der direkt verwandte Juniorchef. Der stellt die Ergebnisse der EDV-gesteuerten Kostenrechnung in den Vordergrund, während der Seniorchef in seinen jungen Jahren das handschriftliche Journal selbst geführt hat. Dazwischen liegen Jahrzehnte, vielfach auch ideelle Welten. Die ältere Generation versteht nicht die Corporate Language der Jüngeren und Azubis, und darunter leidet auch die bis dahin gelebte Firmenkultur. Das ist vielfach ein Grund dafür, wenn in einem Familienunternehmen zeitgleich zum Generationswechsel die Geschäftsleitung zumindest partiell extern besetzt wird. Neue Besen kehren gut, und neu ist nur das, was nicht aus dem eigenen Hause kommt.

» Corporate Design

Der wohl bekannteste Teilbereich der Corporate Identity ist das Corporate Design, das CD. Es ist das Erscheinungsbild des Unternehmens, das von der Außenwelt akustisch und visuell wahrgenommen wird. Das Corporate Design ist in vielen Fällen am einfachsten umzusetzen, weil davon Sachen und Tatsachen betroffen sind. Die Mitarbeiter mit

Corporate Design

  • ihrem Leistungsvermögen,
  • ihrem Leistungswillen,
  • ihren Eigenarten,
  • ihren Emotionen,

werden beim CD zwar mit einbezogen, sie sind davon aber nicht direkt berührt. Typische Facetten des Corporate Design sind das durchgängige Firmenlogo, der Firmenschriftzug oder ein optischer Wiedererkennungswert. Das beginnt auf der Startseite der Firmenwebsite und setzt sich fort über Briefpapier, Rechnungsvordrucke, Werbe- und Präsentationsmittel bis hin zur persönlichen Visitenkarte oder zum Kaffeegeschirr in der Teeküche respektive Kantine. Der Corporate Sound in der Warteschleife der Telefonanlage muss ein Ohrwurm sein, der dem Anrufer in guter Erinnerung bleibt. Dieser Sound erklingt automatisch beim Aufrufen der Firmenwebsite, oder beim Mausklick auf einen bestimmten Button. Und beim Corporate Design wird das Firmenteam durch eine einheitliche Arbeitskleidung auch mit ins Boot genommen.

Die Corporate Identity des Unternehmens ist ein gekonnter Mix aus Psychologie, Technik, Knowhow, Lebenserfahrung und einem geschickten Händchen für den Umgang mit Menschen. Wirtschaftlicher Erfolg muss sich nicht nur in den Bilanzen widerspiegeln, er muss auch verkörpert, regelrecht ausgedrückt und vermittelt werden. Erst wenn das gelingt, dann handelt es sich um ein erfolgreiches Unternehmen, bei dem wirklich alles stimmt.

 


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