Befristeter Arbeitsvertrag – Darauf sollten Sie achten!

Wie lange darf ein befristeter Arbeitsvertrag gelten, wie ist es mit dem Kündigungsschutz und was passiert bei einer Schwangerschaft während einem befristeten Arbeitsvertrag? Alle Antworten hier.

Befristeter Arbeitsvertrag
Befristeter Arbeitsvertrag

Ein befristeter Arbeitsvertrag bedeutet, dass im Arbeitsvertrag vereinbart wird, dass das Arbeitsverhältnis zu einem bestimmten, kalendermäßig festgelegten Zeitpunkt/Datum oder aufgrund eines bestimmten, festgelegten Ereignisses endet, ohne das zuvor noch eine Kündigung ausgesprochen werden muss.

Liegt eine unzulässige Befristung vor, so bleibt das Arbeitsverhältnis bestehen und gilt als auf unbestimmte Zeit geschlossen, d.h. es wird zu einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Grundsätzlich ist es aber, aufgrund der Vertragsfreiheit, möglich eine Kündbarkeit in dem Arbeitsvertrag zu vereinbaren. Eine außerordentliche Kündigung ist auch in einem befristeten Arbeitsvertrag immer möglich. Auch ein befristeter Arbeitsvertrag muss schriftlich vereinbart werden.

1. Befristeter Arbeitsvertrag mit sachlichem Grund

Dem Arbeitsvertrag müssen die Voraussetzungen des § 14 ff TzBfG (Teilzeit- und Befristungsgesetz) zu Grunde liegen. Im Einzelnen beinhaltet die Regelung, dass grundsätzlich eine Befristung durch einen sachlichen Grund gerechtfertigt sein muss. Diese sind, laut § 14, Absatz 1 TzBfG, insbesondere die nachfolgenden acht Gründe:
1. Es besteht nur ein vorübergehender betrieblicher Bedarf.
2. Die Befristung erfolgt im Anschluss an eine Ausbildung oder ein Studium und soll den Übergang des Arbeitnehmers in eine Anschlussbeschäftigung erleichtern.
3. Der Arbeitnehmer wird nur zur Vertretung eines anderen Arbeitnehmers beschäftigt.
4. Die Eigenart der Arbeitsleitung rechtfertigt die Befristung.
5. Die Befristung erfolgt zur Erprobung.
6. Die Person des Arbeitnehmers beinhaltet Gründe, die die Befristung rechtfertigen.
7. Die Vergütung des Arbeitnehmers erfolgt aus Haushaltsmitteln, die haushaltsrechtlich für eine befristete Beschäftigung bestimmt sind und der Arbeitnehmer wird entsprechend beschäftigt. Diese Regelung bezieht sich auf den öffentlichen Dienst.
8. Die Befristung beruht auf einem gerichtlichen Vergleich.

Liegt einer der genannten Gründe vor, so unterliegt der Arbeitsvertrag keinen zeitlichen Einschränkungen.

2. Befristeter Arbeitsvertrag ohne sachlichen Grund

§ 14, Absatz 2 TzBfG beinhaltet die Regelungen für eine Befristung ohne sachlichen Grund. Demnach ist die kalendermäßige Befristung eines Arbeitsvertrages bis zu einer Dauer von zwei Jahren zulässig, d.h. eine Befristung darf nicht länger, als maximal zwei Jahre dauern. Bis zu dieser Gesamtdauer von zwei Jahren ist zudem die dreimalige Verlängerung des befristeten Arbeitsvertrages zulässig, d.h. die Befristung muss sich nicht von Beginn an auf zwei Jahre belaufen, sie darf aber nicht länger als zwei Jahre sein.

Zu beachten ist jedoch, dass durch Tarifverträge sowohl die maximale Dauer von zwei Jahren, als auch die Anzahl der an sich maximalen drei Verlängerungen erhöht werden kann.

3. Wann ist ein befristeter Arbeitsvertrag nicht zulässig?

Wichtig ist, dass eine Befristung nicht zulässig ist, wenn der Arbeitnehmer bereits zuvor in einem befristeten oder unbefristeten Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitgeber stand. Diese Regelung gilt aber nicht, wenn zwischen dem alten und dem neuen Arbeitsverhältnis, bei dem gleichen Arbeitgeber, ein Zeitraum von mehr als drei Jahren liegt.

4. Befristete Arbeitsverträge bei neu gegründeten Unternehmen

Ein neu gegründetes Unternehmen hat in den ersten vier Jahren die Möglichkeit Arbeitsverträge, ohne sachlichen Grund, bis zu einer Gesamtdauer von vier Jahren abzuschließen. Diese Verträge müssen auch nicht von Beginn an auf vier Jahre festgelegt sein, sondern sie können verlängert werden, bis zu der maximalen Gesamtdauer von vier Jahren.

5. Probezeit bei befristetem Arbeitsvertrag

Der Arbeitgeber hat, auch bei einem Arbeitsvertrag mit Befristung, die Möglichkeit eine Probezeit zu vereinbaren und er kann auch eine Kündigung im Rahmen der Probezeit vereinbaren. Für die Länge der Probezeit gibt es keine gesetzlich bindende Regelung, sie kann frei vereinbart werden.

6. Mutterschutz/Elternzeit während befristetem Arbeitsvertrag

Für den Mutterschutz und die Elternzeit gilt, dass diese den Arbeitsvertrag nicht verlängern. In beiden Fällen endet das befristete Arbeitsverhältnis zu dem vereinbarten Zeitpunkt.

7. Befristeter Arbeitsvertrag – Muster

Der nachfolgende Link beinhaltet ein Muster für einen befristeten Arbeitsvertrag ohne Sachgrund: www.kluge-recht.de

Man sollte aber immer beachten, dass es nur wenig bindende, gesetzlich festgelegte Regelungen gibt und die Verträge daher in vielerlei Hinsicht von einander abweichen können. Bei allen Verträgen sollte man immer den Vertrag genau lesen. Wenn man etwas nicht versteht, so sollte man dies, vor Unterzeichnung, mit dem Arbeitgeber besprechen. Nachdem man den Vertrag unterschrieben hat, ist es nur noch möglich diesen anzugreifen, wenn die getroffenen Vereinbarungen gegen das Gesetz verstoßen, bzw. sittenwidrig sind.


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